Veröffentlicht in Belletristik

Diana Gabaldon: Die Fackeln der Freiheit

England, April 1760: Lord John Grey hat ein Dilemma: Am liebsten würde er Jamie Fraser, der sein Dasein als Strafgefangener in Helwater fristet, nie wiedersehen. Doch seine Offiziersehre verpflichtet ihn, eine politische Intrige aufzuklären, bei deren Lösung ihm aufgrund seiner Beziehungen nur Fraser helfen kann. Ein Kamerad von Grey hat diesem kurz vor seinem Tod Beweise dafür zukommen lassen, dass ein Offizier namens Siverly während seiner Armeezeit in Kanada die Krone nicht nur um Geld betrogen hatte, sondern auch für Plünderungen und Morde verantwortlich war.
Doch auch Jamie Fraser steht vor einer schwierigen Entscheidung. Wenn er sich weigert, John Grey bei den Ermittlungen gegen ein Nest jakobitischer Verschwörer zu helfen, setzt er alles aufs Spiel, was er liebt. Ist er Grey jedoch zu Willen, geht er das Risiko ein, alte Kameraden zu verraten – alte Kameraden, die erneut an ihn herangetreten sind, um die englische Herrschaft in Schottland zu brechen.
Doch die Katastrophe von Culloden, bei der Jamie seine geliebte Claire verloren hat, wirft einen langen Schatten, und Jamie muss verhindern, dass sich die Jakobiten erneut erheben – und erneut dem Untergang entgegengehen. Unfreiwillig vereint, verfolgen der Offizier und der Rebell ein gemeinsames Ziel – und besinnen sich zögernd der Freundschaft, die sie einst verband.

„Die Fackeln der Freiheit“ ist der dritte Roman um den englischen Adligen Lord John Grey und ein Spin-off der Highlander-Romane der amerikanischen Schriftstellerin Diana Gabaldon, das zeitlich zwischen Band 2 und Band 3 der Highlander-Saga angesiedelt ist. Wenn man ein Jamie-und-Claire-Fan ist, dann bekommt der Leser neue Informationen über die Zeit nach der Schlacht in Culloden, die Jahre, in denen der Schotte als „Gefangener“ auf dem Gut Helwater lebt – und einen Sohn zeugt.
Die Geschichte ist gewohnt gut und flüssig erzählt. Gabaldon liebt Schachtelsätze und detaillierte Beschreibungen, was es dem Leser erleichtert, sich die Schauplätze und die handelnden Figuren bildlich vorzustellen.
Ich muss aber gestehen, dass mir persönlich die Lord-John-Romane mehr Freude bereiten als die Romane um Jamie und Claire (Asche auf mein Haupt …), da ich bei diesen immer das Gefühl hatte, dass Gabaldon sich in Nebensächlichkeiten verliert (ich war ja geneigt zu zählen, wie häufig in „Das flammende Kreuz“ erwähnt wird, dass Brianna ihren Sohn stillt …) oder auch noch die kleinste Information über das Amerika des 18. Jahrhunderts unterbringen will und unsere Helden auch noch der letzten historischen Persönlichkeit dieser Zeit begegnen. Die Lord-John-Romane schätze ich wegen ihrer Kürze (bei der Gabaldon wenig Gelegenheit für die Befriedung auch noch der letzten historischen Interessen hat), weil sie immer auch eine Kriminalhandlung beinhalten – und weil Lord John ein Homosexueller ist, etwas, das zu seiner Zeit noch ausgesprochen gefährlich ist (allerdings fährt Gabaldon im Vergleich zu den Vorgängerromanen mögliche Beschreibungen von „Akten“ noch weiter zurück – sprich: Sie sind praktisch nicht vorhanden). John Grey ist sicher keine allzu komplexe Figur, aber ich mag den Gentleman-Engländer, der (un)heimlich in Jamie verliebt ist, als Ehrenmann und Offizier gewisse Verpflichtungen hat und scheinbar Gott und die Welt kennt und dabei ständig irgendwelche Abenteuer erlebt.
Mein Fazit: Solide kurzweilige Unterhaltung, die Lust auf mehr macht. Und deutlich zu wenige Seiten hat.

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