Veröffentlicht in Belletristik

Regina Jennings: Her Dearly Unintended

jennings-dearlyunintendedMissouri, Ozark Mountains, 19. Jahrhundert: Da ihre Eltern verreist sind, kümmert sich Katie Ellen allein um die Farm der Familie. Die junge Frau hat auch alles im Griff – bis ein starkes Unwetter die einzige Brücke zum Anwesen mit sich reißt. Gott sei Dank schaut in diesem Augenblick gerade Josiah Huckabee vorbei, Sohn der Nachbarn und Jugendfreund.
Bevor er sich wieder verabschieden kann, stellt sich aber heraus, dass auch Silas Ruger auf der Farm gestrandet ist, ein abgerissen aussehender Mann, den die beiden jungen Leute für einen Verbrecher halten. Um Katie nicht allein zu lassen, behauptet Josiah, dass die beiden verheiratet sind. Obwohl Katie über die anmaßende Behauptung wütend ist, willigt sie in die Täuschung ein. Doch wie spielt man die liebende Ehefrau eines Mannes, dem man einerseits nicht zu nah kommen will, in den man andererseits aber verliebt ist?

„Her Dearly Unintended“ ist eine Kurzgeschichte der amerikanischen Autorin Regina Jennings und spielt in derselben Welt wie „Der vertauschte Bräutigam“ und „For the Record“ und so ist zumindest der Protagonist Josiah ein alter Bekannter – allerdings muss man die beiden Romane nicht gelesen haben, um Freude an „Her Dearly Unintended“ zu haben.
Katie ist eine selbstbewusste junge Frau mit einem Hang zu ungewöhnlichen Erfindungen, selbstständig genug, um sich allein um die Farm ihrer Eltern zu kümmern – und eine ausgeprägte Perfektionistin, die nicht gerade begeistert ist, wenn jemand ihre liebe Ordnung durcheinanderbringt. Sie kennt Josiah bereits seit ihrer Kindheit und ist im Stillen auch in ihn verliebt, doch die Freundschaft zerbricht, als er sie vor drei Jahren unerwartet küsst und dann wegläuft, ohne sich wieder bei ihr zu melden.
Was sie – natürlich – nicht weiß: Er liebt sie ebenfalls, will aber in der Lage sein, eine gemeinsame Zukunft zu bestreiten, bevor er ihr näherkommt. Da er im Gegensatz zu ihr abenteuerlustig und spontan ist, sorgt dies im Rahmen der Geschichte immer wieder für humorvolle Situationen, für Missverständnisse und Streit – aber gerade das ist es, was der Erzählung ein wenig „Feuer“ verleiht.
Hinzu kommt noch eine dritte Figur: ein obdachloser Mann, bei dem es sich um einen Verbrecher handeln könnte – oder nur um einen heimatlosen ehemaligen Soldaten, der keinen Halt mehr hat. Gerade er sorgt für vielleicht etwas überzogene Elemente im Roman (z. B. ein brennendes Sofa), bringt aber auch erst die Handlung in Gang, denn da er ein Dach über dem Kopf braucht, muss Josiah einen Vorwand finden, um bei Katie zu bleiben. Und er ist es auch, der immer wieder kritische Fragen zur (angeblichen) Beziehung der beiden stellt, die die beiden einerseits immer weiter in die Bredouille manövrieren, andererseits aber auch zwingen, trotz ihrer Gegensätze und angeblichen Abneigung zusammenzuarbeiten.

Fazit: Die Story ist an einigen Stellen vielleicht eine Spur zu überzogen, aber durchaus unterhaltsam. Wenn ihr Lust habt, einmal etwas von Regina Jennings zu lesen, würde ich eher die oben genannten Romane empfehlen.

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Ein Kommentar zu „Regina Jennings: Her Dearly Unintended

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