Veröffentlicht in Belletristik

Herbert W. Franke: Der Orchideenkäfig

Don, Al und Katja erkunden einen fremden Planeten, der viele Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Im Wettstreit mit einer anderen Expeditionsgruppe um Anführer Jak versuchen sie, die in den Ruinen einer scheinbar toten Stadt vermuteten Überreste intelligenten Lebens zuerst zu entdecken. Doch Planet und Stadt sind alles andere als gewöhnlich. Es gibt keine Tiere, keine Vögel, keine Insekten, nicht einmal Mikroben,wie Al herausfindet – alles ist vollkommen steril. Darüber hinaus ist die Stadt durch ein Kraftfeld vor Kometeneinschlägen geschützt, die sie in der Vergangenheit offenbar schon mehr als einmal zerstört haben. Schritt für Schritt dringen Don und die anderen ein – in den äußeren Ring mit den Bauwerken einer ultramodernen Technik, in die halbverfallene mittelalterliche Innenstadt und schließlich in das geheimnisumwitterte Zentrum. Dabei stoßen sie auf im Grunde unsichtbare Transportmittel und Zugänge zu den Häusern, virtuelle Hindernisse, dreidimensionale Reproduktionen von mittelalterlich anmutenden Ritterturnieren, ein äußerst verwirrendes Transportsystem und Felsen aus Plastik.
Doch die Gruppe um Don findet nicht den geringsten Hinweis darauf, was mit den Bewohnern des Planeten geschehen ist. Ihre Expedition wird jäh unterbrochen, als sie von der Konkurrenz unter Beschuss genommen und getötet werden. Oder doch nicht: Sie erwachen Stunden (?) später ein zweites Mal auf dem Planeten und setzen ihre Forschungen fort. Im Zentrum der Stadt stoßen sie schließlich auf Jaks Gruppe, die unter einer riesigen Metallplatte den Schlüssel zum Geheimnis der Stadt vermutet. Doch als es ihnen nicht gelingt, die Platte zu öffnen, versuchen sie, mit Hilfe einer Atombombe weiterzukommen.
Stunden später erwachen mit Al und René (einem Mitglied von Jaks Gruppe) die letzten beiden „Überlebenden“ erneut auf dem Planeten …

Es ist schwer, etwas über den 1961 veröffentlichten Roman „Der Orchideenkäfig“ zu sagen (bzw. den Titel des Buches zu erklären), ohne auch gleichzeitig die „Auflösung“ der Geschichte zu verraten. Der kurze Roman ist sicher nicht der Höhepunkt der Erzählkunst – dazu sind die Sprache zu lapidar und schnörkellos und die Figuren zu stereotypisch. Aber dennoch gelingt es dem Österreicher Franke in seinem sehr gesellschaftskritischen Buch, das Bild einer möglichen Zukunft zu zeichnen, die gleichzeitig realistisch und erschreckend ist. An dieser Stelle nur soviel: Es geht darum, wohin die Evolution des Menschen im Zeitalter einer immer stärker florierenden Unterhaltungsindustrie gehen könnte – während er sich gleichzeitig immer stärker auf die Unterstützung von Maschinen verlässt. Science Fiction auf höchstem Niveau!

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Ein Kommentar zu „Herbert W. Franke: Der Orchideenkäfig

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