Veröffentlicht in Belletristik

Val McDermid: Schlussblende (Tony-Hill-Serie Band 2)

Shaz Bowman ist Mitglied eines Elite-Polizeiteams, das im Rahmen einer Übungsaufgabe herausbekommen soll, ob das Verschwinden von 30 Mädchen in einem Zeitraum von 12 Jahren auf einen Serientäter zurückzuführen ist. Für Tony, den Leiter des Profiler-Teams ist dies tatsächlich nur eine Übungsaufgabe, nicht aber für die ehrgeizige Shaz. Im Gegensatz zu ihren Teamkollegen und zu deren Amüsement findet diese tatsächlich eine Spur. Doch als sie weiterforscht, den Verdächtigtgen aufsucht und ihn ohne das Wissen der anderen Profiler mit ihren Erkenntnissen konfrontiert, ermordet dieser auch sie auf brutale Weise. Für den Polizeipsychologen Tony Hill und die anderen Mitglieder des Profiler-Teams beginnt ein persönlicher Rachefeldzug, bei dem sie sich auch gegen die Polizei selbst durchsetzen muss, die einfach nicht glauben kann, dass der Verdächtigte auch wirklich der Mörder ist.
In einer Parallelhandlung wird auch Carol Jordan mit persönlichem Versagen konfrontiert: Ein Mitglied ihres Teams wird bei der Aufklärung einer Serienbrandstiftung vom Täter getötet – während Carol damit beschäftigt war, Tony bei seinen Nachforschungen zu unterstützen, und ein anderes Mitglied ihres Teams seine Aufgaben vernachlässigt hat, um in eine Kneipe zu gehen …

„Schlussblende“ ist der zweite Teil der Romanserie um den Profiler Tony Hill und die Polizeibeamtin Carol Jordan (Band 1: „Das Lied der Sirenen“). Vor allem zwei Aspekte tragen dazu bei, dass der Lesespaß an diesem Buch nicht so groß ist wie beim ersten:
1. Nahezu von Beginn an ist dem Leser bekannt, wer der Mörder ist – was zu verschmerzen wäre, wenn dies nicht auch schon in dem U4-Text des Buches schon verraten würde. Das öffnet jedoch der Autorin gleichzeitig die Möglichkeit, Psyche und Vorgehensweise des Täters genau zu durchleuchten, was ungewöhnlich, aber faszinierend ist.
2. Die Autorin schildert die Ereignisse aus unzähligen Perspektiven – der von Tony Hill, Carol Jordan, Shaz Bowman, deren Kameraden, dem Täter und seiner Ehefrau, zwei späteren Mordopfern … Das erschwert es dem Leser, der Geschichte/den Geschichten zu folgen; im Gegenteil, er wird immer wieder aus dem Lesefluss herausgeholt. Auch die Parallelhandlung um Carol Jordans neuen Job ist im Grunde überflüssig. Augenscheinlich dient sie nur dazu, die Figur der Polizeibeamtin zu „entzaubern“.
Trotz dieser Kritikpunkte ist das Buch sehr gelungen, ab einem bestimmten Punkt der Handlung (als die Erzählstränge verstärkt zusammenlaufen) auch sehr flüssig geschrieben und stellenweise richtig spannend. Positiv – wie auch bei Band 1 – wieder die präzise gezeichneten Charaktere und die detaillierte Darstellung der Polizeiarbeit.

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