Veröffentlicht in Sachtitel

Jefferson Bethke: Warum ich Religion hasse. Und Jesus liebe.

bethke warum ich religion hasseDer junge Amerikaner Jefferson Bethke hat das Buch imho hauptsätzlich für Christen geschrieben, die sich mit ihrem Glauben und ihrer Gemeinde (kritisch) auseinandersetzen wollen. Darüber hinaus könnte ich mir aber auch vorstellen, dass es zumindest am christlichen Glauben Interessierte anspricht – denn es räumt mit einigen Vorurteilen auf (mit anderen allerdings nicht :-)). Bethke steht hier in der Tradition derer, die die (organisierte) Religion kritisch sehen, aber die Person Jesus faszinierend und nachahmenswert finden:

„Wir haben den echten Jesus verloren – oder zumindest haben wir ihn gegen einen neueren, ungefährlicheren, keimfreien, unwirksameren eingetauscht. Wir haben eine christliche Subkultur geschaffen – mit ihren ganz eigenen Bräuchen, Regeln, Ritualen, Vorbildern und Produkten –, die nicht das Geringste mit dem wilden, revolutionären Glauben des biblischen Christseins zu tun hat. Der Jesus, den unsere Subkultur anbetet, wäre niemals gekreuzigt worden – dazu ist er viel zu nett.“

Als ich Jefferson Bethke zum ersten Mal „über den Weg gelaufen“ bin, war das im vergangenen Jahr auf einer Jugendkonferenz in Hessen. Dort hat er Performance Poetry gemacht, also in Form eines rhythmischen, aber nicht zwingend reimenden Gedichts verschiedene christliche Inhalte vermittelt. Und es war erstaunlich, wie großartig es ihm gelungen ist, auf diese Weise tiefschürfende Dinge zu vermitteln – alle saßen auf der Stuhlkante und hingen ihm an den Lippen!
Bekannt wurde Bethke durch sein „Gedicht“ „Why I hate religion but love Jesus“, das man sich u. a. auf Youtube anschauen kann (ich habe es unten mal verlinkt) – wo es schon weit über 28 Mio. mal angeklickt wurde. Und genau dessen Gedanken liegen auch diesem ersten Buch von Jefferson zugrunde, in dem er in jedem Kapitel die Denkweise von Religion den Denkweisen von Jesus gegenüberstellt:
Er macht zum Beispiel deutlich: Religion ist der Mensch, der sich nach Gott ausstreckt – Christentum aber Gott, der sich nach dem Menschen ausstreckt. Er zeigt, dass Religion Feindbilder schafft, Jesus aber Freunde. Dass Religion unfrei macht und verletzt, Jesus aber befreit und heilt. Dass Religion nach Fehlern sucht, Jesus aber Unterschiede feiert. Dass Religion an die Errettung Bedingungen stellt, Jesus uns aber schon gerettet hat, bevor wir überhaupt gemerkt haben, dass wir das brauchen. Dass Religion Regeln aufstellt, nach denen einige drinnen sind und andere draußen, dass bei Jesus aber alle Hilfe brauchen. Er zeigt, wie schnell man „religiös“ ist, wenn man versucht, gewisse christliche Verhaltensweisen an den Tag zu legen und aus eigener Kraft „gut“ zu sein – dass es schlicht nicht funktioniert; dass die Gefahr eines Doppellebens besteht, wenn man nach außen den Schein wahrt, aber im Verborgenen ein ganz anderes Leben führt. Bethke beschreibt also Zerrbilder des Glaubens und lenkt den Blick des Lesers auf das „Original“.

Man könnte Bethke nun vorwerfen, dass er die Kirche hasst und mit seiner Botschaft die Kirche schlechtmacht, aber das könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt was, was er übrigens in einem kongenialen Abschlusskapitel deutlich macht: „Die Kirche“, sagt er, „ist das Mittel, durch das Gott eine verlorene Welt erreichen will. Sie ist das Krankenhaus für Sünder. Wenn man sagte, dass man Jesus liebt, aber die Kirche hasst, dann ist das, als würde ein Verlobter sagen, er liebe seine zukünftige Frau, aber die Kinder würde er hassen.“

Bethke hat einen kurzen, knackigen Schreibstil – kein Wort ist hier zu viel. Er schreibt „jugendlich“, ohne anbiedernd zu sein. Dennoch ist das Buch „knackfromm“ – wer also ein evangelistisches Verteilbuch sucht, sollte sich dessen bewusst sein.

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4 Kommentare zu „Jefferson Bethke: Warum ich Religion hasse. Und Jesus liebe.

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