Veröffentlicht in Belletristik

Natasha Boyd: Eversea (Eversea #1)

boyd everseaButler Cove, South Carolina: Als er erfährt, dass seine Filmparterin und gegenwärtige Freundin eine Affäre mit dem Regisseur hat, flüchtet sich der Filmstar Jack Eversea in das Ferienhaus eines Freundes in Butler Cove. Jack hofft, dort etwas zur Ruhe zu kommen und der Boulevardpresse zu entfliehen, für die die Affäre natürlich ein gefundenes Fressen ist. Auch ist er es mittlerweile müde, immer im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu stehen – und vor allem seinem Leben und seinem Beruf nicht länger so nachgehen zu können, wie es früher war.
Womit er nicht rechnet, ist, in dem verschlafenen Nest an der Küste Keri Ann Butler kennen (und lieben) zu lernen. Diese bestreitet ihren Lebensunterhalt als Kellerin in einem örtlichen Bar & Grill und versucht, das Haus zu retten, das seit vielen Generationen im Besitz ihrer Familie ist, jetzt aber in den Besitz der Kommune überzugehen droht. Dadurch ist es ihr nie gelungen, die Stadt zu verlassen und auf ein College für Angewandte Künste zu gehen. Auch ihren Traum, sich als Künstlerin einen Namen zu machen, musste sie auf Halde legen. Ihr Bruder ist alles, was ihr noch von ihrer Familie geblieben ist, dort dieser studiert Medizin und kann ihr nicht wirklich weiterhelfen. Einen Freund hatte sie ebenfalls noch nie – das hat sich einfach nie ergeben …
Als Jack Keri Ann trifft (die ein riesiger Fan ist, da er der Hauptdarsteller der Verfilmung ihrer Lieblingsromanreihe ist, dies aber nie zugeben würde), muss er zu seiner Überraschung feststellen, dass sie nicht gleich in Ohnmacht fällt oder ihm atemlos zu Füßen liegt. Im Gegenteil. Sie hat eine spitze Zunge, ist überaus witzig und behandelt ihn wie jeden anderen auch. Und da sie einen Deal mit ihm schließt, kommen die beiden sehr oft in Kontakt: Sie wird ihn heimlich mit Lebensmitteln und allem, was er braucht, versorgen, damit niemand von seiner Anwesenheit in Butler Cove erfährt. Im Gegenzug hilft er ihr bei der Renovierung ihres Hauses.
Und natürlich kommt es, wie es kommen muss … nicht nur in romantischer Hinsicht.

„Eversea“ ist der erste Band um den Filmschauspieler Jack Eversea und die Kleinstadtkellnerin Keri Ann Butler. Ich bin in der Kindle-Abteilung bei Amazon über die beiden Eversea-Romane der Amerikanerin Natasha Boyd gestolpert, da sie wunderschöne Cover haben, was dort im Bereich romantischer Literatur eher selten vorkommt (außer natürlich, es handelt sich um E-Books zu irgendwelchen bei namhaften Verlagen erschienen Erfolgen). Die Story selbst bietet nicht wirklich Überraschungen, sondern schildert ein modernes Aschenputtel: Der Märchenprinz ist in diesem Fall ein erfolgreicher Schauspieler, der wohl Robert Pattinson (daher auch die Beziehung zu seiner Filmpartnerin und deren Affäre mit einem Regisseur) und Johnny Depp nachempfunden ist; und unser Aschenputtel, das in Wirklichkeit natürlich wunderschön ist, ohne sich dessen bewusst zu sein, ist eine arme Kellerin, die heldenhaft das Familienerbe verteidigt. Und da moderne Frauen selbstbewusst sind, schmachtet sie ihn nicht offen an, sondern lässt ihn erst eine Weile zappeln. Andererseits ist sie aber noch unschuldig und damit genau das, was ein desillusionierter Schauspieler von Welt braucht. Im Grunde retten sich hier zwei Menschen gegenseitig: Er bekommt die bodenständige, „einfache“ Frau an die Seite, die seinem verwirrenden Alltag Halt gibt; sie findet den Märchenprinzen, der ihr Selbstbewusstsein und Mut verleiht. Bei all diesen Stereotypen sind die Charaktere aber fassettenreich genug, um glaubwürdig zu sein.
Darüber hinaus gibt es auch genügend weitere Figuren für eine nachvollziehbare, ernst zu nehmende Story. Die Dialoge sind flüssig geschrieben und weil die Chemie zwischen den Hauptfiguren sind, auch eine Freude zu lesen. Natürlich haben wir es hier „nur“ mit einer Lovestory zu tun – und wir wissen alle, wie die enden -, but who cares?! Das Buch will schlicht unterhalten, und das tut es auch. Genau das Richtige für den Strand …
Noch eine Warnung (das Folgende ist ein Halbspoiler, einfach die nächsten Worte markieren, wenn ihr sie lesen wollt): Die Geschichte endet mit einem fiesen Cliffhanger. Wie es mit Jack und Keri Ann weitergeht, kann man in „Forever Jack“ nachlesen.

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2 Kommentare zu „Natasha Boyd: Eversea (Eversea #1)

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