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Deborah Harkness: Das Buch der Nacht

harkness das buch der nachtNach ihrer Zeitreise in das London Elisabeths I. kehren die Hexe Diana Bishop und der Vampir Matthew Clairmont zurück in die Gegenwart, wo sie neue Herausforderungen, vor allem aber alte Feinde erwarten. In Sept-Tour, der Heimat von Matthews Ahnen, werden sie schon von ihren Familien und Freunden erwartet. Die Freude über das Wiedersehen wird jedoch von der Nachricht über einen tragischen Verlust überschattet, der besonders Diana tief trifft.
Neue Herausforderungen erwarten das Paar, denn bald wird klar, dass nicht nur ihre Lieben sie vermisst haben – auch alte Feinde verfolgen jeden Schritt, den die beiden tun. Allen voran Benjamin Fuchs, Matthews Vampirsohn, der mit seinem Vater noch eine Rechnung zu begleichen hat.
Die wahre Bedrohung betrifft jedoch „Ashmole 782“, ein verschollenes Manuskript, das sowohl Vampire als auch Hexen und Dämonen für sich beanspruchen, da es der Legende nach Aufschluss gibt über ihre Herkunft.

„Das Buch der Nacht“ ist der Abschlussband der „Diana & Matthew Trilogie“ der Historikerin Deborah Harkness (Band 1: Die Seelen der Nacht; Band 2: Wo die Nacht beginnt). Ich habe zugegebenermaßen einige Wochen gebraucht, um das Buch zu lesen – weniger, weil es eine Enttäuschung war, sondern weil ich wusste, wenn ich erst einmal Seite 764 erreicht habe, ist die großartige Geschichte zu Ende. Und ein größeres Lob kann ich einem Buch, kann ich einer Romanserie nicht aussprechen.

Der Roman setzt da an, wo sein Vorgänger geendet hat: Diana und Matthew lassen das 16. Jahrhundert hinter sich und kehren nach Hause zurück – mit einer Überraschung für ihre Familien und ihre Freunde: Diana ist schwanger. Mit Zwillingen. Im Gegenzug erwartet sie dort aber auch eine traurige Nachricht: Bei einem Angriff durch ihre Gegner ist ein Familienmitglied ums Leben gekommen.
Und schon überschlagen sich die Ereignisse dieses actionreichen Romans: Diana und Matthew beschließen, ihre Unabhängigkeit zu erlangen, indem sie sich vom Clermont-Stammbaum „abspalten“ – auf diese Weise muss Matthew den Anweisungen seines alten Clans nicht länger Folge leisten und kann diesen gleichzeitig vor den Repressalien durch die Kongregation – dem zentralen Organ der übernatürlichen Wesen, in dem immer zwei Vampire, zwei Hexen und zwei Dämonen vertreten sind – schützen, das die Verbindung von Hexe und Vampir zutiefst ablehnt. Dadurch kommt jedoch etwas Entsetzliches ans Licht: Viele von Matthews Vampirkindern haben seinen Blutrausch geerbt – und solche Vampire, die gewöhnlich ihren Blutdurst nicht unter Kontrolle haben, müssen eigentlich von ihren „Eltern“ vernichtet werden. Eines von diesen wahnsinnigen Vampirkindern ist Benjamin Fuchs, den Diana bereits während ihrer Reise in die Vergangenheit kennengelernt hat. Er hasst seinen Vater zutiefst – vor allem, als er erkennt, dass es diesem gelungen ist, mit Diana biologische Kinder zu zeugen. Und so missbraucht und tötet er schon seit Jahrhunderten Hexen in dem Versuch herauszufinden, warum aus dieser unwahrscheinlichen und verbotenen Verbindung doch Kinder hervorgegangen sind. Dazu ist auch er auf der Jagd nach „Ashmole 782“ …
Viele alte Bekannte tauchen im Verlauf der Geschichte auf, viele neue Freunde und Familienmitglieder stoßen hinzu … aber trotz allem gelingt es Deborah Harkness, diesen riesigen Fundus an Akteuren glaubwürdig einzubauen und zumindest auch begrenzt auszugestalten. Allerdings war das auch der Punkt, an dem ich mir gewünscht hätte, dass der Verlag ein Personenverzeichnis anfügt, in dem alle aufgelistet sind – mit dem Hinweis darauf, ob es sich dabei um Vampire, Hexen, Dämonen oder schlicht Menschen handelt. So manches Mal musste ich eben doch grübeln, mit welcher Art Wesen ich es zu tun hatte.
Darüber hinaus liebe ich aber den Schreibstil der Autorin. Er ist zwar nicht übermäßig philosphisch und tiefschürfend, aber sehr flüssig und die Story spannend und schlüssig! Es gibt sehr Rührendes und auch brutale Szenen, die aber alle ihren Platz haben und nicht die Schaulust des Lesers bedienen. Rührend fand ich z. B. die Handlung rund um Gallowglass – Achtung, Spoiler (das Folgende ggf. markieren): Es stellt sich nämlich heraus, dass Dianas Vater ihn bei seiner eigenen Reise in die Vergangenheit gebeten hat, auf seine Tochter aufzupassen (wenn diese dann in den 1970ern geboren werden wird), und so war Diana in ihrem Leben eigentlich nie allein, auch wenn sie sich dessen nicht bewusst war. Und wenn das auch dazu geführt hat, dass Gallowglass sich ebenfalls in Diana verliebt hat. Er hat sich zu einer wirklich interessanten Figur entwickelt, und ich hoffe, dass Deborah Harkness sich vielleicht dafür entscheidet, uns in einem nächsten Buch mehr von ihm zu erzählen. Ach, was sage ich: Die Autorin hat so viele Figuren eingeführt und ausgestaltet, dass ich gern über eine ganze Reihe von ihnen mehr erfahren möchte.

Mein Fazit: Genau das Richtige für Fans von richtig gut geschriebener (historischer) Fantasyliteratur, für Fans von übernatürlichen Wesen, die immer noch nicht genug haben von Hexen und Vampiren. Denn dieses Buch bietet definitiv mehr als die durchschnittliche Vampirkost, hier wartet den Leser eine hochklassige Geschichte mit vielen Facetten, die sich so manches Mal erst beim zweiten oder dritten Lesen entfalten. Ich bin jetzt schon gespannt, womit uns Deborah Harkness beim nächsten Mal überrascht!

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Deborah Harkness: Wo die Nacht beginnt (Band 2)

harkness-wodienachtUm sich vor der Kongregation zu verstecken und der Historikerin dabei zu helfen, ihre Kräfte zu entdecken und zu beherrschen, reisen der Vampire Matthew und die Hexe Diana reisen in das Jahr 1590 zurück. Doch da auf der britischen Insel gerade die Hexenverfolgung begonnen hat und Matthew damals als Spion für Elisabeth I. tätig war, ist dieses Unterfangen gar nicht so einfach. Und als Diana dann auch noch erkennen muss, dass ihr Mann eine ganze Reihe von Dingen vor ihr verborgen hat, wird ihre Beziehung auf eine harte Probe gestellt …

Bei „Wo die Nacht beginnt“ handelt es sich um den zweiten Band einer Romanreihe um den 1.500 Jahre alten Vampir Matthew und die Hexe Diana Bishop, die sich kennenlernen, als die junge Historikerin in Oxford über ein mysteriöses Buch stolpert, hinter dem viele übersinnliche Wesen schon seit Hunderten von Jahren her sind. Mir gefiel bereits der erste Band sehr gut, da die Amerikanerin Deborah Harkness endlich einmal eine gut recherchierte, gut geschriebene, komplexe Vampir/Hexen-Geschichte liefert, deren Story nicht als Vorwand dient, unzählige 6szenen zu schildern – genau die richtige Mischung aus Historienroman, Romanze und Fantasygeschichte. Obwohl Band 1 in gewisser Weise abgeschlossen war, endet der Roman auch mit dem Beginn einer Zeitreise, sodass ich der Fortsetzung regelrecht entgegengefiebert habe. Und Band 2 „Wo die Nacht beginnt“ hat mich in keiner Hinsicht enttäuscht. Auch hier steht die Geschichte (in mehr als einer Hinsicht!) im Vordergrund. Die beiden Protagonisten reisen in das elisabethanische England, was für Matthew nur eine begrenzte Herausforderung darstellt, für Diana jedoch schon. In anderen Romanen, in denen eine Person in die Vergangenheit reist, stellt das neue Leben für diese keine große Herausforderung dar – vielleicht wird mal das Handy vermisst oder die warme Dusche, aber die Heldin/der Held findet sich relativ bald zurecht. Im zweiten Band der Reihe um Matthew und Diana ist dies jedoch anders. Die Autorin schildert Dianas Anpassungsschwierigkeiten sehr detailliert – ob es nun um die Sprache geht, die Art und Weise, wie man damals geschrieben hat, die Schwierigkeit, sich mit der veränderten Kleidung zurecht zu finden … Auch die örtlichen Gegebenheiten in London oder auch Prag schildert Harkness so packend und detailliert, dass man alles vor sich sehen, alles riechen kann. Die gute Nachricht ist, dass Warner Brothers die Rechte an der „All Souls“-Trilogie erwoben hat, denn er verlangt regelrecht danach, verfilmt zu werden. Man spürt einfach, dass hier eine Historikerin am Werk war, die die Fakten wirklich treu recherchiert hat.
Da Harkness auch hier wieder einen 800-Seiten-Schmöker verlegt und viele neue Charaktere einführt – von denen einige fiktiv sind, andere aber reale historische Persönlichkeiten -, war zum einen die Zusammenfassung von Band 1 zum Einstieg sehr hilfreich, zum anderen auch die Personenaufstellung am Ende des Buches, aus der hervorgeht, wer tatsächlich gelebt hat, wer nicht, und welche Funktion die einzelnen Charaktere haben. Harkness versteht sich exzellent darauf, nicht nur die Protagonisten lebensnah und facettenreich zu schildert, auch die Nebencharaktere werden vor den Augen des Lesers lebendig und liefern nicht bloß die „Hintergrundmusik“. Allein schon die Tatsache, dass die Autorin so viele historische Persönlichkeiten und reale Geschehnisse eingeführt hat, lädt dazu ein, im Internet oder einschlägigen Büchern nachzuschauen, was es mit diesen auf sich hat. Während man also in Teil 1 etwas über Wein gelernt hat, lernt man in Band 2 vieles über die europäische (überwiegend aber englische) Geschichte. Und genau das finde ich sehr sympathisch: Ich werde als Leser nicht nur exzellent unterhalten, sondern kann auch noch etwas lernen, ohne dass es sich wie Lernen anfühlt. 🙂

Es gibt jedoch auch Dinge, die mir etwas negativ aufgefallen sind: Am Ende des Buches erfährt man bei Dianas und Matthews Rückkehr nach Sept-Tours, dass eine wichtige Figur aus Band 1 während ihrer Abwesenheit gestorben ist, aber diese Information wird eher so nebenbei geliefert, dass man als Leser doch etwas enttäuscht ist und das Gefühl zurückbleibt, die Autorin hätte diese Figur entweder völlig vergessen oder keine Verwendung für sie gehabt. Das fällt umso deutlicher auf, da der Tod dieser Figur in gewisser Weise heroisch gewesen sein muss. Hier würde ich mir erhoffen, dass man in Band 3 der Trilogie etwas mehr darüber erfährt, was Dianas und Matthews Familien und Freunde während ihrer Abwesenheit erlebt haben.
Darüber hinaus fiel mir zweitens noch auf, dass die wenigen Kapitel, die eingeflochten wurden, um zu illustrieren, inwieweit Dianas und Matthews Handeln in der Vergangenheit Spuren in der Gegenwart hinterlässt, nicht explizit kenntlich gemacht wurden (z. B. indem man ihnen schlicht Gegenwart vorausstellt), den Leser durch die fehlende Markierung aus dem Lesefluss herausreißen, weil er sich fragt, wie diese neue Figur und die Tatsache, dass hier gerade jemand z. B. telefoniert, mit dem gerade Gelesenen in Einklang zu bringen ist.
Aber das größte Manko: Der zweite Band ist zwar durch die Rückkehr in die Gegenwart in gewisser Weise abgeschlossen, aber es bleiben doch noch viele Fragen ungeklärt. Und bis zur Fortsetzung müssen wir sicher wieder ein Jahr warten. 😦

Mein Fazit: Unbedingt lesen!

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Lynn Raven: Blutbraut

BlutbrautSeit sie denken kann, ist Lucinda Moreira auf der Flucht vor Joaquín de Alvaro, denn sie ist eine „Blutbraut“, und nur sie kann den mächtigen Magier davor bewahren, zum Nosferatu zu werden. Dazu aber müsste sie ihm freiwillig ihr Blut geben und sich auf ewig an den Mann binden, der für sie die Verkörperung alles Bösen scheint. Dass dies das schlimmste Schicksal ist, hat ihr ihre Tante Maria eingebläut, die jahrelang mit ihr auf der Flucht war – und dann vor Lucindas Augen von einem Vampir auf brutale Weise getötet wurde – und auch das junge Mädchen wurde dabei verletzt.
Doch dann tritt genau das ein, wovor Lucinda sich fürchtet: Gerade als sie sich erstmals verliebt hat, und zwar in den charmanten Cris, wird sie entführt und auf das Anwesen Joaquíns gebracht. Lucinda ist in eine Falle gelaufen, denn Cris ist kein anderer als Joaquín de Alvaros Bruder, und auch er sucht eine Blutbraut …
Doch die beiden Brüder sind nicht die Einzigen, die hinter Lucinda her sind. Auch andere Mitglieder ihres Konsortiums begehren Lucindas Blut, denn diese stammt aus einer Linie von mächtigen Blutbräuten. Als Lucinda in die Gewalt eines von ihnen gerät und Joaquín sie unter Einsatz seines Lebens befreit, beginnt Lucinda sich zu fragen, ob sie sich nicht vielleicht doch in ihm getäuscht hat. Doch Joaquín steht mittlerweile kurz davor, unwiderruflich zum Nosferatu zu werden …

„Blutbraut“ ist das erste Buch, das ich von der Deutsch-Amerikanerin Lynn Raven (aka Alex Morrin) gelesen habe – zugegebenermaßen wegen des ausgezeichneten Covers und weil mir der Werbetext eine dramatische Lovestory versprach. Und der Roman hatte auch vieles von dem, was ich mir erwartet hatte: Er war gut und durch Perspektivwechsel in gewissem Maße spannend erzählt, die Hauptcharaktere besaßen ein gewisses Identifikationspotenzial und waren teilweise vielschichtig genug, dass man begrenzt „mit-leiden“ konnte, und die Geschichte war ausreichend kreativ, dass ich nicht das Gefühl hatte, Altbekanntes zu lesen. Raven versteht es, Joaquíns Hacienda und die Landschaft in Südkalifornien Wirklichkeit werden zu lassen. Man spürt die Hitze, kann die Magie der Hexenmeister regelrecht fühlen, und auch das Handeln der Hauptfiguren wird so beschrieben, dass es nachvollziehbar ist: Lucinda hat in ihrer Kindheit ein Trauma erlitten, und deshalb braucht sie Wochen, bis sich ihre Gefühle langsam verändern und sie Vertrauen zu Joaquín gefasst hat … Beschreiben kann die Autorin also wirklich.

Allerdings gab es einiges, das mich dann doch an dem Buch gestört hat – eines hat mit inhaltlichen Dingen, anderes mit handwerklichen zu tun: 1. Viele Handlungsstränge bzw. Fragen bleiben offen – und da die Autorin wohl beschlossen hat, der Geschichte keine Fortsetzung zu gönnen, bleibe ich als Leser doch etwas unbefriedigt zurück. 2. Das Happyend (und ich verrate wohl nicht zu viel, wenn ich sage, dass die Geschichte ein Happyend hat) tritt wirklich wie bei einem Pilcher-Roman erst auf den letzten zwanzig Seiten ein; bis dahin ist unsere Heldin noch zu traumatisiert, als dass sie den Gedanken an ein Happyend auch nur zulassen könnte. Und als es dann passiert, war mir das Ganze nicht schlüssig genug sowie zu nüchtern und zu distanziert geschildert, als dass ich wirklich mit dem Herz dabei gewesen wäre. Meine Güte, das soll doch die schicksalhafte große Liebe sein – und wo bleibt der Herzschmerz, das emotionale Erdbeben?

Was die handwerkliche Seite angeht: Wie ich schon in meinen Anmerkungen zu „Der Kuss des Kjer“ geschrieben hatte, neigt Lynn Raven dazu, Wendungen zu wiederholen und ihre Heldinnen bestimmte Dinge immer und immer wieder machen zu lassen – in diesem Fall umschlingt Lucinda permanent ihre Taille und weicht ständig wimmernd und nach Atem ringend vor Joaquín zurück. Sorry, andere Blutbräute sind/waren, wird von Joaquín umsorgt (der keine Anstalten macht, ihr wehzutun) und erfährt, dass ihre Tante sie ihr Leben lang angelogen hat – aber unsere Heldin bleibt dabei: Joaquín ist böse und will nur ihr Blut. Immer wieder habe ich mich dabei erwischt, dass ich dachte: „Get a grip!“ Auch hat der Roman deutliche Überlängen: Es wird der immer gleiche Tagesablauf geschildert: Unsere ängstliche Lucinda verlässt vorsichtig ihr Zimmer, findet Frühstück in der Küche (das ihr Joaquín liebevoll zubereitet hat), begibt sich auf Entdeckungsreise durchs Haus, trifft auf Joaquín, weicht wimmernd vor diesem zurück. Und unternimmt den obligatorischen Fluchtversuch. Booooring. Auch musste ich mich anstrengen, um in Joaquín den beschriebenen extrem gutaussehenden, charmanten (und, da er ein mächtiger Hexenmeister und im Grunde Vampir ist, offenbar sexy) Helden zu sehen – und was zum Geier fand er an der ständig halb atemlosen Lucinda?

Oje, jetzt ist meine Rezi doch negativer ausgefallen als eigentlich beabsichtigt, aber bei mir blieb einfach das „Wow, dieses Buch muss ich sofort noch mal lesen!“-Gefühl aus. Eigentlich hätte die Autorin mit der Romanidee sowie der Tatsache, dass die Hauptfigur ein Vampir ist, eine sichere Bank gehabt, aber bei der Umsetzung hapert es schlicht.

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Lynn Raven: Der Kuss des Kjer

raven-kjerMit einem Trick bringt Mordan, der oberste Heerführer der kriegerischen Kjer, die junge Heilerin Lijanas vom Volk der Nivard in seine Gewalt. Im Auftrag seines schwerkranken Königs Haffren soll er an einem gefährlichen Ort mithilfe der Heilerin ein zauberkräftiges Elixier, die „Tränen der weißen Schlange“, holen und dieses an den Königshof bringen.
Lijanas aber hat nur einen Gedanken: Flucht! Doch je näher sie den als „Blutwolf“ verschrienen Mordan kennenlernt, desto stärker fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Und er sich ebenso zu ihr. In all den Gefahren, die die beiden erleben, setzt er alles dran, sie sicher an den Hof seines Königs zu bringen. Dort erwartet sie jedoch eine tödliche Überraschung …

„Der Kuss des Kjer“ ist ein echter Fantasy-Schmöker, in dem die deutsch-amerikanische Autorin Lynn Raven (aka Alex Morrin) eine faszinierende Welt unter drei Monden erschafft – mit gefährlichen Seelenfressern, verfeindeten Völkern, mysteriösen Seelenhexen, Seuchen, Naturgewalten … Aber vor allem glaubwürdigen, vielschichtigen Charakteren.

Mordan ist der sogenannte Blutwolf, der oberste Herrführer des kriegerischen (und ausgesprochen behaarten) Volkes der Kjer, und als sein schwerkranker König ihm den (für ihn selbst unverständlichen) Befehl erteilt, aus einem verfeindeten Volk die junge Heilerin Lijanas zu entführen, stellt er keine Fragen, sondern tut, wie ihm befohlen wurde. Doch genauso, wie er nicht einfach nur ein brutaler Soldat ist, sondern von seiner (zum Teil noch im Dunkeln liegenden) Herkunft bzw. Vergangenheit geprägt wurde, ist auch die junge Lijanas nicht einfach nur eine begabte Heilerin. Sie ist kein hilfloses Blondchen, das vom Helden ständig gerettet werden muss, sondern eine leidenschaftliche, lebensfrohe Rothaarige, eher eine Distel als eine zerbrechliche Blume, die Mordan mit ihrem Widerspruchsgeist so manches Mal auf die Palme bringt und auch den Helden immer wieder retten muss. Auf dem Weg zum König erleben die beiden so manches Abenteuer, was sie zusammenschweißt – aber vor allem zeigt, dass es einen guten Grund gibt, warum der Astrologe Haffrans gerade Lijanas auf die beschwerliche Reise geschickt hat. Und obwohl „Der Kuss des Kjer“ (sorry, ein seltendämlicher Titel, der eigentlich nur wenig mit dem Inhalt des Buches zu tun hat) als leidenschaftlicher Liebesroman beworben wird, ist die Liebesgeschichte Gott sei Dank eher dezent eingewoben. Das Buch ist keine seichte Liebesschnulze, in der die Heldin dem Helden schon gleich auf der ersten Seite verfällt oder in Kapitel 2 mit ihm im Bett landet. Das Ganze nimmt einen nachvollziehbaren Verlauf, wird dezent geschildert und kommt ohne die heute leider schon üblichen detaillreichen 6szenen aus.

Es gibt durchaus einige Dinge, die einem aufgeklärten Leser des 21. Jahrhunderts negativ auffallen – dass Mordan Lijanas auch mal eine Ohrfeige gibt, wenn sie ihm nun gar nicht gehorsam ist, oder dass es Sklaven gibt, die wirklich auf entsetzliche Weise „gehalten“ werden – aber im Kontext der Welt, die Raven erschafft, passen diese Dinge; sie sind einfach logisch und glaubwürdig. Nein, ich persönlich stehe nicht auf am ganzen Körper behaarte Männer mit Augenklappe, Narben, Reißzähnen und einem Hang zur Brutalität – aber ich lebe eben auch nicht in der Kjer/Nivard-Welt, wo es Ungeheuer, Mythen und Kriege gibt.

Der Autorin gelingt es durch ihr exzellentes erzählerisches Vermögen, den Leser von Beginn an in die Handlung mit hineinzunehmen, und die Abenteuer, die Mordan und Lijanas erleben, bzw. die Gefahren, denen sie begegnen, sind auch wirklich so, wie Abenteuer in Romanen sein müssen: spannend, gefährlich, hintergründig. Dennoch ließ mich so manches Mal das Gefühl nicht los, dass man das Ganze auch hätte straffen können – was dadurch gestützt wird, dass viele Figuren bzw. Völker auftreten/erwähnt werden und dann von der Bildfläche verschwinden, nachdem sie ihre Funktion erfüllt und die Handlung einen Schritt weitergebracht haben. Hinzu kommt, dass die Handlung sich kurz vor Schluss regelrecht überschlägt. Es ist, als sei der Autorin auf Seite 520 eingefallen, dass sie ihre Anschlagzahl erreicht und ja nur noch 80 Seiten hat, um die Helden an ihr Ziel zu bringen – sie in einen tiefen Abgrund stürzen (in übertragenem Sinne) und erkennen lassen, dass sie einander lieben, die Verschwörung aufdecken – und dem Leser ein Happyend zu schenken.

Noch ein Manko: Mir fiel bereits in „Blutbraut“ auf, dass Lynn Raven dazu neigt, Wendungen zu wiederholen und ihre Heldinnen bestimmte Dinge immer und immer wieder machen zu lassen – in diesem Fall knabbert unsere Heldin ständig an ihrer Lippe -, was auf Dauer ausgesprochen redundant und nervtötend ist.

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Deborah Harkness: Die Seelen der Nacht

Deborah HarknessDie junge Amerikanerin Diana Bishop ist Historikerin mit Leib und Seele. Dass in ihr zudem das Blut eines uralten Hexengeschlechts fließt, dass ihre Eltern ebenfalls mächtige Hexen waren und eine Vorfahrin zu den in Salem getöteten Frauen gehört, versucht sie im Alltag mit aller Kraft zu ignorieren. Doch als Diana in der altehrwürdigen Bodleian-Bibliothek in Oxford ein magisches Manuskript in die Hände fällt, kann sie ihre Herkunft nicht länger verleugnen. Seit Jahrhunderten sind Hexen, Dämonen und Vampire auf der Suche nach diesem Manuskript, erhoffen die einen sich davon Aufschluss über die Herkunft übersinnlicher Wesen, halten andere es für das „Ur-Zauberbuch“ überhaupt und erhoffen sich wiederum andere Hinweise darauf, wie sie andere Übersinnliche töten können. Diana ist es als Einziger bislang gelungen, das Buch wenigstens kurzzeitig in ihren Besitz zu bekommen. Nun heften sich Vampire, Dämonen und Hexen an ihre Fersen, um ihr das geheime Wissen zu entlocken – wenn nötig mit Gewalt.
Hilfe erfährt Diana ausgerechnet von Matthew Clairmont, Naturwissenschaftler, 1.500 Jahre alter Vampir – und der Mann, der Diana bald schon mehr bedeuten wird als ihr eigenes Leben … Für beide unerwartet, verlieben sie sich ineinander. Was eigentlich nicht weiter schlimm wäre, gäbe es da nicht ein Gesetz, das Verbindungen zwischen unterschiedlichen Übersinnlichen verbietet. Aufgestellt wurde das Gesetz vor 1.000 Jahren, um einen lange währenden Krieg zu beenden. Über die Einhaltung des Gesetzes wacht die Kongregation, eine Gruppe von neun mächtigen Übersinnlichen, die alles tun werden, um die Verbindung von Diana und Matthew zu zerstören. Selbst wenn sie dafür einen Krieg auslösen und die Entdeckung durch Menschen riskieren.

Ich habe in den vergangenen Wochen und Monaten viele gute und sehr gute Bücher gelesen, aber Deborah Harkness hat mit ihrem Erstlingsroman „Die Seelen der Nacht“ etwas geschafft, das schon lange kein Buch mehr geschafft hat: Ich bin morgens später zur Arbeit gefahren, um „noch ein Kapitel mehr“ lesen zu können, habe auf den Fernseher verzichtet, um „noch ein Kapitel mehr“ lesen zu können, bin abends später schlafen gegangen, um „noch ein Kapitel mehr“ lesen zu können. 😉 Der Roman bietet anspruchsvollere Unterhaltung, aber vor allem all das, was die gängigen Fantasy-/Urban-Fantasy-Romane nicht bieten: glaubwürdig gezeichnete, vielschichtige Charaktere, eine gut durchdachte, spannende Handlung, in der die Helden sich nicht in Kapitel 1 zueinander hingezogen fühlen und spätestens in Kapitel 5 miteinander im Bett landen – und dann noch das gewisse Etwas, das einen guten Fantasy von einem sehr guten unterscheidet. Im Fall von „Die Seelen der Nacht“ ist das der Metaliteratur-Aspekt. Man spürt sofort, dass die Amerikanerin Deborah Harkness eine anerkannte Historikerin ist, die sich sehr gut im Bereich Wissenschaftsgeschichte und Medizin auskennt – und auch wirklich etwas von Wein versteht. Aber es gelingt ihr, ihr Wissen auf eine Weise einfließen zu lassen, dass man beispielsweise selbst Hunger bekommt – sie beschreibt das Aroma von Wein, die Geschichte unterschiedlicher Weine und die damit einhergehenden Gerichte so lecker und nachvollziehbar, dass man gleich selbst eine Flasche guten Roten öffnen möchte. 🙂 Dann wieder lässt sie ihren Helden so faszinierend von Begegnungen mit historischen Figuren berichten, dass man zum einen mehr über diese erfährt, als man aus einem gewöhnlichen Geschichtsbuch erfahren würde, zum anderen wird die historische Persönlichkeit aber wirklich auf unterhaltsame Weise lebendig. Man spürt richtiggehend, dass die Autorin ihren Beruf und seine Geschichte über alles liebt. Es kommt dem Leser am Ende so vor, als sei er wirklich in die Welt der Kreuzritter, der Alchimisten und der Wissenschaftler eingetaucht und ein Stückchen klüger geworden (und was kann man sich schon mehr wünschen, als auf unterhaltsame Weise etwas zu lernen?). Und schließlich handelt es sich bei Diana und Matthew um zwei Wissenschaftler, die im altehrwürdigen Oxford lehren – vermutlich wäre „Die Seelen der Nacht“ sogar als Reiseführer geeignet, würde man das Buch auf eine Reise nach England mitnehmen. So anschaulich beschreibt Harkness die Universitätsgebäude, die Restaurants und Cafés und vor allem die unterschiedlichen Bibliotheken. Großartig!

Aber auch die Charaktere an sich sind, wie gesagt, glaubwürdig gezeichnet. Bis zu einem gewissen Grad kann sich auch Harkness den Stereotypen zwangsläufig nicht entziehen, aber wer möchte schon eine Geschichte über hässliche Vampire und mit Warzen übersäte Hexen lesen, die nur deshalb zusammenarbeiten, weil sie sich abstoßend finden? 🙂 Diana und Matthew sind facettenreiche Charaktere, die eine glaubwürdige Geschichte haben, welche ihr Verhalten im Verlauf des Romans schlüssig erklärt. Dianas Eltern – beide mächtige Hexen – wurden auf brutale Weise ermordet, als Diana sieben Jahre alt war. Ihr Glaube, dass deren magische Kräfte dafür verantwortlich waren, und die Tatsache, dass das Mädchen in ihrem eigenen Leben sieht, in welcher Weise diese Fähigkeiten andere Menschen/Übersinnliche beeinflussen, hat dafür gesorgt, dass sie sich weigert, ihre Kräfte einzusetzen (natürlich gibt es auch humorvolle Ausrutscher), und sich mit so etwas Nüchternem wie Wissenschaftsgeschichte beschäftigt. Aber natürlich lassen sich solche Kräfte nicht auf ewig verleugnen, sondern suchen sich ihren Weg nach draußen – und das bringt Diana in Kontakt mit Ashmole 782, ein altes Buch über Alchemie, das sich als mehr entpuppt und den Stein ins Rollen bringt.

Matthew hingegen ist ein 1.500 Jahre alter, zurückgezogen lebender Vampir aus einer alten französischen Familie, der schon seit Generationen (auf die eine oder andere Weise) in Oxford studiert und forscht. Als er merkt, welches Manuskript Diana in „seiner“ Bibliothek entdeckt hat und dass daraufhin unzählige übersinnliche Wesen in Oxford aufkreuzen, beschließt er, die störrische junge Frau zu beschützen. Und gerade das Einfühlungsvermögen, mit dem Deborah Harkness dieses Kennenlernen und das Näherkommen der beiden Protagonisten beschreibt, ist in meinen Augen etwas ganz Besonderes. Sie beweist, dass ein Autor eben nicht die Hammermethode (sprich: seitenlang in allen Details beschriebenen 6) braucht, um zwei Figuren zueinanderzubringen. So viel sei verraten: Unsere beiden Helden haben bis zum Ende des Romans nicht ein einziges Mal 6, obwohl sie an einem Punkt sogar heiraten. Und das ist auch gar nicht schlimm, denn hier stimmt alles andere! Und wahrscheinlich haben die LeserInnen, die sich darüber beklagen, dass die beiden Protagonisten sich (gefühlt stundenlang) über ein paar Flaschen Wein und einem Menü in ihrem winzigen Zimmer in Oxford über Nichtigkeiten unterhalten, schlicht nicht gemerkt, dass diese Szene erotischer ist als die Beschreibung eines Aktes selbst. Aber keine Sorge: Ganz ohne hormonelle „Anfälle“ kommt auch diese Geschichte nicht aus. 😉

Aber die Story an sich ist eben so packend geschildert, dass man die Bettszenen als Leser auch gar nicht vermisst. Ob jemand nun zu diesem Buch greift, weil er Literatur liebt, sich für Wissenschaftsgeschichte oder die Geschichte der Menschheit und all ihre kriegerischen Auseinandersetzungen interessiert oder schlicht Romane über Vampire, Hexen und andere übersinnliche Wesen schätzt: Hier ist für jeden etwas dabei!

Mein Fazit: Wer dieses Buch nicht liest, ist selbst schuld. Unbedingte Leseempfehlung!

PS: Bei „Die Seelen der Nacht“ handelt es sich um Band 1 der „All Souls“-Trilogie. Der zweite Teil wird am 18. März 2013 unter dem Titel „Wo die Nacht beginnt“ auf Deutsch erscheinen.

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Nancy Holder: Der Todesgott (Angel-Roman 2)

Der zweite Angel-Roman, „Der Todesgott“, bietet eine originäre Story von der „Buffy“-erfahrenen Autorin Nancy Holder.
Sowohl Angel Investigations als auch Detective Kate Lockley untersuchen eine Serie von seltsamen Mordfällen, bei denen scheinbar die Opfer von innen heraus verbrannt sind. Lange finden sie keine Hinweise und müssen tatenlos mitansehen, wie hilflose Menschen sterben. Erst durch einige Zufälle finden sie heraus, daß der Todesgott Latura für die Morde verantwortlich ist. Und dieser hat einen ergebenen Diener, der unbedingt ein Buch braucht, um Latura aus der Unterwelt zu befreien.

Natürlich ist auch dieses Buch wieder vollgepackt mit Flashbacks und Rückblicken in Angels Vergangenheit. Allerdings sind die verschiedenen Storylines so unübersichtlich, daß man zeitweise schon vergißt, worum es geht. Hinzu kommt, daß sich das Buch langsam angeht.
Trotzdem ist gerade die Geschichte um Angelus und die Hexe Doreen spannend erzählt. Der Schluß ist überraschend, was jedoch hauptsächlich daran liegt, daß die Story am Ende sehr konstruiert wirkt: Es laufen Zufälle zusammen und es wird reichlich gestorben. Schade ist, daß Cordelia, Doyle und Angel seltsamerweise kaum gemeinsame Szenen haben – Kate und Angel dagegen liefern sich einige heiße Wortgefechte. Aber wie immer bietet Nancy Holder ein präzises und manchmal recht kritisches Bild vom L.A. der Schönen, Reichen und Wichtigen mit einigen genau beobachteten Szenen.

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Laurell K. Hamilton: The Laughing Corpse (Anita Blake Vampire Hunter 2)

„At five-three I am not imposing. Raise the dead, kill a few vampires, and people start considering you one of the monsters. Sometimes it hurt. But now … it had possibilities. ‚Do you really think I came in here unarmed?‘ I asked. My voice sounded very matter-of-fact … ‚Want to bet your life on it?'“

Der Multimillionär Harold Gaynor will Anita Blake engagieren, damit sie einem fast 300 Jahre alten Toten als Zombie wiederereckt. Da für diesen Auftrag nicht nur das übliche Hühner-/Gänseopfer nötig ist, sondern der Tod eines Menschen, lehnt Anita ihn ab.
Wenig später wird sie von Rudolf Storr, dem Leiter der Sondereinheit für übernatürliche Verbrechen, für die sie als Beraterin arbeitet, zu einem Tatort gerufen. Ein Zombie, so findet Anita heraus, hat eine Familie auf brutale Art und Weise ermordet.
Die Suche nach dem menschlichen Täter hinter dem Zombie führt Anita zu Dominga Salvador, einer mächtigen Voodoopriesterin, in deren Keller sie dem unerwarteten Grauen begegnet. Als Anita sich nicht von Dominga einschüchtern und für ihre Zwecke einspannen läßt, sendet ihr diese zwei Zombies, die sie zu einer Sinnesänderung veranlassen sollen. Doch es gelingt Anita, diese zu töten.
Sie erkennt, daß Dominga Salvador tatsächlich die von Gaynor engagierte Zombiebeschwörerin ist. Der erweckte Zombie besaß jedoch ebenfalls übernatürlich Kräfte (als Mensch) und hat sich dem Zugriff seines Erweckers entzogen und läuft nun Amok. Dennoch gerät Anita in einen Hinterhalt und wird von Dominga Salvador und Harold Gaynor gefangengenommen. Man will sie zwingen, das Ritual doch durchzufähren – ein menschliches Opfer steht auch schon bereit. Es zeigt sich jedoch, daß Anita Blake mehr ist als nur eine Vampirjägerin und Zombiebeschwörerin – sie ist ein „Necromancer“, ein Totenbeschwörer.
Doch nicht nur die Zombies und menschliche Hintermänner halten Anita Blake in diesem zweiten Roman der Serie in Atem. Auch Jean-Claude, das Oberhaupt der Vampire von St. Louis, läßt sie nicht los …

Wieder ein Buchtitel, der den Leser in die Irre führt. Auch beim „Laughing Corpse“ handelt es sich um ein Vergnügungsunternehmen … Das zweite Buch der Serie ist nichts für zarte Gemüter. Die Beschreibungen der Morde und der Rituale werden mehr als anschaulich beschrieben, halten den Leser aber trotzdem gefesselt. Der Handlungsstrang Jean-Cluade nimmt nun einen größeren Raum ein, und der Leser fragt sich, wie sich die Beziehung zwischen dem charismatischen Vampir und seiner menschlichen Dienerin Anita nun noch weiter entwickeln wird.