Veröffentlicht in Belletristik

Thomas Franke: Der Spiegel des Schöpfers

franke spiegel schoepferJedes Mal, wenn ein neues Buch von Thomas Franke erscheint und ich die Inhaltsangabe lese, frage ich mich: „Was ist denn das für eine Geschichte?!“ Dann fange ich an, darin zu lesen, und denke nur noch: „Was für eine Geschichte!!!“ Ich liebe es, wenn es einem Autor gelingt, mich mit neuen, ungewöhnlichen Ideen zu überraschen. Und Thomas Franke ist ein echter Künstler, was das angeht. Er schafft es wieder und wieder, in seinen Büchern die alte Botschaft, die mir so vertraut ist, auf eine Art und Weise zu vermitteln, dass ich überrascht bin, wie aktuell diese Botschaft heute noch ist und wie unterschiedlich man sie erzählen kann. Und so ging es mir auch bei „Der Spiegel des Schöpfers“.
Der Autor hat mich von Beginn an in die Geschichte hineingezogen. Und als unsere Helden dann erst einmal von der mysteriösen Geheimorganisation durch halb Deutschland verfolgt wurden, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich war irgendwann genauso außer Atem wie die Helden der Handlung. Als ich schließlich auf der letzten Seite angekommen war – und das Buch hat schließlich 576 Seiten –, dachte ich nur noch: „Was? Das war’s schon? Du kannst doch jetzt nicht aufhören! Ich will unbedingt wissen, was mit … passiert ist!“
Im Grunde hat die Geschichte mit Ari, Leonie und Ruben drei Hauptfiguren, die vielschichtig und lebensnah sind und alle auf ihre eigene Weise und mit ihren eigenen Überzeugungen und Werten Identifikationspotenzial für den Leser haben. Aber auch die Nebenfiguren sind nicht nur für die „Hintergrundmusik“ zuständig, sondern agieren glaubwürdig und nachvollziehbar, und selbst bei ihnen war es mir nicht gleichgültig, was aus ihnen wurde. Die geistlichen Gedanken fließen ganz natürlich in die Handlung ein, sodass man sich als Leser gemeinsam mit den Figuren auf diese Reise begibt und auch selbst eigene Ansichten überdenkt oder hinterfragt. Ich fühlte mich nicht angepredigt, wie das so manches Mal in christlichen Romanen der Fall ist.
Auch sprachlich ist das Buch, das sich nicht wirklich einem bestimmten Genre zuordnen lässt, ein echter Genuss. Dem Autor gelingt es mit spielerischer Leichtigkeit, Personen, Ereignisse und Orte lebendig werden zu lassen – und das Kopfkino funktioniert wunderbar. 🙂

Warum geht es? Leonie Brandstätter ist eine ehrgeizige junge Chirurgin, die von einer Verlobung kommt und zu viel Alkohol im Blut hat, als sie auf einer einsamen Landstraße einen jungen Mann anfährt. Einen nackten jungen Mann. Da sie Angst um ihren Job hat, wenn sie die Polizei ruft, nimmt sie ihr bewusstloses Unfallopfer mit nach Hause und versorgt es dort ärztlich. Rasch stellt sich aber heraus, dass der attraktive Ari in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich ist: Er ist nicht vertraut mit dem, was man tut oder wie man sich verhält. Er spricht eine unbekannte Sprache, lernt aber Deutsch enorm schnell. Seine Verletzungen sind schon am nächsten Morgen unerklärlich schnell verheilt.
Und er hat mächtige Feinde. Die klopfen nämlich bereits einen Tag später an Leonies Haustür, und schon beginnt die wirklich atemberaubende Flucht der beiden – zuerst durch ganz Berlin, dann nach Franken.
Aber wer ist hinter Ari her und wer ist er überhaupt? Die
Kinder des Leviathan sind ein Jahrtausende alter Geheimorden, die sich dem Bösen verschrieben haben und im Grunde Satan dienen. Für sie ist Ari der Schlüssel, um das Tor zum Paradies, zu einer Welt vor dem Sündenfall, wieder zu öffnen und auch dieses Paradies zu Fall zu bringen. Und Ari besitzt eben auch besondere Fähigkeiten, die man sich hier bei uns zunutze machen will.
Gemeinsam mit ihrem Freund Ruben versucht Leonie, Ari aus den Fängen des Geheimordens zu retten. Dabei werden die beiden Retter nicht nur mit dem Bösen in dieser Welt konfrontiert, sondern auch mit ihren eigenen dunklen Seiten, derer sie sich zum Teil gar nicht bewusst waren. Gleichzeitig beschreiten sie erst zaghaft, dann immer bewusster einen Weg des Neuanfangs.

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Ein Kommentar zu „Thomas Franke: Der Spiegel des Schöpfers

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