Veröffentlicht in Belletristik

Kathryn Springer: Love on a Deadline

springer-love-on-a-deadlineVor zehn Jahren hat MacKenzie Davis ihre kleine Heimatstadt Red Leaf fürs Studium verlassen – und es nicht einen Augenblick bereut. Doch als ihr Vater, der Footballcoach der örtlichen Highschool, einen Herzinfarkt erleidet, kehrt sie nach Hause zurück, um sich um ihn zu kümmern. Ein Jahr ist seither vergangen und Mac hat sich bei einer größeren Zeitung für eine Anstellung beworben. Bis dahin jobbt sie beim örtlichen Käseblatt, für das sie aber nur über wenig aufregende Nachrichten aus der Gegend berichtet.
Bis eines Tages Hollis Channing zurückkehrt, die während ihrer Schulzeit die Anführerin der Chearleader war – und sich auch einen Spaß daraus gemacht hat, Mac das Leben schwerzumachen. Sie plant, in Read Leaf ihren Verlobten, einen prominenten Schauspieler, zu heiraten, und Macs Chef gibt ihr den Auftrag, über dieses Großereignis zu berichten.
Doch nicht nur Hollis kehrt zurück. Auch Ethan Channing ist wieder da, der Bruder der Braut – und der Junge, der Mac vor über zehn Jahren das Herz gebrochen hat.
Als Ethan einwilligt, seiner Schwester bei ihrer kurzentschlossenen Heirat zu helfen, hat er keine Ahnung, welche Aufgaben die Organisation eines solchen Tages mit sich bringt. Und in welchem Zustand das alte Haus der Familie ist, in dem seit zehn Jahren niemand mehr gelebt hat. Als er Mac dabei „erwischt“, wie sie Fotos des Hauses und der Anlagen schießt, überredet er sie, ihm zu helfen. Er kann gar nicht glauben, dass es sich bei der wunderschönen jungen Frau, die plötzlich vor ihm steht, um die eher unscheinbare Tochter des Coaches handelt, und verliebt sich auf den ersten Blick in sie. Doch wird Mac das Risiko eingehen, ihr Herz noch einmal an ihn zu verlieren?

„Love on a Deadline“ ist Band 9 einer Reihe von in sich abgeschlossenen Hochzeitserzählungen unterschiedlicher Autorinnen, die unter dem Titel „A Year of Weddings“ im konfessionellen amerikanischen Zondervan Verlag erschienen sind. Um es vorab zu sagen: Die Geschichte bietet alles in allem nette Unterhaltung – ein Hauch Humor, viel Romantik (aber keine 6szenen).
Da es sich, wie gesagt, um eine Erzählung handelt, kann man nur wenig Charakterentwicklung erwarten. MacKenzie war während ihrer Schulzeit das, was man im Englischen als Tomboy bezeichnet – was sicher darauf zurückzuführen ist, dass sie nach dem Tod der Mutter von ihrem Vater, der Footballcoach an der örtlichen Highschool ist, großgezogen wurde und ihn zu allen Spielen begleitet hat. Darunter hat während ihrer Schulzeit ihr Image sehr gelitten. Vor allem die reiche Hollis Channing und ihr Freundeskreis haben ihr das Leben sehr schwer gemacht – und da die Channings auch noch Macs Nachbarn waren, war dies für sie besonders belastend. Erschwerend kam noch hinzu, dass sie heimlich in Ethan, den Star der Schule und Hollis‘ Bruder, verliebt war. An Tag ihrer Promfeier sah es so aus, als würde aus beiden ein Paar werden – doch Ethan erschien nicht zur Feier. Und damit waren auch Macs Pläne geplatzt. Bevor die beiden sich aussprechen können, waren die Channings nach dem Tod des Familienoberhaupts weggezogen und Mac verließ zum Studium die Stadt. Auch als sie jetzt Ethan wiedersieht, ist sie bereits auf dem Sprung, hat sie doch eine Anstellung bei einer großen Zeitung in Aussicht. Doch sie muss schnell erkennen, dass sich an ihren Gefühlen für Ethan nichts verändert hat.
Natürlich geht es Ethan ähnlich: Auch er fand Mac schon vor zehn Jahren ausgesprochen sympathisch – und als er sie jetzt wiedersieht und sie sich zu einer wunderschönen jungen Frau gemausert hat, verliert er (natürlich) gleich sein Herz an sie. Und die Leserin verliert ihres an Ethan. Er wird nämlich als sympathischer Zeitgenosse geschildert, ein hilfsbereiter junger Mann, der sich bereit erklärt, die Hochzeit seiner Schwester auf die Beine zu stellen.
Dass diese Geschichte ein Happyend haben wird, daran zweifelt natürlich niemand – und (natürlich) sind auch alle Missverständnisse schnell aus dem Weg geräumt. Eine Liebeserzählung von ca. 120 Seiten bietet eben nicht viel Raum für Charakterentwicklung oder eine tiefgehende Geschichte. Was mich jedoch störte: Es gibt in diesem Buch keine Grautöne, keine „normalen“ Menschen mit ernsthaften Schwächen oder körperlichen Unschönheiten; alle sind unglaublich nett und … gut. Selbst Hollis hat sich dort ihren Verlobten in eine sehr nette junge Frau verwandelt, die ihr Fehlverhalten von damals eingesehen hat und nun um Vergebung bittet.
Was der Autorin jedoch gelingt: den Charme einer Kleinstadtgemeinschaft zu vermitteln, wo jeder jeden kennt und man sich gegenseitig hilft, wenn Hilfe nötig ist. Das war tatsächlich ein Aspekt, der mir an diesem Buch sehr gut gefallen hat und der mich an den Kleinstadtcharme in Serien wie „Gilmore Girls“ erinnert hat. Auf diese Weise vermittelt die Autorin dann auch, was wirklich zählt im Leben, was wichtiger ist als beruflicher Erfolgt oder Ansehen: Beziehungen zu Menschen, die einen so annehmen, wie man ist; die einen auch dann noch tragen, wenn man selbst nicht weiterkann.

Mein Fazit: Ich mochte die Geschichte durchaus und habe mich auch nicht gelangweilt. Sie ist genau das Richtige für jemanden, der eine altmodische, süße Liebesgeschichte lesen will. Allerdings hätte ich mich geärgert, wenn man mir diese Geschichte nicht kostenlos zur Verfügung gestellt, sondern ich sie hätte kaufen müssen.

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