Veröffentlicht in Belletristik

Edith Maude Hull: Der Scheich

Die abenteuerlustige britische Aristokratin Diana Mayo bricht gegen den Willen ihres Bruders zu einer Wüstendurchquerung auf – ohne Begleitung von Dienern oder Freunden, sondern lediglich mit einem einheimischen Führer. Dieser wurde jedoch von dem geheimnisvollen Ahmed Ben Hassan bestochen und liefert deshalb seine Mitreisende an den Scheich aus.
Mit aller Macht setzt sich die schöne Diana, die bislang für das andere Geschlecht nur Ablehnung übrig hatte, gegen den Scheich zur Wehr – vergeblich. Monatelang hält er sie in seinem Zelt gefangen, eine Flucht mißlingt. Doch in dieser Zeit verändern sich auch die Gefühle von Diana. Sie verliebt sich trotz der Mißhandlungen in ihren Entführer, beschließt jedoch, ihre Gefühle vor ihm zu verbergen, damit er nicht das Interesse an ihr verliert. Während eines Ausritts wird sie von einem verfeindeten Scheich entführt, doch Ahmed gelingt es, sie aus der Hand des anderen zu befreien, wird jedoch dabei schwer verletzt. Im Fieberdelirium zeigt sich, daß auch Diana mittlerweile mehr für den Scheich ist als nur ein Zeitvertreib, doch auch er schweigt über seine Gefühle. Und fordert sie im Gegenteil noch dazu auf, wieder nach Hause zurückzukehren.

Der Gedanken, daß sich eine junge Frau in ihren Vergewaltiger verliebt, ist aus heutiger Sicht völlig abwegig. Auch der latente Rassismus und die Beschreibungen von „dreckigen Eingeborenen“ stoßen bei uns sicher auf Ablehnung. Aber wenn man davon einmal absieht, wird man erkennen, warum der Roman in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts ein Riesenerfolg war: Er entführt in exotische Welten, in mit allem Luxus ausgestattete Zelte – und malt Erotik in einem Maße, der für damalige Zeiten wohl ausgesprochen ungewöhnlich war. Der Roman ist prall gefüllt mit exotischen Schilderungen von Oasen, arabischen Zelten, von Männern, die diesen Namen noch verdienen – und fasziniert auch heute noch …

Der Roman wurde übrigens mit Rudolph Valentino in der Rolle des Ahmed Ben Hassan verfilmt und zählt zu den Klassikern der Stummfilmära.

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