Veröffentlicht in Belletristik

A. Lee Martinez: Diner des Grauens

Willkommen in Gil’s all night diner des Grauens, einem schäbigen Imbiss im verschlafenen Wüstennest Rockford irgendwo am Ende der Welt. Hierher verschlägt es die beiden Kumpels Earl und Duke mit ihrem uralten Pick-up. Eigentlich wollen sie nur einen Happen essen. Doch Loretta, die fette Imbissbesitzerin, bietet ihnen hundert Dollar, wenn sie nicht nur ihre Gasleitung flicken, sondern sich auch ihres Zombieproblems annehmen. Und weil Earl ein Vampir und Duke ein Werwolf ist und beide knapp bei Kasse sind, nehmen sie diesen Job an.
Doch die Zombiekühe und die Friedhofswächter, mit denen sie es zu tun bekommen, sind nur die Spitze des Eisbergs. Denn auch ein Vampir kann sich unsterblich verlieben. Und eine mysteriöse Sekte setzt offenbar alles daran, uralte Götter wieder zum Leben zu erwecken. Doch was hat das alles mit dem Diner zu tun?

A. Lee Martinez wird in der Werbung als Mischung aus Douglas Adams und Terry Pratchett gefeiert. Tja, schlecht ist seine Story nicht, die Ideen sind ganz ordentlich, die Sprache witzig – aber er ist meilenweit von Adams‘ abstrusen Ideen und Neuschöpfungen entfernt und kann Pratchetts Umgang mit der Sprache und seiner Fähigkeit, allein durch Worte die wahnwitzigsten Bilder zu malen, nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen. Das Buch liest sich durchaus flüssig, aber Martinez‘ Story ist einfach zu konventionell: Eine „Priesterin“ will ein uraltes Portal öffnen, um uralte Götter wieder den Zugang zu dieser Welt zu ermöglichen und das Ende der Realität, wie wir sie kennen, herbeizuführen. Hammer alles schon mal gelesen …
Es kommt auch keine richtige Spannung auf, weil man als Leser sofort darüber informiert wird, wer die „Gegenseite“ ist und was sie wann plant, und auch auf überraschende Wendungen wartet man vergebens. Das Ganze ist sehr dialoglastig, es fehlen Beschreibungen (und dass die Imbissbesitzerin fett ist, hatte ich auch nach den ersten fünf Erwähnungen verstanden), und die Figuren sind ausnahmeslos stereotyp.
Fazit: Ein nettes Buch „für zwischendurch“, aber wer etwas richtig Witziges lesen möchte, sollte direkt zu Pratchett oder Christopher Moore greifen. Und gute Horrorstorys mit Werwölfen und Vampiren gibt es wie Sand am Meer.

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