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C. S. Pacat: The Summer Palace (A Captive Prince Short Story #2)

pacat-kurzgeschichte„The Summer Palace“ setzt nach dem Ende der „Prinzen-Trilogie“ ein und fungiert gewissermaßen als eine Art ausführlicher Epilog. Lauren und Damen haben ihre Widersacher besiegt, Letzterer hat sich von seinen schweren Verletzungen erholt, beide beginnen, sich nun in ihrer jeweiligen neuen Stellung einzurichten, und treffen sich nun im Palast am Meer.

Dass die australische Autorin C. S. Pacat sich dazu entschlossen hat, der Trilogie noch eine Kurzgeschichte von ca. 30 Seiten (im englischen Original) anzufügen, war durchaus eine gute Idee. Da die Trilogie nach dem Showdown im letzten Kapitel doch etwas abrupt endet, ohne den Leser noch einmal durchatmen zu lassen, in dem sie ihm auf wenigstens ein, zwei Seiten schildert, was nach dem Showdown in Ios mit den handelnden Personen und in politischer Hinsicht geschieht.

Aber als Kurzgeschichte (und als solche wird sie ja verkauft) funktioniert „The Summer Palace“ meines Erachtens nicht wirklich. Ich hatte mir erhofft, dass die Handlung der Trilogie noch etwas weitergeführt wird oder dass die Darstellung der beiden Protagonisten noch etwas vertieft wird. Aber leider geschieht genau das nicht wirklich. Stattdessen liefert die Autorin nur ausführliche Waschszenen und ein wenig 6 – der allerdings auch nicht besonders … aufregend war.

Mein Fazit: Ich schreibe nur ungern etwas Negatives über eine Trilogie, die ich wirklich mochte. Aber leider kam mir die Kurzgeschichte nur wie austauschbare Fanfiction vor, die auch ein beliebiger Hobbyautor hätte schreiben können.

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Shakespeares Sonette

shakespeare sonnetteDer berühmteste Liebesgedichte-Zyklus der Weltliteratur ist so zeitlos wie modern. In der klassischen Form des Sonetts führt der Dichter einen furiosen Dialog mit seinen Umworbenen: dem „schönen Jüngling“ und der „dunklen Dame“. Wütend schreibt er gegen die Endlichkeit des Fleisches und seiner Passion an. Doch nur in der Kunst und der Dichtung sind Schönheit und Leidenschaft der Zerstörung und Vergänglichkeit entzogen. (Werbetext)

Es war faszinierend, „Shakespeares Sonette“ in der Ausgabe von dtv zu lesen. Und ein wahrer Genuss. Gedichte allgemein, aber sicher diese Klassiker im Besonderen, kann man nicht so lesen wie andere Bücher, das habe ich schnell gemerkt. Daher habe ich die 154 Sonette an 154 Abenden hintereinander gelesen. Einige von ihnen erschließen sich dem Leser schon beim ersten Lesen. Andere muss man mehrfach lesen, um sich ihren Sinn zu erschließen – und macht beim wiederholten Lesen eine Entdeckung nach der anderen. Und wieder andere sind wie ein guter Wein: Man liest sie mehrfach und lässt sie sich auf der Zunge zergehen, weil die verwendeten Bilder auch aus Sicht der Moderne so großartig und noch so aktuell sind. Es geht ums Älterwerden, um sehnsüchtige oder enttäuschte Liebe, um das Finden der richtigen Worte für die Dichtkunst, um das Hinterlassen von etwas Bleibendem, wenn man „gegangen“ ist … Als Leser findet man sich in erstaunlich vielen Gedanken wieder.

Die Übersetzerin Christa Schwenke hat kongeniale Arbeit geleistet. Sie musste ja nicht nur die richtige Übersetzung anfertigen, sondern sah sich auch vor die Herausforderung gestellt, Reim und Rhythmus wiederzugeben, deutschsprachige Bilder für die verwendeten Metaphern aus Nautik, Alchemie oder Astronomie zu finden. Wow! Da wird das Lesen wirklich zu etwas Besonderem!

Meine einzige Kritik: Bei einem so besonderen Werk hätte ich mir eine schönere Verpackung gewünscht. Der Satz im Innenteil ist recht einfach; hier hätte man imho dezent ein wenig mehr machen können – das Auge isst schließlich mit. Und auch der Umschlag könnte geschenkiger daherkommen – durch einen Leineneinband, eine Prägung oder ähnliches. Aber vermutlich hätte man dann die „magische Grenze“ von 10 Euro überschritten, die im Verlagsgeschäft als Geschenk-Grenze gilt.

Das bekannteste Sonett ist vermutlich Sonett CXVI:

Nie darf ein Hemmnis reiner Seelen Bund
Im Wege stehn. Die Lieb ist Liebe nicht,
Die schwankend wird, schwankt unter ihr der Grund,
Und schon an einem Treuebruch zerbricht.
Sie ist die Boje, die kein Sturm versenkt,
Die unerschüttert steht im Zeitenstrom,
Ist Leitstern, der verirrte Schiffe lenkt;
Was Liebe kann, ermißt kein Astronom.
Liebe ist nicht der Narr der Zeit, die zwar
Selbst Rosen fällt mit ihrem Sichelschlag;
Im flinken Lauf der Zeit unwandelbar
Besteht die Liebe bis zum Jüngsten Tag.
Dann Wenn, was hier steht, sich je als falsch ergibt,
Dann Dann schrieb ich nie, hat nie ein Mensch geliebt.

(c) Christa Schwenke
Aus: Shakespeares Sonette. München, dtv 2011

Veröffentlicht in Sachtitel

Daily Wisdom for Women 2013

daily wisdom for women 2013
Da es sich bei „Daily Wisdom für Women“ um ein Andachtsbuch handelt, hier nur ein paar Bulletpoints:

• 365-Tage-Andachtsbuch für Frauen ab ca. 20 Jahren. Verheiratete und Unverheiratete. Mit Kindern und ohne Kinder. Berufstätig oder Hausfrau.
• Jede Andacht passt auf eine Seite: Sie beginnt mit einem Bibelvers (manchmal sind es auch mehrere), gefolgt von einer kurzen Andacht zu einem (biblischen) Thema; zum Abschluss folgt ein kurzes Gebet.
• Sprachlich einfach gehalten, ohne oberflächlich zu sein – kann sowohl von Frauen mit Hauptschulabschluss gelesen werden als auch von Frauen mit Uni-Abschluss (ohne dass sich diese langweilen).
• Keine thematische Sortierung.
• Praxisnah – was den Alltag einer Frau betrifft, aber auch ihr Glaubensleben.
• Sehr ermutigend und einfühlsam! Mich haben die Texte, die von unterschiedlichen Frauen stammen sofort angesprochen.
• Manchmal sind biblische Personen oder Ereignisse Aufhänger, meist aber Alltagserfahrungen einer Frau.
• Angesprochene Themen (Auszug): Gottes Gaben weitergeben, Ermutigung, den inneren Tank wieder auffüllen, Schuldgefühle, Täler, Stress, Umgang mit Zorn, (innere) Schönheit, Gebrauch von Worten, Lobpreis und Anbetung …
• Mir fielen nur sehr wenige Andachten auf, die amerikanische Anklänge hatten; sprechen definitiv auch Nichtamerikaner an.

Das Besondere an diesem Buch – und ehrlich gesagt auch der Grund, warum ich es überhaupt erst in die Hand genommen habe (das Auge isst eben doch mit) -, ist der Umschlag. Er ist aus weichem, flexiblen Leder und liegt sehr angenehm in der Hand. Auch der Innenteil des Buches ist feminin gestaltet, aber nicht zu kitschig.

Veröffentlicht in Sachtitel

Chip Ingram: Spiritual Simplicity

ingram spiritual simplicityDa unsere Gesellschaft unheimlich getrieben und komplex ist, stellen viele von uns fest, dass wir unter Erschöpfung leiden, unsere Beziehungen oberflächlich sind und viel zu viele Familien zerbrechen. Deshalb auch die Sehnsucht nach Frieden und Ruhe. Dieses praxisnahe, ermutigende Buch zeigt eine Lösung auf: Es ist möglich, das Leben anders zu leben. Und es ist nicht nur möglich, sondern auch unbedingt nötig.
Der Schlüssel zu einem vereinfachten Leben, so Chip Ingram, besteht darin, dass die Liebe in unserem Leben Priorität hat. Sie hilft uns dabei, die richtigen Ziele ins Auge zu fassen. Die richtigen Prioritäten zu setzen. Sie ist das Heilmittel gegen die Überforderung und Komplexität unseres Lebens. In „Spiritual Simplicity“ erklärt Chip Ingram, wie Liebe nicht länger ein theoretisches Konzept sein, sondern all unser Tun und Sein bestimmen kann. Wie sie uns dabei helfen kann, uns auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist. Wie sie unsere Beziehungen vertiefen kann.
Grundsätzlich beschäftigt sich das Buch mit vier Themenschwerpunkten (vier großen Fragen):

1. Wie reagiert Liebe auf Verletzungen?
2. Wie reagiert Liebe auf Unterschiedlichkeit?
3. Wie reagiert Liebe auf Versagen/Scheitern?
4. Wie reagiert Liebe auf falsch gesetzte Prioritäten?

Jedes Kapitel endet mit Fragen, die dem Leser dabei helfen, sich weiterzuentwickeln, intensiver über das Thema nachzudenken – und die Prinzipien des Buches umzusetzen.
In diesem Buch geht es nicht um Sofortlösungen – Chip Ingram spricht zu Männern und Frauen, die im Grunde genau wissen, was sie tun müssen, die dies auch verzweifelt tun wollen, aber immer wieder merken, dass sie Probleme haben, sich von den „too many good“ und „important things“ zu lösen, die ihr Leben bestimmen.

Ich mochte das Buch, weil es das Thema wirklich kurz und knackig abhandelt und ausgesprochen praxisnah ist – und dass ich mich nicht unheimlich abstrampeln muss, um das Ziel zu erreichen. 🙂