Veröffentlicht in Belletristik

Christine Feehan: Dark Prince (Dark Series 1)

Wieder ein neuer Vampirmythos: Die sogenannten „Carpathians“ sind eine besondere Rasse: Sie könnten Kinder bekommen und werden nicht wie andere Vampire zu Geschöpfen der Nacht „gemacht“. Sie sind loyal gegenüber ihrer Familie und immer auf der Suche nach ihrem einmaligen Gegenstück, mit dem sie dann untrennbar bis zum Ende ihrer Existenz verbunden sind. Unglücklicherweise sind die „Carpathians“ seit Jahrhunderten nur noch in der Lage, männliche Nachkommen zu zeugen; die Vertreter ihrer Rasse, die mit der Einsamkeit nicht mehr fertigwerden, fallen schließlich der dunklen Seite anheim und werden „echte“ Vampire, die um des reinen Vergnügen willens Menschen töten. Darüber hinaus besitzen sie die traditionellen Fähigkeiten der Vampire: Sie stehen in einer besonderen Verbindung zu Wölfen, können sich auch in diese Tiere verwandeln, sowie auch in Vögel oder Nebel; darüber hinaus können sie ebenfalls fliegen.

Mikhail, der Anführer oder auch Prinz der Carpathians, befindet sich ebenfalls an der Schwelle zur Dunkelheit. Da trifft er unerwarteterweise sein Gegenstück: die menschliche Raven. Diese besitzt ausgeprägte telepatische Fähigkeiten, was sie zu einer idealen Partnerin für ihn macht. Ohne viel Mühe gelingt es Mikhail, ihre Liebe zu gewinnen und sie zu seiner Lebenspartnerin zu machen, ohne daß sie sich jedoch über die volle Tragweite ihres Entschlusses gewußt ist geschweige denn ahnt, daß Mikhail ein Geschöpf der Nacht ist. Leider nimmt er ihr während des Sex zweimal Blut, so daß die Verbindung noch stärker wird und sie auf dem Besten Wege ist, ebenfalls ein „Carpathian“ zu werden.

Die Idylle der Carpathians wird jedoch gestört, als eine Gruppe von Vampirjägern in die Gegend kommt und ein weibliches Mitglied der Familie (Mikhails Schwester Noelle) auf brutale Art und Weise tötet. Raven wundert sich zwar, daß niemand etwas über den Mord weiß, schweigt jedoch. Dann wird sie Zeuge, wie die Gruppe eine weitere Frau töten will, und schreitet ein. Bei der Auseinandersetzung wird sie schwerverletzt, und der zu spät kommende Mikhail (das Unglück geschah während des Tages) hat nur noch eine Wahl, wenn er seine Geliebte retten will: Er muß zum drittenmal Blut mit ihr austauschen und macht sie so zwangsläufig zu einer von ihnen.

Die Anpassung an das Leben als Carpathian fällt Raven jedoch schwer. Sie kann sich nicht vorstellen, in der Erde zu schlafen und das Blut von Menschen zu trinken. Doch dann wird sie eines Tages von einem wahnsinnigen Vampir entführt. Es kommt zu einem Showdown zwischen Mikhail und André, bei dem auch Raven eine Entscheidung zu treffen hat.

Der Blick auf das Cover dieses Buches verrät schon einiges über den Inhalt. Auch dieser vampirische Held hat eine enorme erotische Ausstrahlung, und der Leser kommt in den zweifelhaften Genuß von mehr als einer Sexszene. Auch die Charakterzeichnung der beiden Hauptdarsteller ist mehr als Stereotyp: Beide sind ausgesprochen gutaussehende Vertreter ihrer Art, besitzen besondere Fähigkeiten, einen starken Charakter … Auch die Erklärungen, warum die Carpathians die „guten“ Vampire sind, obwohl auch sie täglich Menschen überfallen müssen, um deren Blut zu trinken, überzeugt nicht wirklich. Wer ein Fan der Vampire von Anne Rice, Bram Stoker oder Laurell K. Hamilton ist, wird diesen Roman langweilig finden. Ihm fehlt sowohl die Tiefe der Charakterzeichnung noch eine echte Handlung. Fazit: „Dark Prince“ ist nicht mehr als ein durchschnittlicher Vampirroman auf Groschenroman-Niveau.

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