Veröffentlicht in Belletristik

Melissa McClone: Picture Perfect Love

mcclone picture perfect loveDie Fotografin Jenna Harrison möchten dafür sorgen, dass Brautpaare ihren Hochzeitstag ganz besonders in Erinnerung behalten, daher tut sie alles, um die Paare so schön wie möglich in Szene zu setzen. Doch ihr eigenes Herz wurde vor zwei Jahren gebrochen, als ihr Verlobter sie am Tag vor der Hochzeit verlassen hat. Und noch heute erinnert das ungetragene Hochzeitskleid in ihrem Schrank sie daran, dass Beziehungen nicht ganz so perfekt sind, wie sie durch ihre Linse aussehen. Doch so langsam kann auch sie wieder daran glauben, dass sie eines Tages die große Liebe finden wird.
Ashton Vance ist Anwalt – und der Mann, der Jenna vor dem Traualtar stehen ließ. Damals wurde in den sozialen Medien ein peinliches gephotoshopptes Bild veröffentlicht, das seine Hoffnungen auf seinen Traumjob zerstörte. Nur zu gern hat er damals seiner Familie geglaubt, die ihm erklärte, dass Jenna hinter dem Skandal steckte.
„Ich war es“, erklärt ihm aber seine jüngere Schwester Amber einige Wochen vor ihrer eigenen Hochzeit. Dieses Geständnis stellt sein Leben auf den Kopf. Aber um Jenna dazu zu bringen, die Hochzeit seiner Schwester zu fotografieren, muss er sie um Vergebung bitten. Doch kann Jenna ihm vergeben, dass er ihr Leben zerstört hat?

„Picture Perfect Love“ ist Band 7 einer Reihe von in sich abgeschlossenen Hochzeitserzählungen unterschiedlicher Autorinnen, die unter dem Titel „A Year of Weddings“ im konfessionellen amerikanischen Zondervan Verlag erschienen sind. Um es vorab zu sagen: Die Geschichte bietet alles in allem nette Unterhaltung. Aber leider auch nicht mehr.
Da es sich, wie gesagt, um eine Erzählung handelt, kann man nur wenig Charakterentwicklung erwarten. Allerdings gelingt es der Autorin McClone vor diesem Hintergrund, die vorhandene Entwicklung zumindest der Hauptfigur Jenna realtiv gut und nachvollziehbar zu beschreiben. Diese wurde vor zwei Jahren am Tag vor der Hochzeit von ihrem Verlobten verlassen, und da er aus einer einflussreichen Familien stammt, stand sie anschließend ohne Freunde, ohne Job und ohne guten Ruf da. Und durch die Gedankenlosigkeit von Ashton auch mit einem Haufen von Schulden, da er nicht auf den Gedanken gekommen war, seinen Beitrag zu den anfallenden Kosten zu leisten. Mittlerweile hat Jenna ihre Schulden aber fast komplett abbezahlt, hat sich als Fotografin einen guten Namen gemacht und durch ihre neue Gemeinde einen neuen Freundeskreis aufgebaut. Selbst der Gedanke, sich wieder neu zu verlieben, kommt ihr nun hin und wieder. Da steht eines Tages Ash vor der Tür und will sich für sein Verhalten von damals entschuldigen.
Ashton hat in den vergangenen beiden Jahren beruflich viel von dem erreicht, was er und seine Familie sich für ihn erhofft hatten. Zutiefst glücklich ist er allerdings nicht. Aber umso schockierter, als ihm seine jünger Schwester gesteht, dass sie damals für den Skandal verantwortlich war. Mehr gegen seinen Willen sucht er nun Jenna auf, um sich bei ihr zu entschuldigen – aber eigentlich tut er dies eher, weil der Fotograf seiner Schwester abgesprungen und Jenna die nächstbeste Alternative ist. Und entgegen seiner Erwartungen ist diese zwar bereit, den Auftrag zu übernehmen, aber nicht, ihm sein Verhalten von damals sofort zu vergeben.
Bis zu diesem Punkt war ich auch sehr glücklich mit den beiden Protagonisten. Der Vertrauensbruch von Ashton war so groß, dass ich innerlich applaudiert habe, als Jenna ihn erst einmal zappeln ließ. Es wird deutlich, dass er damals nicht einmal in Betracht gezogen hat, dass sie unschuldig sein und ein anderer hinter dem peinlichen Foto stecken könnte. Aber wie Jenna wollte ich gern glauben, dass er sich geändert hat. Ich liebe Geschichten, in denen Paare noch eine zweite Chance bekommen, nachdem sie ihre (Lebens-)Lektion gelernt haben. Doch während man dies bei Jenna gern glaubt, zeigt sich bei Ash recht schnell, dass er sich nicht wirklich verändert hat. Er verliebt sich zwar sofort wieder in die gut aussehende, erfolgreiche und mittlerweile auch deutlich lebenslustigere junge Frau, aber dann kommt es zu einem weiteren … Missverständnis und wieder zögert er keine Sekunde, Jennas Anklägern Glauben zu schenken und sich ihr abzuwenden.
Ein Hoch daher auf Jenna, die die Kraft, das Vertrauen und die Bereitschaft gefunden hat, sich beim ersten Mal wieder neu in Ash zu verlieben. Als sie dann auch auf Ashs zweiten Verrat mit „Ruf mich nie wieder an!“ reagiert, habe ich erneut innerlich applaudiert. Es gibt durchaus ein, zwei Nebenfiguren, die ebenfalls potenzielle Love Interest abgegeben hätten. Doch dass sie ihm dann erneut und auch so schnell vergibt, obwohl deutlich geworden ist, dass er sich nicht wirklich verändert hat (schließlich hat er seinen Fehler nicht erkannt bzw. entschieden, ihr zu vertrauen, auch wenn alles gegen sie spricht, sondern nur einen Beweis dafür gefunden, dass Jenna die Wahrheit sagt).

Mein Fazit: Ich mochte die Geschichte über weite Strecken sehr. Niemand von uns ist perfekt, und es ist schön, wenn jemand in der Lage ist, uns zu vergeben, wenn wir  versagt haben. Aber m. E. hätte Ashs zweites Fehlverhalten eine deutlich längere Phase der Annäherung oder der persönlichen Weiterentwicklung folgen müssen. Vermutlich kann aber eine realativ kurze Erzählung von ca. 110 Seiten so etwas einfach nicht leisten …

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Ein Kommentar zu „Melissa McClone: Picture Perfect Love

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