Veröffentlicht in Belletristik

Angela Kaufman & Megan Spooner: These Broken Stars

kaufman-these-broken-starsEs ist eine Nacht wie jede andere an Bord der „Icarus“. Dann tritt die Katastrophe ein: Der Spaceliner der Luxusklasse wird aus dem Hyperraum gerissen und zerschellt auf einem unbekannten nahe gelegenen Planeten. Lilac LaRoux und Tarver Merendsen überleben den Crash. Als Einzige. Glauben sie zumindest.
Lilac ist die Tochter des reichsten Mannes des Universums. Der nur wenige Jahre ältere Tarver kommmt von ganz unten, wird von allen aber seit einem militärischen Einsatz als Held gefeiert, und das ist es auch, was ihn auf die „Icarus“ geführt hat. Junge Frauen wie Lilac und ihre Freundinnen bedeuten nur Ärger. Und doch ist sie diejenige, der er zu verdanken hat, dass er den Absturz überlebt, denn die junge Frau steckt voller Überraschungen. Zumindest versteht sie eine Menge von Technik – aber nicht vom Überleben auf einem geheimnisvollen Planeten. Einem Planeten, auf dem offenbar schon Terraforming stattgefunden hat, der aber nicht bewohnt ist. Die beiden so verschiedenen Menschen sind nun gezwungen zusammenzuarbeiten, um sich zu einer möglichen Siedlung durchzuschlagen. Ein mysteriöser Ort, zu dem Lilac regelrecht hingezogen wird – durch düstere Wälder, öde Landschaften und Berge. Gesichtslose Stimmen drohen, die junge Frau um den Verstand zu bringen, doch da sie die beiden auch immer wieder vor Gefahren warnen und einer möglichen Rettung näher bringen, beschließt Tarver, ihnen trotzdem zu folgen.
Auch weil er und Lilac sich auf ihrer beschwerlichen Reise immer näherkommen.
Schließlich erreichen die beiden einen Stütztpunkt, in dem sie der schrecklichen Wahrheit hinter dem verlassenen Planeten auf die Spur kommen.

„These Broken Stars“ ist Band 1 einer SciFi-Trilogie (mal wieder eine Trilogie …), deren einzelne Bände die Geschichte unterschiedlicher Paare folgen. In diesem Band geht es um zwei Menschen, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten: Lilac ist die Tochter des reichsten Mannes des Universums, dem auch der Luxusliner „Icarus“ gehört. Und der Name dieser futurischen „Titanic“ deutet schon das Schicksal an, das das Raumschiff erwartet: Es wird vom Himmel fallen. Wer die griechische Mythologie kennt, ahnt dies schon, ohne den Werbetext vollständig gelesen zu haben. Allerdings zieht dieser angeblich unsinkbare Luxusliner seine Kreise nicht auf den Weltmeeren, sondern im Weltall – er reist durch den Hyperraum, wodurch er unglaubliche Entfernungen zurücklegen kann.
Lilac hat gelernt, sowohl mit dem Luxus und all den Vorteilen „zurechtzukommen“, die diese Stellung mit sich bringt, aber auch mit den negativen Seiten. Nachdem sie in ihrer Jugend einmal erlebt hat, wie ein Junge, in den sie sich verliebt hat, „verschwand“, hat sie niemanden mehr an sich herangelassen. Und begegnet auch allen Männern, die sich für sie interessieren, mit Abweisung. Auch Tarver, als dieser sich an Bord des Luxusliners mit ihr unterhalten will.
Tarver hat nur einer Heldentat die Reise auf der „Icarus“ zu verdanken und dass er in Kontakt mit Liliac kommt. Doch er kennt seinen Platz. Dass er und Lilac in einer eigenen Rettungskapsel landen, ist nur dem Zufall zu verdanken (bzw. der Fantasie der Autorinnen); die beiden könnten gesellschaftlich gar nicht weiter voneinander entfernt sein. Und als sie auf dem nahe gelegenen Planeten bruchlanden, verläuft eigentlich alles wie erwartet: Tarver besitzt aufgrund seiner militärischen Ausbildung bestimmte Überlebenstechniken und weiß, wie er sich auf unbekanntem (feindlichem?) Terrain zu verhalten hat. Lilac wünscht sich in ein weiches Bett zurück. Ihr bleibt gar nichts anderes übrig, als dem jungen Mann zu folgen, der aufgrund des festzustellenden Terraformings davon überzeugt ist, dass es irgendwo eine Siedlung geben muss. Doch langsam entwickeln sich die Charaktere weiter, und spätestens als Tarver verletzt wird, zeigt sich, dass Lilac mittlerweile keine Damsel in Distress mehr ist, sondern über sich hinauswächst. Und spätestens jetzt kommen sie sich auch zwischenmenschlich näher. 😉 Aber diese Liebesgeschichte wird durchaus glaubwürdig geschildert. In „These Broken Stars“ begegnen sich eben nicht zwei Menschen aus unterschiedlichen sozialen Klassen, die sich auf den ersten Blick ineinander verlieben; dieser Prozess ist wirklich ein nachvollziehbarer, authentisch geschilderter Prozess – obwohl natürlich klar ist, dass die Protagonisten ein Liebespaar werden.
Doch in dem Roman steckt noch mehr als eine reine futuristische Liebesgeschichte über eine Damsel in Distress und ihren Helden: das Geheimnis des Planeten. Das hier nicht verraten werden soll, aber schon sehr ungewöhnlich ist.
Positiv erwähnt werden sollte auch der Erzählstil des Romans: Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Lilac und Tarver erzählt und gespickt wird das Ganze durch Ausschnitte aus einem Verhörprotokoll, das man mit Tarver nach der Rettung durchführt – und das die wahre Handlung so manches Mal wunderbar konterkariert.

Mein Fazit: Ich habe mich durchaus nicht unbedingt in den Roman verliebt, könnte aber auch nicht festmachen, woran das lag. Vielleicht aufgrund des wirklich verwirrenden Grundes dafür, warum der Planet nicht bewohnt ist (no spoilers …). Aber dennoch kann ich das Buch durchaus empfehlen.

Übrigens finden gerade Gespräche über eine Verfilmung des Buches (als TV-Serie) statt: Deadline

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