Veröffentlicht in Belletristik

Charlie Huston: Blutrausch

Ein Jahr nach den Ereignissen aus „Stadt aus Blut“ ist Privatdetektiv Joe Pitt restlos abgebrannt. Er hat weder Geld noch Blut, da ihn die Koalition aufgrund der damaligen Ereignisse nicht mehr versorgt. So bittet er aus der Not heraus Terry Bird von der Societey um einen Job. Dieser erzählt ihm von einer neuen Droge, die von Vampyren konsumiert wird und diese bei hoher Dosis außer Kontrolle geraten lässt. Wieder einmal droht das Geheimnis der Vampyre aufzufliegen.
Joe, der selbst schon ein Opfer des Stoffes „verarztet“ hat, besucht nach dem Tip eines Informanten den Count, einen jungen Vampyr, der die Droge konsumiert, aber auch verkauft. Anathema, so der Name des Stoffes, besteht aus dem Blut eines frisch infizierten Vampyrs.
Der Count selbst bezieht Anathema aus dem Hood, einem Clan unter der Führung von DJ Grave Digga. Joe wendet sich an Daniel, den Anführer der Enklave. Dieser gibt ihm den Tipp, einen Vampyr namens Percy im Hood aufzusuchen, doch der Weg dorthin führt durch Koalitionsgebiet. Und zwischen den Clans herrscht ein erbitterter Machtkampf.
Nach einigen Strapazen kommt Joe im Hood an, wird aber sogleich von Mitgliedern des dortigen Clans gefangengenommen. Auf wunderbare Weise (wie, sei an dieser Stelle nicht verraten) gelingt Joe jedoch die Flucht – und er erlangt Zutritt zum Besitz der Person, die für die Herstellung von Anathema verantwortlich ist. Doch auch dieses Mal zeigt sich schließlich, dass nicht alles so ist, wie es erscheint.
Aber Anathema und die Flaute in seinem Kühlschrank ist nicht das Einzige, das Joe gerade Probleme bereitet. Die Blutwerte seiner menschlichen Freundin Evie, die HIV-positiv ist, verschlechtern sich zunehmend, und sie bittet Joe (von dem sie nicht weiß, dass er ein Vampyr ist) um Hilfe …

„Blutrausch“ ist Band 2 der Serie um den vampyrischen Privatdetektiv Joe Pitt, der versucht, im New York nach 09/11 sein Leben zu meistern, ohne irgendwo anzuecken. Aber das ist gar nicht so einfach, wenn man eher der impulsive Typ ist, der gerne einmal zuschlägt. Vampyre sind in dieser Mythologie einfach nur Menschen, die mit einem Vyrus infiziert sind, und dieses Vyrus benötigt wiederum das Blut von normalen Menschen zum Überleben. Darüber hinaus hat dieser Zustand die üblichen Vor- und Nachteile: Der Vampyr ist schneller und stärker als der normale Homo Sapiens, die traditionellen Gegenmittelchen wie Kruzifixe oder Kirchen funktionieren bei ihm nicht (Feuer, Pflock ins Herz und Köpfen hingegen schon – aber bei welchem menschlichen Wesen würden sie auch nicht funktionieren?!), aber der Infizierte entwickelt die übliche Sonnenallergie. Leider hat er auch keine Reißzähne zum Anzapfen seiner Opfer, sondern muss auf Spritzen und Kanülen zurückgreifen, will er sich frisches Blut verschaffen.
Der Erzählstil dürfte vor allem Lesern gefallen, die eine Schwäche für Film Noir haben, für Detective-Stories, die in einer ausgesprochen lakonischen Ich-Form mit kurzen, knackigen Sätzen verfasst sind. Die Story ist actionreich und hält für den Leser einige sehr gute, unerwartete Twists and Turns bereit. Man weiß im Grunde erst auf der letzten Seite, dass unser „Anti-Held“ eigentlich nur eine Marionette im Spiel größerer Mächte ist.

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