Veröffentlicht in Belletristik

Frank Herbert: Der Herr des Wüstenplaneten (Dune-Serie 2)

12 Jahre sind seit der Machtergreifung von Paul Muad’dib vergangen. Doch leider hat der neue Herrscher kein goldenes Reich erschaffen. Pauls Fremenlegionen bringen im Rahmen seines (ihres) Djihad – des Heiligen Krieges – eine neue Religion auf alle Planeten des Universums, die zur Basis seiner Macht wird und sich schließlich verselbständigt. Paul selbst ist ihr Gott und Heilsbringer. Die Priester des Qizarat beherrschen jetzt die Völker, richten und regieren in Pauls Namen. Paul selbst erkennt, dass er diesen Krieg nie wollte und dass die Völker des Universums von ihm und seinen Priestern in eine fanatische, religiöse Finsternis geworfen wurden. Paul Muad’dib herrscht in absolutem Despotismus, Ketzer werden verfolgt, gejagt und hingerichtet. Er selbst sieht sich in einer Linie mit Eroberern wie Dschinghis-Khan und Hitler. Doch mittlerweile ist er nicht mehr in der Lage, diesen „Zug“ anzuhalten. Im Grunde ist er nicht mehr als eine mächtige Marionette und die Religion nicht mehr als eine leere Hülle.
Und so mehrt sich die Zahl seiner Feinde. Zum einen die Bene Gesserit, die in dem Produkt ihres Zuchtprogramms einen Menschen sehen, den sie nicht mehr unter Kontrolle haben. Zum anderen die Melange-abhängigen Navigatoren der Gilde, die ahnen, daß eine Gefahr auf sie zukommt, die sie aber noch nicht einordnen können. Drittens die Tleilax, denen Pauls Macht ein Dorn im Auge ist, deren eigene Macht aber nur angedeutet wird. Und schließlich Pauls Frau Irulan, die ihren Mann liebt, aber in dessen Augen nicht mehr hat als eine Vernunftehe. Aber auch ein Teil der Fremen, der den Preis für den Krieg zahlt und erkannt hat, daß die eigene Kultur dem Untergang geweiht hat, beginnt, sich gegen den Mahdi zu erheben.

Das Buch ist faszinierend zu lesen – Herbert schildert etwas, das in der Literatur sehr selten ist: die Demontage eines Messias, dessen Aufstieg der Autor in Band 1 der Serie noch detailliert geschildert hat. Der Inhalt ist sehr gut und unterhaltsam zu lesen, die philosophischen Anteile sind jedoch herausfordernd und regen zum Nachdenken an. „Der Herr des Wüstenplaneten“ ist beinahe noch packender als Teil 1, der dadurch, daß er die Grundlage der 6-bändigen Serie legen mußte, teilweise Längen hatte.

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