Veröffentlicht in Belletristik

Gesa Schwartz: Grim 03 – Die Flamme der Nacht

schwartz_grim3Gargoyle Grim ist wieder einmal auf Patrouille in Paris, als ihm am Gare du Nord rätselhafte Nebel auffallen. Alle Menschen in diesem Bereich fallen in einen tiefen Schlaf – um kurz darauf auf mysteriöse Weise zu verschwinden. Mia und Grim versuchen, dem seltsamen Phänomen auf die Spur zu kommen. Und müssen schon bald feststellen, dass ein alter Feind sich aus seinem Gefängnis befreit hat und nun die Finsternis herbeiführen will.

Jetzt tue ich etwas, das ich hier noch nie getan habe: Ich schreibe ein paar Sätze zu einem Buch, das ich nicht fertig gelesen habe. Und ich weiß, dass jetzt viele empört reagieren werden, denn wie kann man es wagen, eine Rezi zu einem Buch zu schreiben, das man gar nicht gelesen hat?
Vorab: Ich wollte dieses Buch wirklich mögen. Die bisherigen Bände der Reihe habe ich gelesen, und obwohl es durchaus einige Dinge gab, die mir darin bereits etwas negativ auffielen, wollte ich einfach wissen, wie die Geschichte um Grim und Mia endet. Doch nachdem ich mich durch ein Viertel des Buches gequält hatte, habe ich es aufgegeben. Das Leben ist zu kurz, um Zeit mit Büchern zu verschwenden, bei denen es einfach nicht „funken“ will.
Wo soll ich anfangen? Vielleicht bei den Charakteren, etwas, das mich auch bei den Vorgängerbänden schon etwas geärgert hatte: Ich wurde mit Mia und Grim einfach nicht „warm“. Und dass die beiden ineinander verliebt sind, konnte ich als Leser einfach nicht nachvollziehen; es war nichts von der liebevollen Beziehung zu spüren. Die Autorin versteht es durchaus, bekannte oder weniger bekannte Mythen detailreich zu behandeln und exotische Charaktere einzuführen – aber es gelingt ihr imho einfach nicht, den Figuren wirklich Tiefe zu verleihen und wenigstens die beiden wichtigsten Figuren zum Leben zu erwecken. Im Grunde war es mir völlig gleichgültig, was aus den beiden wird. Ich kann die beschriebenen Emotionen als Leser einfach nicht nachempfinden; es bleibt beim reinen Kopfwissen um die Gefühle der Protagonisten.
Damit zusammen hängt auch mein zweiter Kritikpunkt: Mir kommt es streckenweise so vor, als würden ein Mythos nach dem anderen abgehandelt, als hetze die Autorin die handelnden Figuren von einem Kampf zum nächsten. Und diese Kämpfe laufen im Grunde immer nach dem gleichen Schema ab: Grim (oder Mia oder beide oder auch ihr kompletter Freundeskreis) gerät in eine Auseinandersetzung mit dem Big Bad (und seinen Minions), zieht dabei den Kürzen, doch der Bösewicht macht sich auf und davon, und Grim (und die übrigen) verfolgen ihn, und es kommt zur nächsten Auseinandersetzung … Das sorgt für eine gewisse Action, fühlt sich aber nicht rund an.
Aber was mich am meisten gestört hat: Wenn man aus diesem Buch alle Wörter streichen würde, die zur Familie „Licht“ bzw. „Dunkelheit“ gehören – also, ich würde schwören, das Buch hätte keine 800 Seiten, sondern höchstens 500. Ständig sprühen Funken, glimmt oder glüht oder etwas, ist eine Flamme zu sehen, entflammt etwas in schwarzer Glut, ist etwas in vollkommene Dunkelheit getaucht, liegt etwas in der Dämmerung oder pechschwarzer Finsternis … Ich fühlte mich davon irgendwann sehr genervt. Vor allem, als das dann noch einherging mit New-Age-y Dialogen und quasi-religiösen Begrifflichkeiten wie „die Macht der Ersten Stunde“ oder „die Feuer der Letzten Stunde“ (und das auf ein- und derselben Seite!).

Ach ja: Ein Personenverzeichnis inkl. einer Angabe, um welche Art Wesen es sich jeweils handelt, wäre gar nicht so schlecht gewesen …

Advertisements

Ein Kommentar zu „Gesa Schwartz: Grim 03 – Die Flamme der Nacht

Hinterlasse einen Kommentar ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s