Veröffentlicht in Sachtitel

Humphrey Carpenter: J. R. R. Tolkien – Eine Biographie

Humphrey Carpenters Biographie des Schöpfers von Mittelerde ist eine der bekanntesten Biographien über J. R. R. Tolkien und gibt einen Überblick über das gesamte Leben des bekannten Philologen und Schriftstellers. Das Buch ist in neun Teile unterteilt, die jeweils dem Leben des Schriftstellers chronologisch folgen:

1. Teil: Ein Besuch (des Autors bei Tolkien)

2. Teil: 1892-1916: Jugendjahre – Tolkiens Eltern, Kindheit in Südafrika, Rückkehr nach England und seine Jugendjahre, Tolkien lernt seine spätere Frau Edith kenne und lieben, Studienjahre, Erster Weltkrieg

3. Teil: Schaffung einer Mythologie – Tolkiens Begeisterung für alte Sprachen und neue, eigene; sein beruflicher Werdegang; das Silmarillion

4. Teil: 1925-1949a: „In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit“ – seine Zeit und Lehrtätigkeit in Oxford; seine Begeisterung für die Philologie; seine Bekanntschaft mit C. S. Lewis; die Erschafftung von „Der kleine Hobbit“

5. Teil: 1925-1949b: Das Dritte Zeitalter – Der Schaffensprozess von „Der Herr der Ringe“

6. Teil: 1949-1966: Erfolg – Die Veröffentlichung von „Der Herr der Ringe“ und der damit verbundene Erfolg

7. Teil: 1959-1973: Die Zeit nach „Der Herr der Ringe“ und Tolkiens Pensionierung; sein Tod

8. Teil: Der Baum – sein literarisches Werk – seine Biographie

9. Teil: Anhänge – Stammbaum von J. R. R. Tolkien; Chronologie der Ereignisse im Leben von Tolkien; Die veröffentlichten Schriften von Tolkien; Quellen und Danksagungen; Register; Fotos von Tolkien, seiner Familie und engen Freunden

Humphrey Carpenter nähert sich auf unterhaltsame, informative Weise und nicht ohne kritische Anmerkungen dem Schaffen eines bedeutenden britischen Philologen und Schriftstellers: J. R. R. Tolkien. Tolkien selbst hatte einmal gesagt: „Eine meiner stärksten Überzeugungen ist, daß es völlig falsch und vergeblich ist, in der Lebensgeschichte eines Autors nach dem Zugang zu seinen Werken zu forschen.“ Doch Carpenter zeigt anhand von Tolkiens Werken auf, inwiefern sie doch seine Überzeugungen und Erlebnisse widerspiegeln. Er gibt Einblick, inwieweit Tolkiens Glaube an Gott seine Werke geprägt haben und wie sehr er der Mythologie Islands verpflichtet ist. Auch geht er der Frage nach, wie ein Mensch, der im Grunde ein wenig ereignisreiches, völlig konservatives Leben als Brite geführt hat, eine so farbenfrohe Fantasiewelt erschaffen konnte, wie ein Mensch, der sich mit „trockenen“ Sprachwissenschaft beschäftigt, gleichzeitig ein Träumer, ein Kind sein kann.

Eine Biographie, die sehr gut zu lesen ist und Lust macht, sich mit den Werken von Tolkien, aber auch anderen Sekundärwerken über ihn zu beschäftigen. Die zahlreichen Anekdoten – daß Tolkien bspw. seine spätere Frau Edith erst wieder nach Erreichung der Volljährigkeit treffen durfte oder daß er so sehr in Mittelerde zu Hause war, daß er seine Werke im Grunde nie beenden wollte, um seine Fantasiewelt nicht verlassen zu müssen – machen das Buch zu etwas Besonderem.

Negativ fällt beim Lesen meiner 3. Ausgabe von 2002 jedoch auf, daß zum einen der Buchtitel „Der Herr der Ringe“ vom Übersetzer bzw. Lektor dekliniert wird. Darüber hinaus konnte man sich offenbar nicht entscheiden, ob man nun die englischen Originalnamen und -bezeichnungen aus Tolkiens Romanen angibt oder die deutschen. Weiterhin hätten die Buchtitel von C. S. Lewis auf den aktuellen Stand gebracht bzw. überhaupt mit der Angabe des derzeit lieferbaren deutschen Titels angeführt werden sollen!

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