Veröffentlicht in Belletristik

C. S. Pacat: Kings Rising (Captive Prince Trilogy #3)

pacat-prinz3Damianos von Akielos ist zurück – seine wahre Identität ist allen bekannt. Nun muss er dem einen gegenübertreten, auf dessen Unterstützung er angewiesen ist. Und dem sein Herz gehört: Prinz Laurent, dem wahren König des Nachbarreiches Vere – und Bruder von Auguste, der vor einigen Jahren von Damianos in einer Schlacht getötet wurde.
Gleichzeitig haben im Süden, in Akielos, Damianos‘ Halbbruder Kastor und Laurents Onkel, der Regent von Vere, ihre Truppen gesammelt, um ihre jeweiligen Länder endgültig an sich zu reißen.
Wird es Damianos und Laurent gelingen, Streitigkeiten und Missverständnisse auszuräumen? Die Verschwörungen aufzudecken? Und sich ihren Widersachern erfolgreich zu stellen?

„Kings Rising“ ist Band 3 der Fantasy-Trilogie „Capitive Prince“ der Australierin C. S. Pacat. Drei Jahre mussten die Leser auf den Abschlussband der Reihe warten – und es hat sich gelohnt.
Die Handlung setzt dort ein, wo „Prince’s Gambit“ („Duell der Prinzen“) geendet hat: Damianos‘ bester Freund Nikandros hatte Laurent seine Unterstützung im Kampf gegen den Regenten angeboten – und als er in der veretischen Festung Ravenel eintrifft, erkennt er in Laurents rechter Hand Damen den wahren König von Akielos. Als diese Neuigkeit unter den Soldaten Veres verständlicherweise für große Unruhe sorgt, nehmen Damianos und Nikandros die Festung ein. Es gelingt, die beiden Truppen zu vereinen und – wie mit Laurent vereinbart, der ihnen vorausgezogen ist – nach Charcy zu ziehen, um dort gegen die Soldaten des Regenten zu kämpfen. Dort als Laurent und seine Männer nicht zur Schlacht gegen die Truppen des Regenten erscheinen, vermuten Nikandros, dass man dem Thronfolger nicht vertrauen kann – doch natürlich ist alles anders, als erwartet, und die beiden Könige führen ihre Männer schließlich doch nach Akielos, um Damianos‘ Thron zurückzuerobern und Rache an ihren Widersachern zu nehmen. Der Weg dorthin ist geplastert mit Hinterhalten, Verschwörungen, Täuschungen … aber nicht mit Bürgerkriegen und Blutvergießen. Was auch nicht zu den veretischen Parteien passen würde.
Stattdessen zeigt sich wieder und wieder, was die ungewöhnliche Beziehung der beiden Protagonisten ausmacht: Damianos ist etwas hitzköpfig, aber zutiefst loyal – Laurents Handeln ist von Hintergedanken geprägt, und selbst seine Hintergedanken haben Hintergedanken. Jedes Mal, wenn man meint, dass man ihn durchschaut hat, dass man die Handlung durchschaut hat, zeigt sich, dass alles doch ganz anders ist. Dennoch präsentiert uns Pacat diese Figur im Abschlussband der Trilogie etwas menschlicher, wärmer. Laurent stößt auch so manches Mal an seine Grenzen, da sein Onkel sich ebenso gut auf Ränke versteht wie er selbst – aber das tut der Figur keinen Abbruch, da es Zeit wurde, dass es auch bei Laurent etwas mehr menschelt. Das Einzige, das man hinsichtlich der übrigen Figuren bemängeln könnte, ist, dass außer Laurent und Damianos alle anderen Akteure ausgesprochen blass bleiben, und das gilt – allen voran – auch für Kastor und den Regenten. Es kommt zwar zu einem actionreichen Showdown, aber der bleibt etwas hinter all den Erwartungen, die Pacat in den Vorgängerbänden im Leser geweckt hat (hinsichtlich Kastors Kampfeskraft oder der Verschlagenheit des Regenten), zurück.
Ein Punkt hat mich bei dem Ganzen jedoch gestört: Der Showdown vollzieht sich etwas zu hastig, das Ende kommt zu plötzlich. Etwa 280 Seiten lang ziehen unsere Helden durch Südvere und Akielos, bereiten ihre Männer auf den Kampf vor, kommen einander (noch) näher – und dann überschlagen sich die Ereignisse und innerhalb von 40 Seiten klärt sich (fast) alles im Thronraum ohne irgendwelche kriegerischen Auseinandersetzungen. Aber das Schlimmste: Nachdem man die letzte Zeile gelesen hat, schlägt man die Seite um und erwartet eine Art Epilog, ein paar Passagen, die dem Leser helfen, zu Atem zu kommen, den eigenen Pulsschlag zu beruhigen – aber nichts dergleichen. Ich dachte wirklich, dass in meinem Buch einige Seiten fehlen. An dieser Stelle scheint die Geschichte einfach etwas unausgewogen zu sein. Es hätte die Autorin wirklich nicht viel gekostet, ihrer Geschichte ein etwas „runderes“ Ende zu geben.
Dennoch muss man neidlos anerkennen, dass Pacat eine wirklich gute Erzählerin ist. Ihr gelingt es wirklich, die beiden Länder Vere und Akielos vor dem Auge des Lesers lebendig werden zu lassen – ob es nun um die Episoden in den Festungen oder adligen Schlössern geht oder simple Beschreibungen der (ländlichen) Reise der beiden Verschwörer.

Mein Fazit: Unbedingte Leseempfehlung. Und da die von Pacat verwendete Sprache recht einfach ist, ist das Buch auch für alle geeignet, die in der englischen Sprache nicht perfekt zu Hause sind.

 

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2 Kommentare zu „C. S. Pacat: Kings Rising (Captive Prince Trilogy #3)

  1. Freut mich, dass Dir Band 3 auch gefallen hat!
    Ich hab in einem Interview mit der Autorin gelesen, dass sie – ich meine, auf Anraten des Verlages, wenn ich mich recht erinnere – ziemlich viel in diesem dritten Band gekürzt hat. Ich hätte lieber die ausführlichere Version gelesen, wie offensichtlich Du auch. Es soll noch drei Kurzgeschichten aus der Welt von Damen und Laurent geben.
    Die erste soll den Titel “Green but for a Season” bekommen und von Jord und Aimeric handeln.
    Die zweite wird eine Art Epilog zur Trilogie, der Dir (und mir auch) noch ein bisschen gefehlt hat, in der Laurent und Damen wieder die Hauptrollen spielen.
    Und die dritte – ist noch geheim.
    Es lohnt sich meiner Meinung nach also, in den nächsten Wochen oder Monaten ein wenig Ausschau nach den Kurzgeschichten zu halten.
    LG Gabi

    Gefällt 1 Person

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