Veröffentlicht in Sachtitel

Kyle Idleman: Das Herz eines Nachfolgers

idleman das herz eines nachfolgers„In jedem von uns kämpfen falsche Götter um den Thron unseres Herzens. Und dabei steht viel auf dem Spiel. Denn wer in unserem Herzen den Ton angibt, der bestimmt letztlich auch über unser Leben.“

Bei dem Wort „Götzen“ denken wir an primitive Völker, die vor mehr oder weniger kunstvoll gestalteten Figuren niederfallen, oder an Menschen der Antike, die einfach nicht so aufgeklärt waren wie wir heute. Kann uns doch nicht passieren. Würden wir doch nie tun. Aber wenn wir mal einen ehrlichen Blick in unser Leben, in unsere Kultur werfen, werden wir merken, dass wir da im Irrtum sind. Die Praktiken unserer heutigen Welt unterscheiden sich nicht wesentlich von der Antike oder primitiven Völkern. Jede Zeit hat ihre eigenen Götzen, hat ihre Priester, ihre Schutzgeister und Rituale. Jede Gesellschaft hat ihre Tempel – seien es nun Bürohäuser, Wellness-Oasen oder Fitnesscenter, Studios oder Stadien. Dort werden die Opfer gebracht, die erforderlich sind, um Anspruch auf ein gutes Leben zu erwerben und Unglück fernzuhalten. Haben die Götter der Schönheit, der Macht, des Geldes und des Erfolges nicht längst die Herrschaft über uns und unsere Gesellschaft angetreten? Niemand würde sich vor einer Statue von Aphrodite niederwerfen, aber wie viele junge Frauen sind so besessen von ihrem Streben nach Schönheit, dass sie Depressionen oder Essstörungen bekommen, wenn ihr Körper nicht den eigenen Idealen entspricht? Keiner wird einer Artemisfigur Opfer darbringen, aber wenn das Streben nach Geld und Erfolg alles bestimmt und wenn auch Familie, Verwandte und Freunde zurückgelassen werden, um die Karriere voranzutreiben, ist das dann nicht, als würden der Artemis Menschenopfer dargebracht?
Der amerikanische Pastor Kyle Idleman berichtet davon, dass einer seiner Freunde vor einigen Jahren zu einer Missionsreise nach Indien aufbrach. Nach seiner Rückkehr zeigte er ihm begeistert seine Fotos und erzählte von seinen Erlebnissen. Idlemans Freund zeigte ihm unter anderem auch ein Bild von einem typischen indischen Wohnzimmer. Wo in amerikanischen Wohnzimmern der Kaminsims zu finden ist, stand dort ein geschnitztes Götzenbild. Sein Freund wies dann darauf hin, dass jeder Stuhl im Zimmer genau auf diesen Götzen ausgerichtet war.
Idleman hörte sich das an, schüttelte traurig den Kopf, als er an diese Familie dachte, in deren Lebensmittelpunkt ein Götze stand. Einige Stunden später betrat er dann das Haus, das er mit seiner Familie bewohnt, und machte es sich im Sessel bequem. Er schnappte sich die Fernbedienung, schaltete den Fernseher an und lehnte sich zurück. Plötzlich fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Er sah sich im Zimmer um und, ja, jeder einzelne Sitzplatz war genau auf den 50-Zoll-Flachbildfernseher ausgerichtet. Und wenn wir ehrlich sind, ist das bei den meisten von uns ähnlich.
Idleman meint: Technologische Neuerungen – Fernseher, iPads und iPods –, Erfolg, Geld, Liebe, Sex, Macht. An und für sich sind diese und viele andere Dinge, die Teil unseres Lebens sind, gar nichts Schlechtes. Doch viele glauben, nur wenn sie die Karriereleiter immer weiter nach oben klettern, endlich einen Ehemann haben oder sich das neueste iPhone kaufen können, fänden sie Glück und wahre Zufriedenheit. Doch die Erfahrung zeigt, dass solche Dinge nicht das halten, was sie versprechen. Unternehmen melden Konkurs an, Ehen zerbrechen und die technischen Erfindungen von heute sind morgen schon veraltet. Kein Wunder, dass sich so viele von uns verloren, allein und desillusioniert fühlen. Man streckt sich immer wieder nach Dingen aus, macht sein „Glück“ in gewisser Weise an anderen Menschen fest, und wird immer wieder enttäuscht. Die traurige Wahrheit ist, dass diese Götzen – denn genau dazu machen wir viel zu oft Dinge und Menschen – uns nicht das geben können, wonach wir uns so sehr sehnen. Und dass sie den Platz einnehmen, der eigentlich nur Gott gebührt, denn es gibt nur einen Herrn, der unsere Sehnsucht wirklich auf Dauer stillen kann …

Das Buch ist dicht dran am realen Leben und sicher ein Wichtiger Augenöffner für viele Christen. Obwohl es vielleicht auf den ersten Blick nicht so klingt: Es ist befreiend, ermutigend, herausfordernd und lebensverändernd. Es macht deutlich, dass wir uns nicht abstrampeln müssen, um wirklich glücklich und zufrieden zu sein. Und es gräbt Götzen aus, bei denen man sich vielleicht gar nicht bewusst war, dass diese Dinge einen falschen Stellenwert im eigenen Leben hatten. Sehr interessantes christliches Buch.

Noch ein kurzer Kommentar zum Buchumschlag: Bei dem, was hier auf dem Bild grau bzw. weiß aussieht, handelt es sich im Wahrheit um unterschiedliche Silbertöne. Das Buch hebt sich auch äußerlich vom Durchschnittsbuch ab. Ein echter Hingucker, wie ich finde.

Advertisements

Ein Kommentar zu „Kyle Idleman: Das Herz eines Nachfolgers

Hinterlasse einen Kommentar ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s