Veröffentlicht in Belletristik

J. R. Ward: Lover Awakened (Black Dagger #3)

1802: Zsadist, der als Kind aus seiner Familie entführt wurde und seither ein Sklave ist, steht seine Verwandlung zum Vampir bevor. Daraufhin wird er ein sogenannter Blutsklave für eine adlige Dame, die ihn die nächsten hundert Jahre lang einsperrt, ankettet und zu ihrem Vergnügen und dem ihrer Gäste missbraucht. Erst dann gelingt es seinem Zwillingsbruder Phury, ihn zu finden und zu befreien. Doch beide müssen einen Preis für die Rettungsaktion zahlen: Zsadist trägt (nicht nur) im Gesicht deutliche Narben davon, Phury muss einen seiner Unterschenkel entfernen, um sich und seinen Bruder aus einer misslichen Lage zu befreien.
Viele Jahre später sind beide Mitglieder der Black-Dagger-Bruderschaft. Doch obwohl viel Zeit vergangen ist, heilen Zs seelische Wunden nicht, und er ist wohl der düsterste Krieger unter den Brüdern. Erst als er die schöne Aristokratin Bella trifft, die sich zu ihm hingezogen fühlt, erwacht in Zsadist plötzlich wieder ein Gefühl, das er längst für begraben hielt: Hoffnung. Doch auch sein Zwilling Phury, der in einem selbstauferlegten Zölibat lebt, zeigt Interesse an Bella, und aus Zuneigung zu seinem Bruder und aus einem Gefühl der Minderwertigkeit heraus ist Zsadist bereit, auf die junge Frau zu verzichten.
Doch dann wird die junge Vampirin von der Gesellschaft der Lesser entführt – und Zsadist ist bereit, alles zu tun, um sie zu retten. Nach ihrer Befreiung ist er der Einzige, der verstehen kann, wie man sich fühlt, wenn man gegen seinen Willen festgehalten und misshandelt wurde. Doch um Bella zu helfen, muss auch er sich mit seiner Vergangenheit aussöhnen …

„Lover Awakened“ ist Band 3 der Black-Dagger-Reihe der amerikanischen Autorin J. R. Ward, die sich (nicht nur) in Deutschland sehr großer Beliebtheit erfreut. Da Zsadist schon in den Vorgängerbänden der komplexeste und (aufgrund seiner inneren und äußeren Narben) interessanteste Bruder zu sein schien, habe ich neugierig auf diese Fortsetzung gewartet. Und die Autorin hat mich nicht enttäuscht. Auch diese dritte Geschichte ist gut und spannend geschrieben, die Charaktere gut gezeichnet, eine (große) Portion Erotik gibt es auch. Aber das wichtigste Thema ist sicher die Verarbeitung eines unendlich lange währenden Missbrauchs auf Zsadists Seite und die seelische Misshandlung Bellas (die mit ihrem Entführer ein „Spiel“ spielen musste, um zu überleben) auf der anderen Seite. Und dieses Thema behandelt die Autorin sehr einfühlsam und alles andere als oberflächlich, wie man es u. U. in einem vampirischen Beißerroman erwarten könnte. Auch die schwierige Beziehung zwischen den beiden Brüdern, die durch tiefe Liebe und Opferbereitschaft gekennzeichnet ist, wird unglaublich einfühlsam beschrieben.
Dennoch gibt es auch in diesem Band wieder einen neuen Punkt für meine „Die Stereotype eines Vampirromans“-Liste (bisherige Liste nachzulesen hier):

– Selbst wenn der Vampir körperlich nicht vollkommen schön sein sollte, wird er das Herz der bestaussehenden weiblichen Figur des Romans erobern, und zwar weil er ihr latentes Helfersyndrom anspricht.

Fazit: „Lover Awakened“ ist das richtige Buch für Vampirroman-Fans, die die Mischung aus Erotik und Spannung/Action lieben.

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