Veröffentlicht in Belletristik

Bernard Cornwell: Sharpes Festung (Sharpe-Serie Band 3)

cornwell-sharpe3-festungGawilghur, Indien, Dezember 1803. Nach der großen Schlacht von Asseye, in der er dem Oberkommandierenden der britischen Armee, Arthur Wellesley, das Leben gerettet hat, wird Richard Sharpe zum Ensign im 74. Battalion befördert. Doch weder sein Vorgesetzter noch die übrigen Offiziere und auch nicht die Soldaten des Battalions können den jungen Offizier akzeptieren. Und so wird er von der Front abgezogen und dem Versorgungsoffizier Torrance unterstellt.
Richard Sharpe erkennt rasch, dass dieser die Waffen und anderen Versorgungsartikel nicht an die britischen Truppen weiterleitet, sondern an einen indischen Händler verkauft und das Geld in seine eigene Tasche steckt bzw. dazu aufwendet, Spielschulden zu begleichen. Hilfe bekommt er dabei von Sergeant Obadiah Hakeswill, der Sharpe immer noch mit seinem Hass verfolgt, weil er (zu recht) vermutet, dass dieser bei einer Schlacht Edelsteine an sich genommen hat und so sein Leben finanziert.
Als Sharpe die Intrigen seines Vorgesetzten aufdeckt, schwören dieser und Hakeswill Rache. Hakeswill schlägt Sharpe nieder, stiehlt ihm seine Edelsteine und übergibt ihn an Jama, den Bruder des Händlers, der ihn töten lassen will. Sharpe gelingt jedoch mithilfe von einigen indischen Freunden die Flucht. Er ermordet Torrance und macht sich unerkannt auf die Spur von Hakeswill, der mit anderen Truppen zur Festung Gawilghur versetzt wurde, wohin sich die indischen Truppen nach der Niederlage von Asseye zurückgezogen haben.
In Gawilghur wird sich nun entscheiden, wie die militärische Laufbahn von Richard Sharpe weitergeht. Und ob Arthur Wellington als Sieger nach Großbritannien zurückkehren wird oder ob die Felsenfestung ihm eine Niederlage einbringen wird.

„Sharpes Festung“ ist der dritte Band dieser (derzeit) 18-bändigen Romanserie des bekannten britischen Autors Bernard Cornwell. Cornwell schildert darin die Geschichte von Richard Sharpe, einem wagemutigen Soldaten in der Armee von Arthur Wellesley (dem späteren Lord Wellington). Auch dieser Roman zeichnet sich durch eine sehr spannende Handlung und eine überzeugende Charakterdarstellung der Figuren aus. Sharpe muss in diesem Roman erkennen, dass sein Traum vom Offiziersdasein auch eine Schattenseite an: Niemand erkennt ihn als solcher an. Und obwohl er sich wirklich als guter Offizier entpuppt, weil er ein findiger, furchtloser Anführer ist und Wege findet, wo eigentlich keine sind, sehnt er sich andererseits wieder zur Kameradschaft und Annahme der einfachen Soldaten zurück. Einerseits ist ihm eine zerrissene Uniform lieber als ein sauberer Offiziersrock. Andererseits ist er kein „tumbes Herdentier“, sondern weiß um seine Fähigkeiten.
Was aber das Wichtigste an „Sharpes Festung“ ist: Auch dieser Roman zeichnet sich durch historische Genauigkeit aus, die den Leser die tatsächliche Geschichte auf unterhaltsame Weise nachlesen lässt. Vor allem die letzten etwa 100 Seiten, in denen die Erstürmung der beiden Festungen von Gawilghur (um die innere Festung mit u. a. Palast zu erobern, muss man durch die zweite, äußere Festungsmauer – was der Grund dafür ist, dass Gawilghur bis dahin noch nie erobert wurde) geschildert wird, werden so action- und detailreich geschildert, dass man die Ereignisse wirklich vor sich sehen kann – all das Blut, das Sterben, die Schreie der Angreifer … Diese Passagen haben wirklich Filmniveau.

PS: Für diejenigen, die es interessiert: Es kommt in diesem Buch – außer der Masse der namenlosen Konkubinen eines indischen Herrschers – nur eine einzige Frau vor. Die Sharpe natürlich aus ihrer Misere rettet, wofür er mit einer … Nacht belohnt wird. Aber das war es dann auch. Liebesgeschichten darf man in den Sharpe-Romanen nicht erwarten. 😉

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