Veröffentlicht in Belletristik

P. N. Elrod: Der endlose Tod (Band 2)

Der zweite Teil der vierbändigen Saga um den Gentleman-Vampir Jonathan Barrett schließt direkt an die Ereignisse von „Der rote Tod“ an.

Jonathans psychopathische Mutter führt sich noch immer wie ein Despot auf, sein Vater erträgt dies geduldig (und mit Hilfe seiner Geliebten), und seine geliebte Schwester Elisabeth kann ihre Wut über das Verhalten der Mutter kaum bändigen. Doch da kommt erneut Ablenkung in den Haushalt der wohlhabenden Familie. Die Wirren des amerikanischen Freiheitskrieges gegen England zwingen ihre Kusine Anne zur Flucht aus Philadelphia, und mit ihr kommen der englische Lord James Norwood und seine Schwester Caroline ins Haus der königstreuen Barretts aufs Land. Hals über Kopf verliebt sich Elisabeth in den attraktiven Adligen. Und dieser scheint ebenfalls von der jungen Frau angetan.

Bahnt sich im Haus auch eine unerwartete Romanze an, draußen herrscht noch immer Krieg. Soldaten – darunter deutsche Söldner – haben sich auf dem Grund der Barretts eingenistet, und feindliche Plünderer kommen immer öfters über die Grenze, überfallen gar Barretts Nachbarin Mrs. Montagu, die Geliebte von Jonathans Vater. Der junge Vampir, der langsam seine unterschiedlichen neuen Fähigkeiten und das Ausmaß seiner Kräfte kennen lernt, hat alle Hände voll zu tun, um mit diesen Gefahren fertig zu werden und seine Familie zu schützen. Erschwert wird sein neues Un-Leben dadurch, daß er aus England immer noch keine Antwort auf seine Briefe an Nora Jones erhalten hat. Schließlich muß er eine Entscheidung fällen …

Und dann wird bei einer Teeparty ein Giftanschlag auf seinen Vater verübt, aller Wahrscheinlichkeit nach von jemandem aus dem Haus. Der Verdacht fällt sogleich auf Mrs. Barrett, die offenbar Kenntnis von der Affäre ihres Mannes bekommen hat. Doch nach einiger Zeit erkennt Jonathan, daß die Gefahr von einer anderen Seite droht.

„Der endlose Tod“ ist kurzweilige historisch angehauchte Vampir-Fantasy, die zu keiner Zeit langweilig wird oder oberflächlich wirkt. Die Autorin P. N. Elrod legt im zweiten Band der Serie beinahe noch mehr Wert auf die Entwicklung Barretts zum Vampir, seine Gefühle und Ängste, mit anderen Worten: auf die Charakterentwicklung der Hauptfigur. Verstärkt bemüht sich die Autorin jedoch endlich um die Beschreibung von Kleidung oder Gebäuden und Umgebungen und man kann sich lebhaft vorstellen, wie die Gebräuche und Sitten um 1776 in Amerika waren. Im Grunde handelt es sich beinahe noch mehr um einen Historien- als um einen Vampirroman.

Barrett fällt in die Kategorie der „positiven“ sensiblen Vampire, wie man sie auch bei Anne Rice findet, die im Grunde zu sehr an ihrer Menschlichkeit hängen, als daß sie ihre „Nahrungsquelle“ verletzen wollen. Die Beschreibung der Orte und Ereignisse kommt meiner Ansicht dabei ein bißchen zu kurz und fällt leider nicht ganz so plastisch aus. Selten bemüht sich die Autorin um die Beschreibung Auch die Geringschätzung, mit der die Engländer ihrer amerikanischen Kolonie gegenüberstehen, und der „Patriotismus“ der Kolonialisten wird sehr schön herausgearbeitet, so daß die Unabhängigkeitsbestrebungen für den Leser um so verständlicher werden. Auch dieser Band endet wieder mit einem Cliffhanger, der Lust auf die Fortsetzung macht.

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