Veröffentlicht in Belletristik

H. M. Ward: Christmas Kisses

ward-christmas-kissesSeit Jahren ist Holly Connelly in Ryan Darcy verliebt. Während sie sich von Beginn an keine Chancen ausrechnet, weil er zu den beliebtesten Schülern gehört, gibt sie die Hoffnung spätestens dann auf, als er eine Blondine nach der anderen vernascht. Abgesehen davon, dass sie nicht seinem Beuteschema entspricht, will sie auch keiner seiner One-Night-Stands werden. Schließlich beschließt sie nach dem Schulabschluss, eine Universität zu besuchen, die weit von ihrem Heimatort – und von dem verführerischen Ryan – entfernt ist.
Doch als sie in den Weihnachtsferien nach Hause zurückkehrt, trifft sie ihren Schwarm in einer Bar – und als die Straßen aufgrund eines Schneesturms gesperrt werden, ist sie gezwungen, die Nacht in seinem Studentenwohnheim zu verbringen. Was soll sie tun: Die Nacht mit ihm verbringen und riskieren, dass sie für ihn nicht mehr ist als eine Bettgeschichte – oder ihm widerstehen und diese Entscheidung den Rest ihres Lebens bereuen?

Manchmal braucht man einfach diese billigen E-Books, die wirklich nicht mehr versprechen als ein wenig prickelnder Unterhaltung. Doch leider gibt es gute Geschichten – und weniger gute. Und „Christmas Kisses“ gehört definitiv in die zweite Kategorie. Und eigentlich möchte ich auch nur wenig Lebenszeit auf eine Rezension verschwenden. 😉
„Christmas Kisses“ ist eine Young-Adult-Geschichte, die abwechselnd aus der Perspektive von Holly und von Ryan erzählt wird. Und genau das ist eines der Probleme: Im Grunde liest man eine Szene zunächst aus der Perspektive von Holly – nicht nur das Geschehen selbst, sondern auch ihre Historie mit dem geliebten Menschen, ihre Emotionen, ihre Zweifel … Dann folgt das Ganze aus der Sicht von Ryan: dasselbe Geschehen, die gleiche Historie, die gleichen Emotionen, die gleichen Zweifel … Und da es keinerlei Überraschungen gibt, ist das Ganze ausgesprochen langweilig und vor allem redundant. Beide Charaktere sind natürlich seit Jahren ineinander verliebt, beide bitten ihre Freunde, sie von irgendwelchen Dummheiten abzuhalten (was diese natürlich nicht tun), beide tragen gewisse Minderwertigkeitsgefühle mit sich herum, obwohl ihr Gegenüber natürlich denkt, dass sie vollkommen und so begehrenswert sind, dass sie sich nur unter Mühen davon abhalten können, sich die Kleider vom Leib zu reißen:

There’s no way to refuse him when he’s like this, it’s like he’s the sun, and although I know I’ll never survive, I want to dive straight into him.“

Und natürlich ist der Sex, zu dem es unweigerlich kommen wird, weltbewegend und nie da gewesen, und natürlich kommt es zu dem obligatorischen kurzen Missverständnis, aber sogleich gesteht man sich die große Liebe und wirft sein bisheriges Leben über den Haufen, um mit dem geliebten Menschen zusammen zu sein. Höchstgradig schmalzig: „I let her leave, taking my heart with her.“
Nichts gegen Liebesgeschichten, nichts gegen 6szenen, nichts gegen ein bisschen fluffigen Eskapismus (Es lebe der Eskapismus!), aber diese Geschichte hangelt sich von Klischee zu Klischee und dürfte höchstens Teenagerträume erfüllen oder die von jungen Frauen Anfang zwanzig.

Mein Fazit: Och nö.

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