Veröffentlicht in Belletristik

Esther Maria Magnis: Gott braucht dich nicht

gott-braucht-dich-nichtIn ihrer Kindheit findet Esther Maria Magnis Gott eigentlich ganz gut – aber Kirche eher langweilig. Und auch der Gott, den sie persönlich erlebt und von dem sie in den biblischen Geschichten liest, erscheint ihr so manches Mal sehr wild und spannend – doch der Gott, der von der Kanzel herab gepredigt wird, ist ein Gott der Regeln, der Verbote und ausgesprochen langweilig und alltagsfern. Dennoch ist sie sich sicher: Es gibt Gott.
In ihren Teeniejahren verabschiedet sie sich dann langsam und unbewusst von ihm. Der Gott, den man ihr jetzt präsentiert, ist ein Gott, der gegen politische Ungerechtigkeiten eintritt, gegen Kriege demonstriert und alles in allem ein Spießer ist und mit dem übereinstimmt, was auch Leute verbreiten, die mit Gott oder Kirche gar nichts am Hut haben.
Doch dieser Gott gibt nicht auf. Als ihr Vater unheilbar an Krebs erkrankt, verspüren Esther Maria und ihre beiden Geschwister Johannes und Steffi auf einmal das unstillbare Bedürfnis zu beten. Und da passiert etwas Erstaunliches: Sie begegnen Gott. Und sind sich sicher: Das ist keine Halluzination, da ist etwas bzw. jemand, der größer ist als wir.
Doch als die Gewissheit „Gott kann heilen“ dem undenkbaren Gedanken, dass ihr Vater trotz allem sterben kann und wird, begegnet, ist es, als würde sich der Boden unter ihr öffnen. Sie bekommt das Wissen, dass Gott gut ist, dass er aber gleichzeitig schlimme Dinge zulässt, nicht unter einen Hut. Und was bleibt, ist Unverständnis, aber vor allem Wut und die Entscheidung, ohne Gott durchs Leben zu gehen. Und es kommt die Verzweiflung, als sie irgendwann erkennt, dass ohne Gott alles sinnlos ist – dass man die eigene Existenz ertragen muss. Dass man ungefragt existiert. Dass es keine letztgültige Wahrheit mehr gibt. Und dass nach dem Tod nichts mehr kommt.
Solange Esther Maria nichts von Gott wissen will, schweigt dieser und drängt sich ihr nicht auf. Doch dann öffnet sie ihm die Tür ein Stück, und er nimmt die Einladung an:

„Ich glaube, die Liebe in uns zieht. […] Zu Gott. Und darum leiden wir. Ich glaube, Gott fehlt uns. Ich glaube, wir vermissen Gott. Und wir sind verletzt. Nicht alle. Ich würde das niemals jemandem einreden wollen oder mich damit über Atheisten erheben wollen. Ich weiß, dass es gute Gründe gibt, nicht zu glauben. Aber manchmal denke ich, die meisten Menschen sind einfach nur traurig, dass er nicht da ist. Dass er schweigt. Und dass man darum selber irgendwann stumm wird. Und ich habe damals langsam wieder zu sprechen begonnen. Ich weiß nicht viel. Ich habe aber die Gewissheit, dass das, was wir sagen, nicht an den Glasscheiben endet, nicht in der Luft verweht wird – es wird erwartet.“ (Seite 200)

Und so beendet sie ihren Alleingang und kehrt zu einem Gott zurück, der auch das Scheitern und das Versagen annimmt. Der sich auch die Finger schmutzig gemacht hat und ihr Leid versteht, weil er selbst gelitten hat. Den sie zwar nicht wirklich versteht, den sie aber trotzdem nicht aufgeben will.

Ich bin auf der Frankfurter Buchmesse 2012 über diesen Titel gestolpert, als ich zufällig am Stand von Rowohlt vorbeikam. Ein Buch, auf dem in riesigen Lettern „Gott braucht dich nicht“ prangt, dazu muss man als Christ erst einmal greifen. Handelt es sich dabei um das in der heutigen Zeit beinahe schon obligatorische atheistische Manifest, das sich gegen die Existenz Gottes ausspricht und mir sagt, warum mein Glaube ein Irrtum ist? Oder ein spirituelles Buch, das alle möglichen Religionen unter einen Hut bringt und mir erzählt, ich sei engstirnig, wenn ich darauf bestehe, dass eben nicht alle Wege nach Rom führen (nein, manche führen auch nach München oder Hamburg)? Welche cleveren Argumente werden jetzt angeführt? Doch dann liest man den Untertitel: „Eine Bekehrung“. Wow, ein Begriff, den heutzutage sogar die meisten frommen Verlage vermeiden, um Nichtgläubige nicht vor den Kopf zu stoßen, indem sie Insidersprache verwenden. Und hier ist ein nichtchristlicher Verlag, der es wagt, ein biografisches Buch darüber zu veröffentlichen, wie jemand wieder zu Gott zurückfindet.

Nachdem immer mehr Personen in meinem Bekanntenkreis dieses Buch gelesen und mir begeistert davon erzählt hatten, habe ich es dann auch gewagt und es tatsächlich gelesen. Und nachdem ich heute Morgen die letzte Seite umgeschlagen und auch das eine oder andere Tränchen verdrückt habe (und ich gehöre eigentlich nicht zu den Menschen, die beim Lesen eines Buches heulen – schon gar nicht eines Sachtitels), muss ich sagen, dass „Gott braucht dich nicht“ definitiv in den Top 10 der besten Büchern angesiedelt ist, die ich jemals in meinem Leben gelesen habe.

Der Schreibstil von Esther Maria Magnis ist sicher etwas gewöhnungsbedürftig. Er ist in einem Absatz gewaltig und schnoddrig und haut mir als Christ traurige Tatsachen über mich und meine Glaubensgeschwister um die Ohren, doch schon im nächsten vermittelt sie mir ganz sanft und zart und poetisch eine wunderbare Wahrheit. Die Sätze sind so manches Mal extrem verschachtelt, dass man wieder an den Anfang eines Satzes zurückgekehren muss, weil man das Verb oder das Objekt überlesen hat oder weil es schlicht fehlt. Und manchmal liest man schlicht Absätze ein zweites und vielleicht sogar ein drittes Mal, weil das darin gezeichnete Bild so wunderschön oder zutreffend ist, dass man es wie ein Glas guten Roten langsam und bewusst genießen muss. Aber wenn man sich darauf einlässt, findet man ein Juwel nach dem nächsten. Die Autorin lässt all die platten Erklärungsversuche von Christen hinter sich. Erklärungsversuche, warum Gott Leid zulässt. Wie Gott ist. Wie er mit uns spricht. Wie er erlebt werden will. Aber sie hält auch Atheisten die Konsequenz ihres Weltbildes entgegen. Und dabei findet sie neue Bilder, die mir so noch nicht untergekommen sind. Ich habe die Verzweiflung eines Menschen und seine Einsamkeit noch nie so spüren können wie die von Esther Maria Magnis, die sie ab Seite 79 des Buches schildert. Oder wenn sie ihre Gottesbegegnungen beschreibt – sofern dies Worte vermögen -, dann kann man als Leser nur heulen, weil das zu schön ist und weil man sich danach sehnt, es selbst zu erleben.

Das alles schildert Esther Maria Magnis mit einem unglaublichen Respekt vor dem Leser. Sie drängt ihre Erkenntnisse nicht auf, sondern weist immer wieder darauf hin, dass dies ihre Erfahrungen sind, dass Worte unzulänglich sind, um Die Wahrheit zu beschreiben.

Mein Fazit: Um es aus dem Bauch heraus zu sagen: „Alter Schwede, ist dieses Buch gut!“

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Veröffentlicht in Sachtitel

Brennan Manning: Alles aus Gnade

Wenn man Christen, die viele spirituelle Sachbücher lesen, fragen würde, wer für sie bedeutendste geistliche Schriftsteller ist, würden viele sicher Brennan Manning nennen. Von ihm stammt eines der bekanntesten geistlichen Bücher: „Größer als dein Herz – The Ragamuffin Gospel“. Bei „Alles aus Gnade“ handelt es sich – aufgrund seines Alters – wahrscheinlich um sein letztes Buch: seine Autobiografie.
Manning ist in vieler Hinsicht ein Antiheld, denn seine Grundbotschaft „Gott liebt dich, wie du bist, und nicht, wie du sein sollst“ veranschaulicht das, was er auf schmerzhafte Weise in seinem eigenen Leben erfahren hat.

„Ich warne Sie: Mein Lebensweg war keine gerade Straße, eher ein gewundener Pfad voll von Dornengestrüpp, Freudenschreien und Wodka. Ob ich auf Abwege gekommen bin? Oh ja. Ich war Priester, dann Ex-Priester. Ehemann, dann Ex-Ehemann. An einem Abend habe ich die Zuhörermengen erstaunt, am nächsten meine Freunde belogen. Ich war jahrelang betrunken, eine Zeitlang nüchtern, dann wieder betrunken. Ich war Johannes der Lieblingsjünger, Petrus der Feigling und Thomas der Zweifler, noch bevor die Bedienung die Rechnung bringen konnte. Ich habe allein am Dienstag jedes einzelne der zehn Gebote sechs Mal gebrochen. Und wenn Sie jetzt glauben, dass der letzte Satz eine dramatische Übertreibung war – er war es nicht.“

Hier nur einige Schlaglichter aus seinem Leben:

– Manning wird während der Weltwirtschaftskrise geboren und genießt in einer Zeit, in der eine liebevolle Erziehung ein Fremdwort war, eine eher „handfeste“ Erziehung. Er fühlt sich seit seiner Jugend von seinen Eltern ungeliebt – seine Mutter will eigentlich ein Mädchen und gibt ihm immer wieder zu verstehen, dass er ein Versager ist, ein Träumer, aus dem nie etwas werden wird. Er tut alles, er verhält sich auf eine Weise, damit seine Mutter ihn liebt, aber es ist alles vergebens.
– Er stammt aus einer streng katholischen Familie – aber weil eben seine eigene familiäre Situation so prekär ist, ist auch sein Gottesbild sehr negativ geformt: Gott ist „Etwas Schreckliches“, kalt, wütend, distanziert und irgendwie weit weg.
– Sein Leben ändert sich etwas, als er 16 ist: Er entdeckt den Alkohol, und da er aus einer Familie von Alkoholikern kommt und voller Minderwertigkeitskomplexe ist, entdeckt er ihn gründlich.
– Er geht zu den Marines und lernt dort Ray Brennan kennen, der sein bester Freund wird und dessen Familie Manning „adoptiert“.
– Noch während seiner Zeit in der Army schreibt er für eine Wochenzeitung, und das tut er so gut, dass er anschließend ein Uni-Stipendium bekommt. Von da an verfolgt er den Traum, Schriftsteller zu werden. Doch als er 21 Jahre ist, hat er einen beunruhigenden Traum – es ist der „Mein Haus, mein Auto, meine Frau“-Traum -, und als er erwacht, fragt er sich, ob das wirklich alles ist, um das es im Leben geht. Als er mit dem Campus-Geistlichen darüber spricht, stellt der ihm Gott vor. Und das, was er dort hört, hinterlässt einen solchen Eindruck, dass er zu den Franziskanern geht.
– Aber nach noch nicht einmal einer Woche weiß er, dass das eine ganz dumme Idee war. Als er im Grunde schon die Koffer gepackt hat, geht er noch einmal in die Kapelle, und dort hat er das, was wir wohl ein Bekehrungserlebnis nennen würden. Gott zeigt sich ihm so eindringlich, dass er auf ein Priesterseminar geht. Und als er Jahre später ordiniert wird, ändert er auch seinen Namen in Brennan.
– Er schließt sich schließlich den Kleinen Brüdern Jesu an, eine kontemplative Gemeinschaft, die von Charles de Foucauld gegründet worden ist und einen einfachen Lebensstil praktiziert. Dort lernt er auch einen Bruder kennen, der ihm zu den Erkenntnissen verhilft: „Es ist in Ordnung, nicht in Ordnung zu sein!“ und: „Jesus Christus ist ganz verrückt nach dir. Er liebt dich so wie du bist, nicht so, wie du sein solltest.“
– Nach einigen Umwegen arbeitet er als Campus-Geistlicher in Florida – und da fängt er dann wieder an zu trinken. Auch sein christlicher Glaube ist eigentlich nur noch eine Fassade. Er macht zwar eine Reha, aber im Grunde schafft er das hauptsächlich, weil er ein Kämpfer ist, und nicht, weil er die Hintergründe für seinen Alkoholismus erkannt hätte.
– Nach der Reha fängt er an, Vorträge zu halten – als trockener Alkoholiker, der über die Liebe Gottes spricht. Was folglich gut ankommt. In diesem Rahmen lernt er Roslyn kennen, und die beiden verlieben sich. 7 Jahre treffen sie sich sporadisch und haben eine „Beziehung“, dann kommt der Augenblick, in dem er erkennt, dass er die Franziskaner verlassen muss.
– Die beiden heiraten. Doch er merkt bald, dass er – schon aufgrund seiner Familiengeschichte – keine Ahnung hat, wie man eine Ehe führt. Spätestens als er wieder zu trinken beginnt, ist das das Aus für die Ehe. Er ist sogar zu betrunken, dass er die Beerdigung seiner eigenen Mutter verpasst. Doch auch jetzt noch ist er ein wahrer Fachmann für Fassaden und das Leugnen der eigenen Probleme. Und obwohl er wunderbare Vorträge hält, Bücher schreibt, die den Menschen die Gnade Gottes näher bringen, stolpert und fällt er doch immer wieder.

Am Ende seines Buches bringt Brennan Manning seine Lebensbotschaft wunderbar auf den Punkt:

„Mein Leben bezeugt diese Gnade – eine Gnade, die genauso verblüfft, wie sie verärgert. Eine Gnade, die die emsige Biene, die den ganzen Tag rackert, genauso belohnt wie den grinsenden Trinker, der fünf Minuten vor Feierabend auftaucht. Eine Gnade, die die Beine in die Hand nimmt und auf den vor Sünde stinkenden, verlorenen Sohn zu rennt, ihn in die Arme nimmt und beschließt, eine Party zu feiern, ganz ohne Wenn und Aber. Eine Gnade, die mit blutunterlaufenen Augen zu einem sterbenden Dieb schaut und auf dessen Bitte, ‚Bitte, denk an mich‘, mit ‚Und ob!‘ antwortet. Eine Gnade, die die größte Freude des Vaters ist und die im Zimmermann und Erlöser Jesus Christus Gestalt angenommen hat, der seinen Platz neben dem Vater nicht um Himmels willen verlassen hat, sondern um unserer, Ihrer und meiner, willen. Diese ordinäre Gnade ist eine rücksichtslose Leidenschaft. Sie verlangt nichts von uns. Sie ist nicht billig. Aber sie ist kostenlos und wird deshalb immer die Bananenschale bleiben, auf der die Rechtgläubigen ausrutschen, und das Märchen, das die der Empfindsamkeit Entwachsenen nicht glauben. Die Gnade ist allgenügend, auch wenn wir uns alle Mühe geben, etwas oder jemanden zu finden, für das oder den sie nicht ausreicht. Gnade ist genug. Er ist genug. Jesus ist genug.
Johannes, der Jünger, den Jesus lieb hatte, schloss seinen ersten Brief mit folgendem Satz: ‚Kinder, hütet euch vor den Götzen!‘ Anders ausgedrückt: Haltet euch fern von allen Göttern, die ihr verstehen könnt. Die Liebe des Vaters kann man nicht verstehen. Ich sage es noch einmal: Die Liebe des Vaters kann man nicht verstehen.“

Ein großartiger Lebensrückblick eines großartigen Autoren!

Eine Leseprobe findet ihr auf der Website des deutschen Verlages.

Veröffentlicht in Sachtitel

Humphrey Carpenter: J. R. R. Tolkien – Eine Biographie

Humphrey Carpenters Biographie des Schöpfers von Mittelerde ist eine der bekanntesten Biographien über J. R. R. Tolkien und gibt einen Überblick über das gesamte Leben des bekannten Philologen und Schriftstellers. Das Buch ist in neun Teile unterteilt, die jeweils dem Leben des Schriftstellers chronologisch folgen:

1. Teil: Ein Besuch (des Autors bei Tolkien)

2. Teil: 1892-1916: Jugendjahre – Tolkiens Eltern, Kindheit in Südafrika, Rückkehr nach England und seine Jugendjahre, Tolkien lernt seine spätere Frau Edith kenne und lieben, Studienjahre, Erster Weltkrieg

3. Teil: Schaffung einer Mythologie – Tolkiens Begeisterung für alte Sprachen und neue, eigene; sein beruflicher Werdegang; das Silmarillion

4. Teil: 1925-1949a: „In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit“ – seine Zeit und Lehrtätigkeit in Oxford; seine Begeisterung für die Philologie; seine Bekanntschaft mit C. S. Lewis; die Erschafftung von „Der kleine Hobbit“

5. Teil: 1925-1949b: Das Dritte Zeitalter – Der Schaffensprozess von „Der Herr der Ringe“

6. Teil: 1949-1966: Erfolg – Die Veröffentlichung von „Der Herr der Ringe“ und der damit verbundene Erfolg

7. Teil: 1959-1973: Die Zeit nach „Der Herr der Ringe“ und Tolkiens Pensionierung; sein Tod

8. Teil: Der Baum – sein literarisches Werk – seine Biographie

9. Teil: Anhänge – Stammbaum von J. R. R. Tolkien; Chronologie der Ereignisse im Leben von Tolkien; Die veröffentlichten Schriften von Tolkien; Quellen und Danksagungen; Register; Fotos von Tolkien, seiner Familie und engen Freunden

Humphrey Carpenter nähert sich auf unterhaltsame, informative Weise und nicht ohne kritische Anmerkungen dem Schaffen eines bedeutenden britischen Philologen und Schriftstellers: J. R. R. Tolkien. Tolkien selbst hatte einmal gesagt: „Eine meiner stärksten Überzeugungen ist, daß es völlig falsch und vergeblich ist, in der Lebensgeschichte eines Autors nach dem Zugang zu seinen Werken zu forschen.“ Doch Carpenter zeigt anhand von Tolkiens Werken auf, inwiefern sie doch seine Überzeugungen und Erlebnisse widerspiegeln. Er gibt Einblick, inwieweit Tolkiens Glaube an Gott seine Werke geprägt haben und wie sehr er der Mythologie Islands verpflichtet ist. Auch geht er der Frage nach, wie ein Mensch, der im Grunde ein wenig ereignisreiches, völlig konservatives Leben als Brite geführt hat, eine so farbenfrohe Fantasiewelt erschaffen konnte, wie ein Mensch, der sich mit „trockenen“ Sprachwissenschaft beschäftigt, gleichzeitig ein Träumer, ein Kind sein kann.

Eine Biographie, die sehr gut zu lesen ist und Lust macht, sich mit den Werken von Tolkien, aber auch anderen Sekundärwerken über ihn zu beschäftigen. Die zahlreichen Anekdoten – daß Tolkien bspw. seine spätere Frau Edith erst wieder nach Erreichung der Volljährigkeit treffen durfte oder daß er so sehr in Mittelerde zu Hause war, daß er seine Werke im Grunde nie beenden wollte, um seine Fantasiewelt nicht verlassen zu müssen – machen das Buch zu etwas Besonderem.

Negativ fällt beim Lesen meiner 3. Ausgabe von 2002 jedoch auf, daß zum einen der Buchtitel „Der Herr der Ringe“ vom Übersetzer bzw. Lektor dekliniert wird. Darüber hinaus konnte man sich offenbar nicht entscheiden, ob man nun die englischen Originalnamen und -bezeichnungen aus Tolkiens Romanen angibt oder die deutschen. Weiterhin hätten die Buchtitel von C. S. Lewis auf den aktuellen Stand gebracht bzw. überhaupt mit der Angabe des derzeit lieferbaren deutschen Titels angeführt werden sollen!