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Francis Chan: Hölle light

Francis Chan bringt sehr anschaulich auf den Punkt, was ihn dazu getrieben hat, dieses Buch zu verfassen:

“Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in einer belebten Starbucks-Filiale. Jedes Mal, wenn ich von meinem Monitor aufblicke, sehe ich, dass ich von durstigen Kunden umgeben bin, die zum Tresen eilen, um sich mit Latte macchiato, Eistee oder Chocolate Mocha zu versorgen. Sie sind glücklich, geschäftig, genießen das Leben, plaudern, und natürlich schicken sie SMS. Zwei Mütter wirken, als kämen sie direkt vom Joggen. Sie setzen sich neben mich und tauschen sich über das aus, was sie gerade beschäftigt. Ein anderes Pärchen hat das Café vor Kurzem verlassen – sie hatten nur Augen füreinander –, ein typisches sorgenfreies junges Paar. Das Mädchen ganz hinten in der Schlange sieht traurig aus. Richtig traurig. Ich frage mich, was ihr wohl zugestoßen sein mag. Und was ist mit den Angestellten? Sind sie glücklich? Einige wirken schon so, andere jedoch nicht.
Freude, Gelächter, Kaffee, leise Lounge-Musik, SMS, Gespräche, Flirts, Freundschaften, Depression und die Hoffnung, eines Tages davon frei zu sein. Das ist das Leben! Ich liebe es – und sie auch.
An diesem Ort brummt das Leben. Ich sitze hier und lese mein Manuskript Absatz für Absatz durch. Jeder einzelne vermittelt die Botschaft, dass einige dieser Menschen zur Hölle fahren werden. Mir wird schlecht, wenn ich das sage, und ich kann gar nicht in Worte fassen, welchen inneren Konflikt ich gerade in mir verspüre. Im Umkreis von drei Metern sitzen mindestens ein Dutzend Leute, die eines Tages die Qualen erdulden müssen, mit denen ich mich gerade gedanklich auseinandersetze. Was soll ich nur tun? Schreibe ich weiter? Beschäftige ich mich weiter mit dem Thema? Sollte ich mein Buchprojekt aufgeben und lieber eine Beziehung zu ihnen aufbauen und ihnen von Gott erzählen? Wie kann ich diese Worte glauben und doch untätig hier sitzen bleiben? Ich weiß, dass einige von Ihnen den gleichen inneren Konflikt austragen. Wenn Sie diese Zeilen lesen, sitzen möglicherweise einige Meter von Ihnen entfernt einige Personen, die auch in der Hölle enden werden. Was werden Sie tun? Es ist durchaus möglich, dass Gott von Ihnen möchte, dass Sie dieses Buch jetzt zur Seite legen.
Sich diesen Textabschnitten und diese schweren Fragen zu stellen kann ein erschütternder Prozess sein.
Er zwingt mich, mich der ernüchternden Realität zu stellen: Es geht nicht nur um Dogmatik, sondern um menschliche Schicksale. Und wenn Sie dieses Buch lesen und sich damit auseinandersetzen, was die Bibel über die Hölle sagt, ist das nicht bloß eine akademische Übung. Die sehr reale Lehre Jesu über die Hölle muss Sie ernüchtern. Sie müssen zulassen, dass Jesu Worte Ihren Lebensstil zurechtrücken, die Art, wie Sie reden, wie Sie die Welt und die Menschen um Sie herum wahrnehmen.”

Und man spürt es dem Buch ab, dass genau dieses Anliegen Francis Chan antreibt. Er wirft natürlich einen Blick auf die einschlägigen Bibelstellen, und da sein Coautor sich sehr gut mit anderen Sprachen, Geschichte und dem Neuen Testament auskennt, taucht Chan auch in den Urtext ein und erklärt, warum bestimmte Bibelstellen so und nicht anders übersetzt werden müssen. Aber das macht er eigentlich immer auf eine Art und Weise, dass ihm auch ein Nichttheologe folgen kann.
Sein Fazit: Es ist eine Tatsache, dass in der Bibel unzählige Taten Gottes beschrieben werden, die unseren menschlichen Maßstäben von Logik oder Moral nicht genügen. Gott tut Dinge bzw. trägt dem Volk Israel auf, Dinge zu tun, bei denen wir sagen würden: “Also, das würde ich niemals tun!” Doch wir müssen aufhören, Gott zähmen und ihn in eine Schublade stecken zu wollen, die eher unsere menschliche Gefühlslage widerspiegelt als sein unerklärliches Handeln.
Wäre es einem von uns eingefallen, sündige Menschen von ihrer Schuld zu erretten, indem wir unseren Sohn auf die Erde senden, damit er dort menschliche Gestalt annimmt? Wäre es uns eingefallen, die Schöpfung durch den Schoß einer jungen jüdischen Frau selbst zu betreten und in einer Krippe zu liegen? Hätten wir zugelassen, dass unsere eigenen Geschöpfe unsere Sohn foltern, sein Fleisch mit Geißeln zerreißen und Nägel durch seine Hände und Füße treiben? Wenn einer von euch Kinder hat: Stell es dir nur einmal vor!
Ich bin fast sicher, dass ich das nicht getan hätte, wenn ich Gott wäre.
Jetzt sind vermutlich alle froh, dass ich nicht Gott bin, oder?
Das Buch ist im Grunde ein einziger Aufruf, den Glauben nicht wie eine Privatsache zu behandeln, sondern ihn weiterzugeben, damit immer mehr Menschen gerettet werden und eben nicht die ewige Trennung von Gott ertragen müssen. In dieser Hinsicht ist es wirklich aufrüttelnd.

Fazit: Ein Must read für Christen.

Hier geht’s zur Leseprobe auf der Seite des Verlages Gerth Medien.

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