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Julie Kagawa: Plötzlich Fee – Frühlingsnacht (4)

kagawa ploetzlich fee fruehlingsnachtAsh, der Winterprinz, hat für seine Liebe zu Meghan bereits alles riskiert. Seine eigene Mutter, die eisige Königin Mab, hat sich von ihm abgewendet, er wurde aus Nimmernie verstoßen. Eigentlich müssten nun endlich bessere Zeiten anbrechen, denn die Eisernen Feen sind geschlagen und Meghan wurde zur rechtmäßigen Königin ihres Reiches gekrönt – eines Reiches, in dem Ash aber nur dann überleben kann, wenn er das Einzige, das ihm von Mabs Erbe noch geblieben ist, preisgibt: seine Unsterblichkeit. Damit er überleben kann, verstößt ihn Meghan aus ihrem Reich und entbindet ihn so von seinem Eid. Doch Ash ist nicht bereit aufzugeben. Gemeinsam mit seinem Rivalen und ehemals besten Freund Puck begibt er sich auf eine gefährliche Reise ans Ende der Welt, um dort nach schweren Prüfungen das zu erlangen, was ihm das Überleben im Eisernen Reich ermöglichen würde: eine Seele und damit seine Menschlichkeit …

„Plötzlich Fee – Frühlingsnacht“ ist Band 4 der Reihe um Meghan Chase und Winterprinz Ash – und das Außergewöhnliche: Mit Ausnahme des Epilogs wird das komplette Buch aus Ashs Sicht erzählt. Und das gefiel mir erstaunlich gut. In den Vorgängerbänden war Ash primär „tall, dark, and handsome“ – der extrem gut aussehende Winterprinz, der seine wahren Gefühle (sofern er als Feenwesen überhaupt in der Lage ist, welche zu empfinden) hinter einer starren Maske verbirgt. Nur hin und wieder gelingt es Meghan und damit dem Leser, einen Blick hinter die Maske zu werfen und zu erahnen, wie groß seine Liebe zu der jungen Frau ist. In diesem 4. Band ändert sich nun alles. Wir können einen Blick in die Gedanken des Prinzen und auch seine Gefühle werfen. Manche werden ihn vielleicht etwas zu emotional und „wehleidig“ finden. Aber manchmal stößt auch das „Show, don’t tell“ an seine Grenzen. Und ich habe auch genug von all den Liebesgeschichten um Teeniemädels, die groß gewachsenen, unheimlich gut aussehenden übernatürlichen Wesen verfallen, welche sie die Hälfte der Zeit abweisend behandelt – und der betreffende Autor bzw. die betreffende Autorin verkauft uns dies als die große Liebe. 🙂
Darüber hinaus ergeben die Emotionalität und die Zweifel des Protagonisten im Gesamtbild des Buches auch einfach Sinn: Er befindet sich auf einer traditionellen Quest, muss – gemeinsam mit seinen (mehr oder weniger) treuen Freunden – Abenteuer bestehen und Herausforderungen und Prüfungen bewältigen. Und zu dieser Reise und den in ihrem Rahmen stattfindenden Prüfungen gehört eben die Konfrontation mit typisch menschlichen Emotionen und Erfahrungen: die Dunkelheit im eigenen Inneren und Reue über Vergangenes. Schmerz und Krankheit. Einsamkeit und Sterblichkeit. Die Prüfungen, die zum Teil alle bestehen müssen, die aber gerade am Ende nur von Ash bewältigt werden müssen, liefern dem Leser eine echte Achterbahn der Gefühle. Die menschlichen Erfahrungen zerstören ihn zwar einerseits, andererseits geht er aber gestärkt und entschlossen daraus hervor. Das Leben der Charaktere ist fast in jedem Kapitel durch ein neues Monster oder ein neues Hindernis bedroht und sie werden tief hineingeführt in ihr Inneres – bis in die tiefsten Untiefen. Und ich gestehe: Es gab auch die eine oder andere Stelle, an der ich vielleicht ein Tränchen verdrückt habe.
Puck ist ebenfalls mit von der Partie und auch Grimalkin, die Cat Sidhe. Die Sommerfee ist in diesem Buch etwas weniger humorvoll, aber vor dem Hintergrund der Quest ergibt auch das Sinn, da er und die anderen Abenteurer ebenfalls mit ihren dunkelsten Seiten konfrontiert werden. An liebevollen, aber doch bissigen Neckereien mangelt es dennoch nicht, und deshalb ist diese „Männerfreundschaft“ von Puck und Ash für mich auch in jedem Buch ein echtes Highlight:

[Puck] seufzte schwer und warf mir einen prüfenden Blick zu. „Bist du sicher, dass du der Sache gewachsen bist, Eisbubi?“, fragte er dann. „Ich weiß, du bist der Meinung, du könntest alles schaffen, aber das hier wird echt hart. Und ‚Ash, der Irre‘ klingt einfach nicht so gut wie ‚Lass-mich-in-Ruhe-sonst-bring-ich-dich-um-Ash‘.“
Ich grinste spöttisch. „Für einen Erzfeind klingst du aber ziemlich besorgt.“
„Pah. Ich habe nur keine Lust, Meghan erklären zu müssen, dass du bei dem Versuch, eine Seele zu erringen, zu Gemüse geworden bist. Ich wüsste nicht, wie das für mich ein gutes Ende nehmen sollte.“
(S. 467/E-Book)

Ein weiteres Mitglied der kleinen Gruppe ist der Große Böse Wolf, der eine wunderbare Ergänzung des Teams darstellt und ebenfalls hin und wieder für humorvolle Einlagen sorgt oder mit seinem Mut und seiner Stärke so wie Grimalkin den Protagonisten auf seiner Reise voranbringt und schützt. Es gibt noch eine weitere Figur, die die Gruppe komplettiert und etwas zu Ashs „Emotionalität“ beiträgt, aber ich möchte an dieser Stelle nicht zu sehr spoilern …
Ich dachte ja bereits, dass Julie Kagawas Beschreibungen von Nimmernie bereits kreativ und einfallsreich sind. Aber in „Frühlingsnacht“ gelingt es ihr tatsächlich, dies noch einmal zu steigern. Wir entdecken gemeinsam mit den Akteuren unbekannte Seite des Wilden Waldes, reisen durch Gebiete, in denen die Wesen „leben“, die kurz vor dem Verlöschen sind, und gelangen schließlich bis ans Ende der Welt. Und ich hab’s ja schon immer geahnt: Die Welt ist eine Scheibe und unsere mittelalterlichen Vorfahren hatten recht: Hic sunt dracones. 😉 Wunderschön! Aber mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten.
Kagawas Schreibe ist auch hier bildreich, flüssig und gut zu lesen sowie vor allem ausgesprochen actionreich. Meghan hat mir ehrlich gesagt nicht gefehlt. Natürlich ist sie bzw. Ashs Liebe zu ihr der Motor der Handlung und seiner Entscheidungen, aber ich fand, dass die beiden Feenmänner die Handlung sehr gut allein getragen haben (natürlich gemeinsam mit ihren Sidekicks). Mir persönlich hat es besser gefallen als Band 3, aber auf jeden Fall war dieser Abschluss nötig, damit die Geschichte um Meghan und Ash wirklich zu einem befriedigenden Ende geführt wird.

Mein Fazit: Ich möchte Band 4 nicht missen!

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Julie Kagawa: Plötzlich Fee – Herbstnacht (3)

kagawa-ploetzlich-fee3 Am Vorabend ihres siebzehnten Geburtstags findet sich Meghan als Wanderin zwischen den Welten wieder: Sie und Ash, der Winterprinz, wurden wegen ihrer verbotenen Liebe von Sommerkönig Oberon und Winterkönigin Mab aus Nimmernie verbannt. Nun sind sie auf der Flucht. Auch die Eisernen Feen, denen Meghan im letzten großen Kampf empfindlichen Schaden zugefügt hat, sinnen auf Rache und machen vor der Welt der Sterblichen und Meghans Familie nicht halt. Es gibt keinen Ort mehr, an dem Meghan sicher ist. Doch diesmal ist sie nicht allein: Ash weicht nicht von ihrer Seite, seine Liebe zu ihr ist ihm längst wichtiger als das Wohlwollen seiner Mutter Mab.
Als sich die Eisernen Feen unter einem falschen König zu einem neuen Angriff rüsten und die Feen des Sommer- und des Winterlandes dagegen machtlos sind, bitten diese Meghan und Ash um Hilfe. Der jungen Frau ist es ja nicht nur gelungen, den Eisernen König zu vernichten; sie ist auch das einzige Feenwesen, für das Eisen keine unmittelbare Gefahr darstellt. Die beiden Liebenden kehren nach Nimmernie zurück und begeben sich ein weiteres Mal auf die gefährliche Reise in das Eisenland …

„Plötzlich Fee – Herbstnacht“ ist Band 3 von Julie Kagawas „Plötzlich Fee“-Reihe und definitiv ein echtes Highlight: spannend, actionreich, kreativ. Ein wirklicher Pageturner, den man nicht mehr aus der Hand legen kann. Kagawa gehen auch in diesem Band die Ideen nicht aus. Sie formt das Eisenreich weiter aus, ergänzt die Feenmythologie bzw. die Mythologie der von ihr erschaffenen Feenwelt um weitere Facetten und vertieft auch Meghans Charakter weiter.
Während Meghan in den ersten beiden Bänden für meinen persönlichen Geschmack etwas zu viel „herumgeheult“ hat, entwickelt sie sich in „Herbstnacht“ zu einer starken jungen Frau, die nicht länger eine Damsel in Distress ist (wenn auch eine mit einem – unvernünftigerweise – ausgewachsenen Dickschädel), sondern selbst das Schwert in die Hand nimmt und in den Kampf zieht. Während sie sich auch bislang bereits durch Mut und Entschlusskraft auszeichnete, ist sie nun wirklich willens, auch den Preis für ihre Entscheidungen zu zahlen und die Konsequenzen der Ereignisse zu (er-)tragen. Auch um den Preis ihrer Liebe zu Ash.
Interessanterweise ist es dieser, der in „Herbstnacht“ zunehmend Probleme damit hat, dass die junge Frau selbstständiger wird und bereit ist, Opfer zu bringen, um die Feenwelt zu retten. Aber da er bislang relativ facettenarm war, fördert das die Charakterzeichnung dieser Figur ungemein und verleiht dem Winterprinzen mehr Tiefgang. Ich freue mich schon auf Band 4 der Reihe, in dem die weiteren Ereignisse aus seiner Sicht beschrieben werden. Bislang hat man wenig Einblick bekommen in seine Gedanken und Gefühle. Auch die die Geschehnisse um seine (und Pucks) Liebe zu Ariella blieben bspw. relativ blass.
Neben Puck mit seinen Scherzen ist auch Cat Sidhe Grimalkin wieder mit von der Partie, und ich dachte so manches Mal, dass eine solche Figur für einen Autoren ja sehr bequem ist: Grimalkin taucht auf und verschwindet, wie es ihm gefällt. Aber man kann davon ausgehen, dass er im Hintergrund die Fäden zieht und immer eine Lösung für anstehende Probleme in petto hat. Sehr zweckmäßig für den Autor, der sich nach Belieben zurücklehnen kann, wenn er einen schnellen Ausweg aus einer Situation benötigt. 😉

Mein Fazit: Großartig! Unbedingt lesen, falls ihr dies nicht sowieso schon getan habt.

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Julie Kagawa: Plötzlich Fee – Winternacht (2)

kagawa ploetzlich fee WinternachtMeghan, die halb menschliche Tochter des Sommerkönigs Oberon, hat es geschafft: Mit der Unterstützung von Prinz Ash ist es ihr gelungen, den Eisernen König Machina zu besiegen und ihren kleinen Bruder Ethan zu befreien. Doch nun muss sie ihr Versprechen einlösen und Prinz Ash zum Hof seiner Mutter folgen, der Winterkönigin Mab: Tir Na Nog.
Doch zu ihrem Schrecken muss sie mit ansehen, wie sich Ash dort völlig verändert. Verschwunden ist der junge Mann, der ihr Herz erobert hat. Zurück kehrt der eiskalte Prinz des Winterreiches. Hinzu kommt, dass auch ihre magischen Fähigkeiten verschwunden sind. Doch bevor Meghan sich von diesem Schock erholen kann, geschieht das Entsetzliche: Sage, der Thronerbe des Winterreichs und ältester Bruder von Ash, wird von Eisernen Feen ermordet, das Jahreszeitenzepter, das das Machtgleichgewicht in Nimmernie und die Jahreszeiten der realen Welt regelt, gestohlen. Und das Schlimmste: Dahinter steckt Rowan, der Mittlere der Prinzensöhne, der sich mit dem mysteriösen neuen Eisernen König verbündet hat und auf diese Weise seine Macht sichern will.
Doch außer Meghan, Ash und Puck hat niemand die Eisernen Feen, die selbst Mabs Grausamkeit in den Schatten stellen, je gesehen. Und so machen sich die drei auf die Suche nach dem Zepter – während in Nimmernie der Krieg zwischen Sommer und Winter ausbricht …

„Plötzlich Fee – Winternacht“ ist Band 2 der Reihe um Meghan Chase, die Tochter des Feenkönigs Oberon und einer Menschenfrau. Das Buch schließt dort an, wo Band 1 „Plötzlich Fee – Sommernacht“ geendet hat: Ash bringt Meghan, wie vereinbart, an den Königshof seiner Mutter. Er warnt sie jedoch, dass das Leben dort anders ist, gefährlicher. Jeder hält Ausschau nach den Schwächen seines Gegenübers und versucht, den anderen seelisch und auch körperlich zu vernichten. Und um zu überleben, wird auch er sich anders verhalten müssen, als Meghan dies von ihm kennt. Ganz zu schweigen davon, dass Sommer und Winter Todfeinde sind und einfach nicht zusammenkommen dürfen. Doch da die Hoffnung zuletzt stirbt, fällt es Meghan schwer, ihm Glauben zu schenken. Umso größer ist ihr Entsetzen, als genau das geschieht: Ash ist kalt und abweisend zu ihr; von der bisherigen Zuneigung keine Spur. Daraufhin ist sie völlig am Boden zerstört – und ihr Verhalten ist auch mein persönlicher Kritikpunkt an dieser Geschichte: Nun folgen seitenlange Beschreibungen ihrer Tränen, ihres Herumgeheules, ihrer Depressionen … Dabei hat er sie doch ganz deutlich davor gewarnt, dass sie ihm vertrauen müsse, dass die Dinge anders sind, als sie scheinen … Im Grunde wirkt sie in diesem 2. Band taffer und selbstbewusster als in der bisherigen Geschichte, doch wenn es um Ash geht, kommt sie leider nicht ohne Naivität und jede Menge Tränen aus. Aber das ist wahrscheinlich typisch für die erste große Liebe. 🙂
Doch dann tritt eine Verschwörung zutage, das Jahreszeitenzepter wird gestohlen und die wirklich spannende, action- und abwechslungsreiche Handlung kommt in Gang. Auch hier zeigt sich wieder die Kreativität von Julie Kagawa, die ihre Nimmernie-Welt noch weiter ausschmückt, neue Figuren einführt, neue Umgebungen erschafft. Ob sich der Leser nun mit den Helden durch das „Gestrüpp“ bewegt und von Wyvern angegriffen wird oder im Zuhause der Leanansidhe aufhält – Kagawa erschafft immer wieder völlig Neues, vergisst aber darüber den roten Faden der Handlung nicht. Und durch aus erzählerischer Hinsicht logisch eingestreute Hinweise auf das Geschehen in Band 1 „Plötzlich Fee – Sommernacht“ sorgt sie dafür, dass auch der Leser, der die Ereignisse des ersten Buches nicht mehr parat hat, sich gleich in die Geschichte und auch die Charaktere hineinfindet. Das alles ist durch Kagawas einfache Sprache auch sehr gut zu lesen – ein echter Schmöker eben.
Wichtigste Figuren neben Meghan sind natürlich Ash, der sich zunächst – mit Ankündigung – abweisend verhält, dann aber zu einer echten Bedrohung für sie wird (warum, wird an dieser Stelle nicht verraten). Stärker als im ersten Band zeigt sich bei ihm der innere Widerstreit zwischen den Traditionen der Feen auf der einen und seinen Gefühlen für Meghan auf der anderen Seite. Bis er schließlich eine tragische Entscheidung fällt …
Sein ehemaliger bester Freund Puck komplettiert den Love Triangle, wobei Meghan jedoch die Entscheidung nicht wirklich schwerfällt. Er sorgt – nicht nur durch seine verbalen Streitereien mit Ash – für jede Menge Humor und Leichtigkeit, es bleibt aber zu hoffen, dass Kagawa ihm in zukünftigen Bänden noch ein wenig mehr Tiefgang verleiht. Das Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden.
Auch Grinsekatze Grim ist wieder mit von der Partie und zieht im Hintergrund seine Fäden. Neu hinzugestoßen: Eisenpferd, den man aus Band 1 bereits kennt, der aber die kleine Gruppe nun als Verbündeter begleitet. Und auch dem aufmerksamen Leser schon einen Hinweis darauf liefert, was uns in den Folgebänden noch erwarten dürfte.

Mein Fazit: Wirklich gut geschriebene Fortsetzung der „Plötzlich Fee“-Reihe, die nicht unter den leider häufig vorkommenden Schwächen von zweiten Bänden (bei Trilogien) leidet, die oft reine Füller sind. Hier passiert Neues, die Ereignisse formen auch die Charaktere weiter. Unbedingt lesen!