Veröffentlicht in Belletristik

Hazel Kelly: Roommates.

kelly-roommatesJenny und Ethan sind noch Teenager, als ihre Mutter und sein Vater heiraten. Obwohl die beiden völlig unterschiedlich sind – sie ein schüchterner Nerd, er ein beliebter Sportler -, fühlen sich beide zueinander hingezogen. Doch durch die Heirat ihrer Eltern bleiben ihre Gefühle unausgesprochen.
Jahre später lebt Ethan als Barkeeper in New York, als eines Abends unerwartet Jenny in seiner Wohnung steht. Sie hat ein Vorsprechen an einem Theater und will – auf Anraten seines Vaters – einige Tage auf seinem Sofa übernachten. Und wieder ringen die beiden darum, ihre Gefühle voreinander zu verbergen …

„Roommates“ ist Band 1 einer Stiefgeschwister-Reihe der Amerikanerin Hazel Kelly. Die Geschichte der beiden jungen Menschen Anfang zwanzig ist nett und unterhaltsam, aber auch nicht mehr als das. Sie krankt an einigen entscheidenden Punkten, die mir das Lesevergnügen etwas verdorben haben:
Wir haben es hier mit dem beliebten „Bad Boy trifft Jungfrau“-Klischee zu tun – und natürlich sind beide Protagonisten unglaublich schön, unglaublich gut gebaut und unglaublich nett. Und natürlich ist auch der erste Sex perfekt und ihre Performance ebenfalls. Die Szene ist im Buch definitiv nicht schlecht geschrieben, aber m. E. doch weit von der Realität entfernt.
Zweitens gibt es im Roman im Grunde nur zwei Akteure: Ethan und Jenny. Und die sind – siehe oben – einfach zu perfekt. Und somit zu langweilig.
Drittens hat die Geschichte keinen Spannungsbogen. 60 % des Buches verbringen die beiden Protagnisten damit, darüber nachzudenken, dass sie ja im Stillen seit ihren Teenagerjahren ineinander verliebt sind, sich aber „antrainiert“ haben, sich dies nicht anmerken zu lassen. Und während der restlichen 40 % leben sie eine perfekte Partnerschaft, erleben berufliche und private Erfüllung – und der Leser wartet verzweifelt darauf, dass irgendetwas Dramatisches geschieht. Vor allem, dass die Eltern davon erfahren und zutiefst schockiert sind, dass die Stiefgeschwistern ein Paar sind, wissen wir doch aus den Erzählungen der beiden, dass zumindest sein Vater als ehemaliger Militärangehöriger ein hartes Regiment führt. Aber was geschieht? Die Eltern stehen unerwartet vor der Tür und reagieren auf die Beichte der beiden mit einem „Ach, das wusste ich doch schon lange“. Ähnliches gilt für Ethans künstlerische Ambitionen, auf die sein Vater früher augenscheinlich so ablehnend reagiert hat, dass Ethan auch in seiner eigenen Wohnung den Raum mit seinen Werken verschlossen hält. Durch die Beziehung zu Jenny hat er nun den Mut, offen zu seinem künstlerischen Schaffen zu stehen (hatten wir etwas anderes erwartet?). Doch auch darauf reagiert sein Vater unerwartet gechillt. Der Hinweis der beiden Erzähler, dass Ethans Vater auf seine alten Tage offenbar etwas milder geworden ist, ist mir hier eine zu simple Erklärung.

Mein Fazit: Nette Geschichte, aber nicht mehr.

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Ein Kommentar zu „Hazel Kelly: Roommates.

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