Veröffentlicht in Belletristik

Y. S. Lee: Skandal im Königshaus (Meisterspionin Mary Quinn #3)

London im Februar 1860: Meisterspionin Mary Quinn schlüpft in die Kleidung eines Dienstmädchens, um im Buckingham-Palast zu ermitteln. Dort verschwinden schon seit einer Weile immer wieder kleiner Zierrat und Nippes, und Mary soll herausfinden, wer dahintersteckt. Doch ihr eigentlicher Auftrag gerät bald ins Hintertreffen, als der Kronprinz in einen Skandal verwickelt wird, in dem auch ein alter Chinese eine tragende Rolle spielt, der einen Bekannten des Prinzen ermordet haben soll. Marys Vater?
Aber das ist noch längst nicht alles. Ein weiteres Verbrechen führt Mary in die Kanalisation unter dem Schloss und dort direkt in die Arme von James Easton.
Bald ist Mary persönlich so tief in die aufzuklärenden Fälle verstrickt, dass sie die größte Gefahr beinahe übersieht …

„Skandal im Königshaus“ ist der Abschlussband um die junge Meisterspionin Mary Quinn. Gleich zwei rote Fäden ziehen sich durch die Geschichte: Zum einen die Bekanntschaft mit dem jungen Ingenieur James Easton, den die Leserinnen ja bereits aus „Ein verhängnisvoller Auftrag“ und „Eine fast perfekte Tarnung“ kennen. Berichtete Band 1 davon, wie sich die beiden kennengelernt haben, ging es in Band 2 darum, ob sie die Beziehung vertiefen oder Opfer ihrer Vorurteile werden. In Band 3 wird sich nun zeigen, ob sie reif genug sind, um auch tatsächlich eine Beziehung einzugehen. Trotz all der gesellschaftlichen Probleme und Voreingenommenheiten – und der „Leichen“ im Keller von Marys Leben.
Der zweite rote Faden betrifft Marys Herkunft bzw. ihren Vater, den der Leser bislang nur als relativ idealisierten „Helden“ aus den Erinnerungen der jungen Frau kennt. In seinen Beschreibungen zeigt sich, dass Y. S. Lee eine wirklich gute Erzählerin ist, denn die Autorin holt den Vater von seinem Sockel und führt den Leser in die Untiefen der Opiumsucht – jedoch nicht, ohne dass man weiterhin gewisse Sympathien für den Laskaren empfindet. Nicht immer muss es in einem Roman in jeder Hinsicht eine Auflösung oder gar ein Happy End geben, und dieser Spagat gelingt Lee hervorragend.
Die eigentliche Krimihandlung macht auch viel Spaß – eine Verschwörung bis in die höchsten Adelskreise hinein, was mich tatsächlich an die „Sherlock Holmes“-Filme von Richie erinnert hat. Anschaulich beschreibt Lee darüber hinaus Königin Victoria und ihren Mann mitsamt den Kindern. Und dank der detaillierten Beschreibungen des Buchkingham-Palastes und der Aufgaben der Dienerschaft kann man sich wirklich sehr gut vorstellen, wie das Leben dort aussieht bzw. ausgesehen haben muss.

Mein Fazit: Die Trilogie um die Meisterspionin Mary Quinn bietet eine spannende Lektüre – ohne dass der romantische Part zu kurz kommt (oder zu detailliert beschrieben wird) – für Teens zwischen etwa 12 und 16 Jahren.

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