Veröffentlicht in Belletristik

Madeleine Urban/Abigail Roux: Cut & Run (Band 1)

Die FBI Special Agents Ty Grady und Zane Garretts werden zum ersten Mal als Team nach New York geschickt, um einem Serienmörder das Handwerk zu legen. Das Besondere an diesem Killer: Er bringt seit Monaten scheinbar wahllos Menschen um und offenbar hat er auch keinen bestimmten Modus Operandi – die Tötungsarten sind so unterschiedlich wie die Opfer selbst. Doch dann begeht er einen Fehler: Er killt zwei FBI-Agents, die auf ihn angesetzt waren, und so hat er nun auch die besondere Aufmerksamkeit der Agency.
Als sie in New York ankommen, wissen Ty und Zane nicht, wem sie vertrauen können, da der Killer ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Rasch kommen sie zu dem Schluss, dass der Täter aufgrund seines Insiderwissens entweder ebenfalls ein FBI-Agent oder zumindest ein Polizeibeamter des NYPD ist. Und ebenso rasch merken sie, dass er von ihrer Anwesenheit Kenntnis hat und nun seinerseits Jagd auf sie macht.
Ganz zu schweigen davon, dass die beiden gegensätzlichen Männer auch nicht miteinander auskommen und jeder noch mit seinen eigenen Schatten der Vergangenheit zu kämpfen hat. Und mit der Tatsache, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen.

„Cut & Run“ ist Band 1 der bislang aus 7 Bänden (Stand: 31. August 2013) bestehenden Reihe um die FBI-Agents Tyler Grady und Zane Garrett und gehört zu der relativ jungen Gattung der Gay-Thriller – gut geschriebene, action- und temporeiche Romane mit schwulen Protagonisten und einschlägigen Liebesszenen, die aber in diesem Fall sehr einfühlsam und alles andere als reißerisch und „billig“ geschildert werden.
Positiv fällt auf, dass die Charaktere der beiden Protagonisten gut und glaubwürdig gezeichnet sind und dass diese „Tiefe“ haben, was ihrem Verhalten und ihrem Handeln Glaubwürdigkeit verleiht. Die Anziehung der beiden zueinander ist nachvollziehbar und wirkt ebenfalls „logisch“ und nicht aufgesetzt. Hinzu kommt, dass charakterliche Defizite oder psychologische Probleme endlich einmal nicht am Ende eines Romanes ein für alle Mal geklärt sind. Was deutlich eher den realen Erfahrungen des Lesers entspricht.
Auch den eigentlichen Ereignissen um den Serienkiller liegt ein sehr kreatives Konzept zugrunde. Dennoch hätte ich mir (gerade aufgrund dieser wirklich kreativen Idee) gewünscht, dass die Autorinnen ihnen mehr Aufmerksamkeit schenken – und dass sie ihr Augenmerk nicht nur auf die Hauptfiguren richten. Mit Ausnahme der letzten Morde erfährt man immer nur, dass und wie jemand ermordet wird, aber eine etwas detailliertere Beschreibung der Ereignisse, des Mörders bzw. seiner Beweggründe hätten dem Roman definitiv gutgetan (und sie hätten den Creepy-Factor erhöht). Dennoch ist die Story deutlich durchdachter, als man dies von anderen Schwulenromanen kennt. Es gibt überhaupt eine nachvollziehbare Handlung, und diese dient nicht bloß dazu, die Protagonisten bei möglichst graphisch geschilderten Liebesszenen zu zeigen.
Fazit: Wer schwule Liebesromane mag sowie Thriller, ist mit „Cut & Run“ gut bedient. Wer bloß eine oberflächliche Liebesgeschichte mit graphischen Schilderungen sucht, sollte zu etwas anderem greifen; davon gibt es ja genug. 🙂

PS: Seit dem 26. August ist das Buch unter dem Titel „Auf und davon“ auch endlich auf Deutsch erhältlich (kindle)!

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