Veröffentlicht in Belletristik

Kai Meyer: Arkadien brennt (Arkadien 2)

Menschen, die sich in Tiere verwandeln. Blutfehden zwischen Mafiaclans. Die verbotene Liebe zu Alessandro … Rosa, die nach dem Tod ihrer Tante Florinda mittlerweile Kopf des Alcantara-Clans ist, braucht dringend Abstand zu den Ereignissen auf Sizilien. Auf den Spuren ihres alten Lebens und der schrecklichen Nacht, in der sie vergewaltigt wurde, reist sie zurück nach New York. Aber auch dort kommt sie nicht zur Ruhe. Die mächtigen Stellvertreter der amerikanischen Clans erwarten sie nämlich bereits. Dann stößt Rosa auf beunruhigende Details über ihre Vergangenheit. Und über ihren toten Vater, der vielleicht gar nicht tot ist oder zumindest mit Menschen zusammengearbeitet hat, die Jagd auf die Gestaltwandler machen – der TABULA. Während es zunächst so aussieht, als sei auch ihr geliebter Alessandro in die Machenschaften involviert, stellt sich dieser Verdacht bald als Irrtum heraus. Doch die Versuche der beiden, hinter die Geheimnisse von TABULA zu kommen, sind von Rückschlägen geprägt.
Dass Rosa darüber hinaus die Verwandlung immer noch nicht steuern kann, kommt noch hinzu, da es das Liebesleben mit Alessandro erheblich verkompliziert.
Und dann kommt der Tag, an dem das Palazzo der Alcantara angegriffen wird, da der (noch) im Gefängnis sitzende Oberpate der italienischen Clans vermutet, dass die Familie ihn vor Jahren an die Polizei verraten hat …

„Arkadien brennt“ ist Band 2 in der äußerst erfolgreichen Arkadien-Saga des deutschen Autors Kai Meyer, und ich muss sagen, dass das Buch mich stärker gefesselt hat als „Arkadien erwacht“ (Band 1), von dem ich persönlich sehr enttäuscht war. Nachdem die relevanten Figuren eingeführt sind und die beiden Hauptfiguren sich nun in einer mächtigen Position befinden, verdichtet sich die Handlung im zweiten Band und die Themen sind auch etwas „erwachsener“: Es geht um die komplizierte Liebe zwischen zwei so unterschiedlichen Gestaltwandlern, es geht um Vergewaltigung, Abtreibung, Rache und Verschwörung, Liebe und Loyalität.

Dem Autoren – der einen wirklich angenehmen Schreibstil hat – gelingt es, den Akteuren neue Facetten zu verleihen, um den Figuren Leben einzuhauchen und sie zu glaubwürdigen Charakteren zu machen. Das Buch wird dennoch sicher nie zu meinen Lieblingsbüchern zählen, da ich keine wirkliche Sympathie mit den handelnden Figuren empfinden kann bzw. trotz all der Dramatik innerlich distanziert bleibe (was mir selten passiert). So lese ich zwar von einer unmöglichen Liebesgeschichte, leide aber nicht wirklich mit. Vielleicht liegt es daran, dass Alessandro in meinen Augen doch recht blass bleibt und ich Rosa so manches Mal ausgesprochen nervig fand. Vielleicht habe ich zu oft gedacht: „Get a grip! Krieg dich wieder ein!“ Ja, ich weiß jetzt (nach der tausendsten Erwähnung vonseiten des Autors), dass sie ein rebellischer Teenager mit einem Hang zu unmöglicher Kleidung ist, dass sie ihre Verfolger/Leibwächter immer wieder abschüttelt und sich in ihrem Palazzo nicht wohlfühlt … Auch wurde ich das Gefühl nicht los, dass Personen, die in Teil 1 eingeführt wurden und die Handlung voranbrachten, in diesem Band plötzlich nur eine Nebenrolle spielen, weil der Autor nichts mit ihnen anzufangen wusste: Was ist plötzlich mit Iole los? Was mit dem Fundling, der nicht aus dem Koma erwachen darf?

Was die Handlung selbst betrifft, so nimmt die Spannung in diesem Buch zu – und wird vom Autoren so faszinierend und packend geschildert, dass ich das Buch trotz mangelndem Interesse nicht aus der Hand gelegt habe: Werden Rosa und Alessandro der TABULA auf die Spur kommen? Wie wird sich Rosa als Clanchefin einleben? Wem kann sie trauen? Wie soll sie sich gegen ihre Widersacher zur Wehr setzen? Rätsel über Rätsel, und so sind am Ende des Buches viele Fragen noch nicht erklärt und neue wurden angerissen. Und so dürfen sich Fans auf weitere Fortsetzungen freuen (es soll wohl keine Trilogie werden).

Mein persönliches Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht (ja, nach einem Blick auf die Amazon-Rezis bin ich mir bewusst, dass ich mit dieser Meinung so ziemlich alleine dastehe).

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