Veröffentlicht in Belletristik

Nikki Godwin: American Girl on Saturn

godwin american girl on saturnDie achtzehnjährige Chloe Branson hat gerade ihren Schulabschluss gemacht und hofft, dass mit dem Ende der Schulzeit endlich auch ihr neues Leben beginnt. Und dass sie endlich neue Freunde findet und die alten vermeintlichen Freunde los wird, die ihr den Spitznamen „Ice Queen“ verpasst haben, nachdem sie mit ihrem Freund schlussgemacht und dieser Gerüchte über sie verbreitet hat. Doch statt des erhofften Urlaubs in Cancun mit ihrer letzten noch verbliebenen Freundin muss sich ihre gesamte Familie aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Was ist geschehen?
Ihr Vater, der für den Secret Service arbeitet, bringt bei seiner Familie die fünf Jungs der kanadischen Boygroup „Spaceships Around Saturn“ unter. Während eines Konzerts wurde ein Attentat auf die Band verübt und Haus und Grundstück eines amerikanischen Agenten sind scheinbar der sicherste Ort für die Jungs, während die Behörden herauszufinden versuchen, wer hinter der Tat steckt.
Die fünfjährige Emery ist über alle Maßen glücklich, ist sie doch ein riesiger Fan der Band und vor allem von Benji. Allerdings teilen ihre Schwestern Chloe und die siebzehnjährige Aralie ihre Begeisterung nicht, fallen ihre Pläne für den Sommer doch ins Wasser. Und die fünf Jungs der Band sind ebenfalls nicht begeistert, sich auf unbestimmte Zeit bei einer fremden Familie verstecken zu müssen. Der Bad Boy Jules und die unkonventionelle Aralie liegen sich unablässig in den Haaren – ob es um seine Twittersucht geht oder darum, dass sie sich strikt weigert, seine Wäsche zu machen. Herzensbrecher Benji wird auf Schritt und Tritt von Emery verfolgt, die die Gelegenheit gekommen sieht, ihm endlich alle Fragen zu stellen, die sie beschäftigen. Und das sind bei einer Fünfjährigen eine ganze Menge.
Und Chloe? Die verliebt sich Hals über Kopf in Milo …

In dem Young-Adult-Roman „American Girl on Saturn“ geht es um den Traum aller kleinen Mädchen, die auf Boygroups stehen und nur davon träumen, diese endlich einmal persönlich kennenzulernen: Die fünf Jungs müssen sich einige Wochen lang vor einem Attentäter verstecken – in einem Haushalt, in dem es gleich drei Töchter gibt. Und obwohl ich noch nie eine Schwäche für Boygroups hatte, hat mich der Roman köstlich unterhalten und ich konnte ich beinahe nicht aus der Hand legen. Es war einfach zu komisch, zu lesen, wie fünf berühmte Jungs um die zwanzig, die es gewöhnt sich, von kreischenden Mädels verfolgt zu werden, in einer Familie landen, in der zumindest zwei der drei Töchter ihnen die kalte Schulter zeigen. Doch mit der Zeit kommen die sieben (oder acht, wenn man die kleine Emery mitzählt) sich menschlich immer näher. Vor allem die Mädchen lernen, über die eigenen Vorurteile hinauszuschauen – und die Jungs verbringen viele Tage mit Mädchen, die ihnen alles andere als zu Füßen liegen, sondern sie wie normale Menschen behandeln.
Und das Ganze wird mit so viel Humor und so leichtfüßig geschildert, dass man das Buch einfach mögen muss. Natürlich sind Aralie und Chloes kleine Mary Sues mit hohem Identifikationspotenzial für die, ähm, Teenie-Leserin, aber was soll’s?! Sie sind nicht perfekt genug, dass ich als erwachsene Leserin mich übermäßig daran gestört hätte. 😉
Aber natürlich gibt es auch die obligatorische Love Story. Oder sogar zwei. Allerdings wird diese (werden diese) sehr dezent und auch glaubwürdig geschildert; die Mädchen lassen sich nicht schon am ersten Tag von den betreffenden Bandmitgliedern in das Baumhaus der Familie entführen, sondern sie lernen sich wirklich erst einmal kennen und landen nicht einmal miteinander im Bett. Was in Anbetracht der manchmal expliziten Storys im YA-Bereich eine willkommene Abwechslung war.

Mein Fazit: Wenn ihr auf reinen Teenie-Eskapismus steht, gerne etwas über die erste große Liebe lest, dann könnt ihr mit „American Girls on Saturn“ nichts verkehrt machen. 🙂

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Ein Kommentar zu „Nikki Godwin: American Girl on Saturn

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