Veröffentlicht in Belletristik

Kathy Reichs: Mit Haut und Haar (Band 6)

Die Koffer sind schon gepackt und ihr erster Urlaub seit Jahren steht endlich vor der Tür. Temperance Brennan kann es kaum erwarten, zusammen mit ihrem Kollegen und Vielleicht-Freund Ryan der drückenden Hitze in Charlotte, North Carolina, und ihrer Arbeit als forensische Anthropologin für ein paar Tage zu entfliehen. Doch daraus soll nichts werden.
Als sie gemeinsam mit ihrer Tochter Katy an einem Barbeque bei einem abgelegenen Farmhaus teilnimmt, spürt ihr Hund Boyd einen Plastikbeutel auf, dessen Inhalt als Bärenknochen identifiziert werden. Wer könnte Interesse am Abschlachten dieser Tiere haben? Wer auch immer die Täter sind, sie haben offenbar auch ein Menschenleben auf dem Gewissen, denn auf em verlassenen Grundstück wird eine Leiche gefunden, der Kopf und Hände abgetrennt wurden.
Tempe ist besorgt. Der neue Freund ihrer Tochter Katy ist Park-Ranger und verhält sich höchst verdächtig. Hat Katy sich etwa in einen Verbrecher verliebt?
Dann überschlagen sich die Ereignisse. Der Abstürz einer kleinen Cessna, deren tote Insassen mit einer geheimnisvollen Substanz bedeckt sind, gibt neue Rätsel auf. Und dann sieht es auch ganz so aus, als gäbe es Verbindungen zwischen beiden Verbrechen. Nach und nach trägt die Wissenschaftlerin die schrecklichen Teile eines mörderischen Puzzles zusammen – und vergisst dabei fast, ihre eigene Haut zu retten …

„Mit Haut und Haar“ ist der sechste Roman in der Serie um die forensische Anthropologin Temperance Brennan und wieder eine gute Mischung aus wissenschaftlichem Roman und spannungsgeladenem Krimi. Die Autorin besitzt einen sehr guten, interessanten und unterhaltenden Schreibstil sowie einen etwas trockenen Humor, durch den sie den Leser rasch in ihren Bann zieht, sodass dieser das Buch dann einfach nicht mehr aus der Hand legen kann und will.
Positiv fällt auf, dass man in diesem Roman sehr viel über Artenschutz erfährt, ohne dass man das Gefühl hat, angepredigt zu werden.
Negativ fiel jedoch auf, dass es doch etwas an den Haaren herbeigezogen und sehr konstruiert ist, dass die beiden geschilderten Fälle zusammenhängen (im Grunde sind es sogar drei Fälle). Darüber hinaus wurde das Ganze dann durch all die involvierten Verbrecher und Mittäter dann doch etwas verwirrend.
Noch etwas Kritik an Autorin und Übersetzer: Auf Seite 44 heißt es: „Boyd hätte auch Auschwitz geliebt, wenn man ihm dort zu fressen gegeben hätte.“ Erstgenannter ist ein Hund, Auschwitz war ein Konzentrationslager – diese beiden Begriffen in einen solchen Satz zu verpacken, ist in Anbetracht der deutschen Geschichte äußerst geschmacklos. Eine Wissenschaftlern wie Reichs hätte dies wissen sollen, aber spätestens vom Übersetzer bzw. dem verantwortlichen Lektor hätte ich erwartet, dass er an dieser Stelle gewisse Bearbeitungen vornimmt.

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