Veröffentlicht in Belletristik

Sophie Page: Wie man einen Prinzen heiratet.

Bella Greenwood ist eigentlich ein ganz normales Mädchen mit einem ganz normalen Leben – hübsch, klug und behütet aufgewachsen. Aber eben bürgerlich. Als sie nach einem turbulenten einjährigen Auslandsaufenthalt, den sie einem nun Verflossenen zu verdanken hat, ohne Geld, dafür mit umso mehr Liebekummer im Gepäck in die englische Heimat zurückkommt, hat sie von Männern vorerst die Nase voll. Da ihre Eltern das Haus übers Wochenende voller Gäste (und auch ihr Zimmer belegt) haben und sie auch sonst nicht gerade mit offenen Armen empfangen, schlüpft sie bei ihrer Freundin Lottie unter, einer PR-Beraterin.
Doch dann kommt die Nacht, die alles verändert: Als Lottie sie auf eine angesagte Party mitschleppt, begegnet sie dort dem attraktiven Richard, verliert erst ihr Handy und dann ihr Herz. Doch Bella ahnt nicht, in wen sie sich da Hals über Kopf verliebt hat. Aus der Boulevardpresse erfährt sie nämlich, dass Richard kein Geringerer ist als der zukünftige Thronfolger.
Eine Romanze mit Hindernissen nimmt ihren Anfang. Denn Bella ist weder darauf vorbereitet, den künftigen König zu daten, noch auf ein Leben, in dem sie sich nicht nur mit lästigen Paparazzi, sondern auch mit den Hütern britischer Palastetikette herumschlagen muss. Und sie muss sich fragen, ob sie jemals in Richards Welt zuhause sein könnte.

Ich weiß gar nicht, wie das passieren konnte: Da mache ich einen großen Bogen um die royale Hochzeit des Jahres und lese gleichzeitig ein Buch mit dem Titel „Wie man einen Prinzen heiratet“. Nun, hohe Literatur hat Sophie Page mit ihrem Buch zweifellos nicht erschaffen. Die Charakterzeichnung der Hauptfiguren bleibt relativ oberflächlich und in die Welt der Gefühle taucht die Autorin nur mit der Fußspitze ein. Bella lässt uns nur selten an tiefergehenden Emotionen teilhaben, und so manches Mal habe ich daran gezweifelt, dass sie überhaupt welche besitzt. Richard dient nur einer Funktion: Er ist im wahrsten Sinne der Prinz, der am Ende sein Aschenpuddel bekommt. Im Grunde besteht die Story lediglich aus einer Aneinanderreihung von Episoden, Fettnäpfchen und Klamottenbeschreibungen.
Warum habe ich das Buch dann trotzdem verschlungen? Nun, sicher nicht, weil alle kleinen Mädchen davon träumen, einen Prinzen zu heiraten. Die große Stärke von Sophie Page ist ihr Humor. Es gibt wenige Bücher, die mich zu Heiterkeitsausbrüchen verleitet haben, aber dieser Roman gehört definitiv dazu. Die Autorin hat mit Bella eine Heldin geschaffen, die wirklich lebensecht daherkommt: Sie ist naiv und gleichzeitig abgeklärt, hat ihr Mundwerk nicht im Griff und findet doch die richtigen Worte, um den Prinzen zu erobern, sie ist selbstbezogen, gleichzeitig aber alles andere als egoistisch. Und sie schafft es, die Fettnäpfen nicht nur zu finden, sondern auch dort welche zu schaffen, wo keine in der Nähe sind.
Was mir ebenfalls gefiel: Viele zeitgenössische Romane lassen mich so detailliert an den Bettszenen teilhaben, dass ich Dinge erfahre, die ich gerne meiner Fantasie überlassen möchte. Hier hebt sich das Buch von Sophie Page wohltuend ab, denn solche Szenen werden bei ihr ausgeblendet.

Fazit: Ein netter, sehr unterhaltsamer Roman für den Sommerurlaub, der nicht schwer im Magen liegt. Aber ich bin froh, dass ich ihn nicht bezahlen musste. 🙂

Advertisements

4 Kommentare zu „Sophie Page: Wie man einen Prinzen heiratet.

  1. Mich hat der Roman auch angefixt und ich hoffe, dass gewisse Tauschbörsen ihn bald dabei haben. Das liegt einerseits an der Hochzeit, andererseits an meiner Lust auf etwas Zeitgenössisches. Muss ja nicht immer hohe Literatur sein, bisschen Unterhaltung, viel Witz, ich bin zufrieden. Scheint, als bekäme ich das alles hier. 🙂

    Gefällt mir

  2. Du kannst gerne meine Ausgabe haben, wenn Du willst. Ich bin bei TT und kann ihn gerne für Dich dort einstellen, wenn Du willst. Oder wir tauschen einfach so 1:1 gegen etwas Nettes von Dir, das ich schon immer mal lesen wollte. Was hältst Du davon?

    Gefällt mir

Hinterlasse einen Kommentar ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s