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Sarah J. Maas: Kriegerin im Schatten (Throne of Glass #2)

Celaena hat sich in einem unerbittlichen Wettkampf gegen ihre Konkurrenten durchgesetzt und ist nun Champion des Königs. Nach seinen Vorgaben soll sie unliebsame Gegner beseitigen, die dessen grausame Herrschaft beenden wollen. Doch statt sie aus dem Weg zu räumen, warnt Celaena seine Feinde und ermöglicht ihnen so die Flucht. Dieses Geheimnis verbirgt sie zunächst selbst vor Chaol, zu dem sie sich gegen ihren Willen immer mehr hingezogen fühlt. Wie sehr kann sie ihm vertrauen? Schließlich ist Chaol der Captain der königlichen Leibgarde.

Aber auch Celaenas Verbündete Nehemia und Prinz Dorian von Adarlan haben ihre Geheimnisse. Nehemia scheint mit Archer Finn, einem alten Freund von Celaena, in eine Verschwörung gegen den König verwickelt zu sein, hilft der Assassinin aber weiterhin, Wyrdzeichen zu lernen, um dem Mysterium um die Macht des Königs auf die Spur zu kommen. Und Kronprinz Dorian entdeckt, dass er magische Fähigkeiten besitzt – etwas, das seinen Tod bedeuten könnte, wenn jemand davon erfährt …

„Kriegerin im Schatten“ ist Band 2 der „Throne of Glass“-Fantasyserie von Sarah J. Maas. Das Buch hat mich stärker überzeugt als sein Vorgänger „Die Erwählte“. Celaena wurde zwar im 1. Band als die berüchtigste Assassinin des Landes eingeführt, aber spüren konnte ich davon wenig. Auch plätscherte die (nicht wirklich vorhandene) Handlung im Einsteigerroman noch recht vor sich hin. Band 2 hat mich jedoch stärker gepackt. Die Geschichte nimmt jetzt deutlich an Fahrt auf. Sie ist vielfältiger und füllt auch tatsächlich ein so umfangreiches Buch. Sprachlich gibt es immer noch einige unschöne Passagen/Begrifflichkeiten – Sätze, in denen z. B. zweimal das Wort „heute“ vorkommt, und die Autorin/Übersetzerin scheint auch eine nervtötende Vorliebe für das Verb „rasen“ zu haben (könnten wir das bitte so langsam mal durch „eilen“, „hasten“, „stürmen“ oder „rennen“ ersetzen?!) –, aber die Geschichte hat mich so mitgerissen, dass ich darüber hinweglesen konnte. Schön auch, dass man endlich etwas mehr über die Geschichte des Landes erfährt (nachzulesen auf den Seiten 386-389), was aber auch nötig ist, da die Jagd nach den Wyrdschlüsseln ja glaubwürdig motiviert sein muss.

Die Figur der Celaena gibt in diesem Buch eine glaubwürdigere Assassinin ab. Zwar investiert sie ihren Lohn als Champion des Königs immer noch primär in typisch weibliche Dinge („Celaenas Lohn als Champion des Königs war beachtlich und sie gab ihn bis auf den letzten Cent aus. Für Schuhe, Hüte, Tuniken, Kleider, Schmuck, Waffen, Haarschmuck und Bücher. Ganze Stapel. So viele Bücher, dass Philippa ein neues Regal bringen lassen musste.“) und hat eine Schwäche fürs Ausschlafen und Essen, aber durch die Beschreibung unterschiedlicher Einsätze oder Kämpfe bekomme ich zumindest einen besseren Eindruck davon, warum sie so gefürchtet wird. Ihr fehlt zwar immer noch etwas Selbstdisziplin und Verschlagenheit, und sie ist auch oft erstaunlich naiv („Um Erileas Wohl betete Celaena, dass der König nie auch nur von Wyrdzeichen gehört hatte.“ Ähm, ja, an unterschiedlichen Stellen im Schloss finden sich Wyrdzeichen, dass der König diese in all den Jahren noch nicht entdeckt hat oder die Geschichte seines eigenen Landes nicht kennt – eher unwahrscheinlich), aber ihre Reaktion auf einen Todesfall oder einen Verrat (no spoilers …) verschafft mir als Leser eine Ahnung davon, inwiefern sie auch in der Lage ist, ihre Emotionen abzustellen, wenn es darauf ankommt. Allerdings ist sie eine so große Sympathieträgerin, dass sie unter ihren Taten leiden muss, damit sie weiter die edle Heldin bleibt. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass sie etwas mehr Entschlossenheit besäße, da sie zwar ihre Opfer gehen lässt und sich im Auftrag des Königs auf die Spur von Verschwörern begibt, aber damit verfolgt Celaena nicht wirklich ein Ziel … Sie ist sich bewusst, dass sie nicht frei ist – und es auch nie war -, aber selbst wenn sie frei wäre, wüsste sie vermutlich nicht, was sie mit dieser Freiheit anfangen sollte.
Chaol und Dorian bekommen in diesem zweiten Buch etwas mehr zu tun, aber vor allem der Captain der Leibgarde bleibt noch etwas blass. Wir erfahren, dass er täglich mit Celaena joggen geht, dass er die Wachen einteilt und kontrolliert – und dass er (zumindest) edelmütig auf die junge Frau verzichtet, weil er erkennt, dass sein Freund Dorian ebenfalls in sie verliebt hat. Allerdings muss er dann auch den Preis für seine schon penetrante Loyalität zahlen. Zum Ende des Buches hin bekommt man als Leser den Eindruck, dass er endlich aufgewacht ist …
Ein unangenehmes Erwachen erlebt auch Dorian. Er weiß zwar, welche Art Mensch sein Vater ist, wagt es aber zu keiner Zeit, auch nur innerlich dagegen zu rebellieren. Es gibt in „Kriegerin im Schatten“ (endlich) einen kleinen Plottwist, was seine Person angeht, die dazu führt, dass er wenigstens im Verborgenen aus seiner festgelegten Rolle ausbricht. Ich hoffe auch hier, dass er in den Folgebänden weitere Facetten bekommt.
Die letzte interessante Figur ist Prinzessin Nehemia, zu der ich an dieser Stelle allerdings nicht zu viel verraten will. Auch wenn sie die Einzige ist, die wirklich gegen den König aufsteht (Spoiler, ggf. markieren), ist ihr verfrühter Tod eine Verschwendung einer guten Figur. Natürlich war der Tod aus dramaturgischen Grünen notwendig – um Celaena zum Handeln/Aufstand zu bewegen -, aber ich hätte einfach gern mehr über ihre Fähigkeiten, ihre Geschichte erfahren.

Auch die Romantik spielt in diesem Buch eine etwas größere Rolle. In Band 1 deutete sich ja eine Verbindung zwischen Celaena und Dorian an. Allerdings schob die Assassinin dieser Zuneigung rasch einen Riegel vor – eine Beziehung zwischen ihr und dem Kronprinzen hätte nie eine Zukunft. Eine erstaunlich erwachsene Einsicht. In diesem Buch wendet sie sich nun Chaol zu, was sich aber ebenfalls in „Die Erwählte“ schon angedeutet hatte. Allerdings bleibt die Autorin hier auch in Stereotypen stecken, wenn sie die beiden Protas sich erst sträuben lässt – und dann bricht die alles verzehrende Liebe aus, die aber nach kürzester Zeit durch einen Schicksalsschlag zerbricht. Man könnte ja miteinander reden, einander vergeben … Eine erwachsene Form der Liebe hat offenbar in dieser Serie (noch) keinen Raum.

Mein Fazit: „Kriegerin im Schatten“ ist m. E. inhaltlich stärker als „Die Erwählte“. Die Entwicklung sowohl der drei zentralen Figuren als auch der Handlung macht mich auf die Fortsetzung wirklich neugierig, obwohl die Wendung/Offenbarum am Ende des Romans nun wirklich keine Überraschung war.

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Tahereh Mafi: Zerstöre mich

In „Ich fürchte mich nicht“ ist Juliette die Flucht aus den Fängen des Reestablishments gelungen – indem sie dessen Anführer Warner eine Kugel in die Schulter jagte. Sie glaubte ihn tot zurückzulassen, doch Warner ist nur schwer verletzt. Und nimmt den Leser in „Zerstöre mich“ mit auf eine faszinierende Reise.
Denn Warner scheint hassenswert – grausam, gefühlskalt, berechnend – und ist doch voller innerer Zweifel, hin- und hergerissen zwischen seiner Erziehung durch seinen grausamen Vater und seiner Liebe zu Juliette, die er unbedingt wiedersehen muss – auch wenn sie ihn offensichtlich verabscheut. Und so kämpft der noch geschwächte Warner zum einen darum, die Disziplin auf der Militärbasis aufrecht zu erhalten, während er andererseits mit aller Macht darauf hinarbeitet, Juliette wieder in seine Gewalt zu bringen. Bis sein Vater, Oberbefehlshaber des Reestablishments, in Warners Basis auftaucht. Und als Warner dessen Pläne für Juliette erfährt, wird ihm klar, dass er sich endgültig entscheiden muss …

Die dystopische Trilogie von Tahereh Mafi war im Herbst 2015 für mich ein großes Lese-Highlight – und Liebe auf den ersten Blick. Meine Rezensionen dazu findet ihr hier: Ich fürchte mich nicht (Band 1), Rette mich vor dir (Band 2) und Ich brenne für dich (Band 3). Da Warner darin einen sehr interessanten Protagonisten abgab, war es keine Frage, dass ich auch die Kurzgeschichte „Zerstöre mich“ lesen würde, die die Ereignisse zwischen Band 1 und 2 aus seiner Sicht schildert. Er bleibt ja in der Trilogie über weite Strecken sehr mysteriös und undurchschaubar, daher war es interessant zu sehen, was in der Interaktion mit Juliette und vor allem mit seinem Vater, dem Oberbefehlshaber, in seinem Kopf vor sich geht. Und genau das erfährt man als Leser auch in dieser etwa 80 Seiten langen Kurzgeschichte.

Dass er trotz seiner Kälte einen gewissen Sinn für Humor hat, wird schon durch den Einstieg deutlich:

Ich wurde angeschossen. Und ich muss sagen: Eine Schusswunde ist wesentlich unangenehmer, als ich vermutet hätte.

Was dann aber auffällt, ist, dass der Schreibstil der Geschichte deutlich von dem der Trilogie abweicht. Und das ergibt ja auch durchaus Sinn. Der überbordende, chaotische Stil der Trilogie  spiegelt sehr schön die Innenwelt von Juliette, der Ich-Erzählerin, wider. Als wir in die Geschichte einsteigen, hat Juliette 264 Tage Einzelhaft hinter sich, wird seit vier Jahren in Anstalten und Gefängnissen gequält, und genau so ist auch ihre Sprache: Halbsätze, Wortfetzen, Gedankensplitter, sehr reduziert. Ihre Zerrissenheit wird darüber hinaus im Roman (bzw. in der kompletten Serie) immer wieder durch durchgestrichene Sätze kenntlich gemacht. Aber je mehr Zeit sie mit Adam und den Rebellen verbringt, desto stärker verwandelt sich auch ihre Sprache und wird zunehmend „normaler“.
Bei Warner ist dies anders. Er ist aufgrund seiner Erziehung und der Umstände ein äußerst strukturiert denkender, fühlender und handelnder Charakter. Unordnung jeder Art kann er nicht ertragen; sie ist für ihn ein persönlicher Angriff auf seine Person. Und da seine Gedanken geordnet, klar strukturiert und schnörkellos sind, ist es sein Stil ebenfalls:

Mein Hirn ist ein Lagerhaus sorgsam geordneter Emotionen. Ich sehe förmlich vor mir, wie es Bilder und Gedanken aussortiert. Was mir nicht weiterhilft, wird weggepackt.

Bei Warner fällt auf, dass sein Erzählstil zunächst sehr geordnet ist, dann aber allmählich etwas unstrukturierter wird – in dem Maße, in dem er auch die Macht über seine Außen- bzw. Innenwelt ein Stückchen weit verliert:

In meinem Gesicht brechen Risse auf, pflanzen sich über die Arme fort, über den Brustkorb, die Beine.

Wichtiger ist aber sicher, dass man durch „Zerstöre mich“ mehr über die Beweggründe seines Handelns erfährt und warum er Juliette eingekerkert und beobachtet hat: Seit seiner Kindheit wird er von seinem Vater misshandelt und missbraucht (emotional und verbal). Auf Juliette wurde er durch ihre Akten aufmerksam, die ihm verrieten, dass sie eine schreckliche Kindheit und Jugend hinter sich hatte und bereits seit über 260 Tagen eingekerkert war, ohne ihre Menschlichkeit zu verlieren; stattdessen wirkte sie äußerlich ruhig und gelassen. Bei seinem Vater und den Männern in seinem Umfeld behauptet er jedoch, sie aufgrund ihrer besonderen Gabe als innovative Waffe nutzen zu wollen.
Doch spätestens, als er (nach ihrer Flucht) ihr Tagebuch liest, erkennt er, wie ähnlich sie einander aufgrund ihrer Kindheitserfahrungen sind. Und sie hat etwas erkannt, das sonst niemand bislang erkannt hat:

Etwas in ihrem Blick gibt mir das Gefühl, wertlos zu sein – sie als Einzige scheint verstanden zu haben, dass ich innerlich komplett hohl bin. Sie hat die Risse in dem Panzer entdeckt, den ich tagtäglich tragen muss, und das lähmt mich.

Mein Fazit: Es wäre interessant gewesen, diese Geschichte vor Band 2 der Trilogie zu lesen. Aber vermutlich hätte dies ein wenig die Spannung genommen, ob Warner nun einer der Guten oder der Bösen ist. 🙂 Auf jeden Fall macht es mich erneut traurig, dass die Trilogie nach „Ich brenne für dich“ endete …

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Sarah J. Maas: Die Erwählte (Throne of Glass #1)

Celaena Sardothien ist jung, schön und schon mit 18 Jahren die berüchtigste Assassinin von Adarlan. Vor einem Jahr wurde sie an ihre Feinde verraten und zur Zwangsarbeit in einem Lager verurteilt – und da die Insassen dort nur noch eine geringe Lebenserwartung haben, ist dies ihr Todesurteil.
Doch dann taucht Chaol Westfall, Captain der Leibgarde, auf und bietet ihr eine einzige Chance zum Überleben. Der König von Adarlan, ein abgrundtief böser Mann, hat seine Vertrauten und Ratsmitglieder aufgerufen, Kandidaten aufzustellen, die sich in einen monatelangen Wettstreit liefern – der Sieger wird schließlich der „Champion“ des Königs werden. Oder mit anderen Worten: für eine bestimmte Zeit als Auftragsmörder arbeiten. Kronprinz Dorian hat für diesen Wettstreit Celaena auserwählt. Beide starten diesen Weg allerdings nicht ganz uneigennützig. Celaena kämpft um ihre Freiheit, Dorian handelt aus Trotz, will aber auch die Anerkennung seines Vaters erlangen.
Beim gemeinsamen Training mit Captain Westfall findet sie immer mehr Gefallen an dem jungen Mann. Und auch der Kronprinz lässt sie nicht kalt. Zeit, über ihre Gefühle nachzudenken, bleibt ihr allerdings nicht. Denn etwas abgrundtief Böses lauert im Dunkeln des Schlosses – und es tötet einen ihrer Konkurrenten nach dem anderen.

„Die Erwählte“ ist Band 1 der „Throne of Glass“-Reihe von Sarah J. Maas und ein durchaus gut zu lesender Fantasyroman – wenn auch sicher nicht der beste, den ich je gelesen habe. Das Buch beginnt – wie oft in Fantasyromanen der Fall – mit einer gezeichneten Karte, in der die unterschiedlichen Länder abgebildet sind, sodass man sich die Welt zumindest ansatzweise vorstellen kann.

Obwohl das Buch, wie gesagt, wirklich gut zu lesen ist, hapert es erzählerisch an der einen oder anderen Stelle. Es werden Begriffe oder Redewendungen benutzt, die m. E. nichts in einem eher mittelalterlich anmutenden Roman zu suchen haben. Ich gehe davon aus, dass ein Teil davon auf die deutsche Übersetzung zurückzuführen ist; spätestens im Lektorat hätte man Begriffe wie „Partys“ oder „ausrasten“ angemessener formulieren müssen. Auch war ich sehr unglücklich darüber, dass Ortsbezeichnungen nicht ins Deutsche übersetzt wurden. Das empfand ich als sehr störend. Die Autorin erfindet ja zahllose Namen für ihre Orte und neuen Wesen, die es sowieso nicht in der Realität gibt. Warum hat sich der deutsche Verlag dann nicht dafür entschieden, auch die englischen Begrifflichkeiten zu übersetzen? Warum nennt man die „Red Desert“ in der deutschen Ausgabe nicht „die Rote Wüste“ oder den „Great Ocean“ nicht das „Große Meer“? Die „Frozen Waters“ nicht „Eiswasser“ oder „Witch Kingdom“ das „Königreich der Hexen“ oder „Hexenreich“? Warum ist Chaol der Captain der Garde und nicht der Hauptmann? Wo liegt da das Problem? In der deutschen Ausgabe von „Der Herr der Ringe“ heißt es ja auch nicht „Shire“, sondern „Auenland“ und „Hobbingen“ statt des Englischen „Hobbington“. Die Begriffe in der deutschen Ausgabe von „Throne of Glass“ zu übersetzen, wäre nun wirklich keine große oder anspruchsvolle Aufgabe gewesen.

Die Beschreibung der Welt Erilea bzw. ihrer Geschichte hätte ebenfalls durchaus breiter geschildert werden können. Ich hätte gern noch mehr politische Hintergründe erfahren oder andere Details, die mir die Welt besser erklärt hätten. Vor allem in High-Fantasy-Büchern spielt der Aufbau einer glaubwürdigen Welt eine große Rolle, wenn es darum geht, ob ich entweder völlig in die Geschichte eintauchen kann oder gar nicht erst hineinfinde. Es gab bei Maas einfach nicht genug Details dafür, dass ich jetzt sagen könnte, ob mir die Welt gefällt oder nicht. Und dass diese Welt eine sehr interessante und faszinierende Geschichte hat, kann man zumindest aufgrund der Elena-Episoden erahnen.

Mit der Protagonistin hatte ich ebenfalls streckenweise meine Probleme. Celaena wird von Beginn an als die gefürchtetste Assassinin des Landes bezeichnet. Vor zehn Jahren hat sie ihre Eltern durch einen schrecklichen Mord verloren. Arobynn Hamel, der König der Assassinen, fand sie halb ertrunken am Ufer eines eiskalten Flusses und nahm sie unter seine Fittiche. Ihr Mentor unterzog sie einer äußerst strengen Ausbildung und machte sie zu dem, was sie heute ist … Doch nur selten konnte ich ihr in dem Buch abnehmen, dass sie wirklich so furchterregend ist, dass man sie mit einem halben Dutzend Wachen umgeben muss. Stattdessen wird sie spätestens nach ihrer Ankunft im Schloss als junge Frau geschildert, die eine unglaubliche Schwäche für schöne Kleider und den Luxus hat, der sie dort umgibt. Sie liebt Partys, ist eine Leseratte und spielt unglaublich gut Klavier. Sie scheint ständig zu erröten, wenn sie Dorian erblickt, und fühlt sich auch zu Chaol hingezogen. Sie kam mir oft nur wie ein Teeniemädel vor, das die üblichen Dinge im Kopf hat. Ich habe dann versucht, über solche Passagen mit dem Gedanken „Na ja, sie ist ja erst 18 und hat vielleicht einiges nachzuholen“ hinwegzulesen. Aber nachdem ich gefühlte tausendmal davon gelesen hatte, dass sie eine höchstgefährliche Mörderin ist, auf die die Männer aber nur mit Gedanken wie „Sie ist so unglaublich schön … Ich glaube, ich bin in sie verliebt … Ich möchte sie küssen …“ reagieren, war ich dann doch etwas genervt. Vor allem nach Passagen wie der folgenden fiel es mir auch schwer, das wirklich zu glauben:

„Süßigkeiten!“ Auf einem Kissen stand eine große Papiertüte, die mit allen möglichen Leckereien gefüllt war. Es war kein Briefchen dabei, der Absender hatte nicht einmal seinen Namen auf die Tüte geschrieben. Mit einem Achselzucken und strahlenden Augen griff Celaena hinein. Sie liebte Süßigkeiten! Sie lachte vergnügt und steckte sich das erste Teil in den Mund. Stück für Stück kaute sie sich durch das ganze Sortiment … (S. 326)

Ähm, ja, essen wir einfach einmal einen Beutel Süßigkeiten, den irgendjemand in unserem Schlafzimmer hinterlassen hat – dass diese vergiftet sein könnten, weil irgendjemand ja auch die Konkurrenz aus dem Weg räumt … Who cares?! Hinzu kam dann noch, dass Celaena ihre kämpferischen Fähigkeiten auch zu wenig einsetzen kann. Ständig weist man den Leser auf ihr Können und ihre Stärke hin, aber wirklich detailliert angewendet werden diese Fähigkeiten nur an ganz wenigen Stellen. Andererseits entpuppt sie sich aber auch als eine überaus sympathische Person (was im Grunde aber erneut dem „Sie ist die schimmste Assassinin, die es in unserem Land gibt!“ widerspricht), die man als Leser durchaus gern kennenlernen möchte. Zumindest ging es mir so. Maas hat mich aber spätestens mit dem abschließenden Kampf zwischen Celaena und ihrem Widersacher Cain neugierig gemacht, was sich wirklich hinter den mysteriösen übernatürlichen Ereignissen verbergen könnte … und darauf, dass es noch eine ganze Menge an Geheimnissen zu entschlüsseln gilt.

Auch die beiden männlichen Protagonisten, Prinz Dorian und Captain Chaol, fand ich nicht wirklich überzeugend. Beide fühlen sich mehr als offensichtlich zu Celaena hingezogen und machen dies auch ständig durch unangemeldete Besuche deutlich. Dorian, der sowieso den Hofdamen zugeneigt ist, tritt hier noch deutlich forscher auf, obwohl sich auch Chaol so seine Gedanken macht … 🙂 Dass diese nächtlichen Besuche auch bei einer „normalen“ Schlossbewohnerin unangebracht wären, lasse ich hier außen vor, und auch, dass solche Besuche angesichts von Celaenas Ruf zu gefährlich wären. Würden die Gespräche, die die beiden mit Celaena bei diesen Gelegenheiten führen, die Beziehungen wirklich nennenswert vertiefen oder die Handlung weiterbringen, wäre das ein Pluspunkt gewesen; tun sie aber nicht wirklich.

Mein Fazit: Ein solider Auftakt zu einer YA-Fantasyreihe. Da einige Aspekte angerissen werden, die (hoffentlich) in den Folgebänden weiter vertieft werden (z. B. Verschwörungen, die Fae, der übernatürliche Kampf Gut gegen Böse) werde ich Band 2 noch eine Chance geben.

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Julie Kagawa: Drachenzeit (Talon #1)

kagawa-talon1Strand, Meer, Partys – einen herrlichen Sommer lang darf Ember Hill das Leben eines ganz gewöhnlichen kalifornischen Mädchens leben! Danach muss sie in die strenge Welt des Talon-Ordens zurückkehren – und kämpfen. Denn Ember verbirgt ein unglaubliches Geheimnis: Sie ist ein Drache in Menschengestalt, auserwählt, um gegen die Todfeinde der Drachen, die Krieger des Geheimordens St. Georg, zu kämpfen.
Garret ist einer jener Krieger, und er hat Ember sofort als Gefahr erkannt. Doch je näher er ihr kommt, umso mehr entflammt er für das ebenso schöne wie mutige Mädchen. Und plötzlich stellt er alles, was er je über Drachen gelernt hat, infrage …

„Drachenzeit“ ist Band 1 der Talon-Reihe von Julie Kagawa. Lange standen die bislang schon lieferbaren Bücher auf meiner Wunschliste; an Weihnachten bekam ich die ersten 3 Bände geschenkt. Und meine Erwartungen waren hoch. Kagawas „Plötzlich Fee“-Reihe habe ich vor einem Jahr innerhalb weniger Tage verschlungen; ihre „Unsterblich“-Reihe habe ich schon zweimal gelesen, und das wird nicht das letzten Mal gewesen sein. Aber an „Drachenzeit“ bin ich gescheitert.
Ich hatte teilweise das Gefühl, dass es gar nicht Julie Kagawa ist, die mir hier neue Abenteuer über Drachen und Drachenjäger schildert, sondern ein Teeniemädel, das ihre Teeniefantasien zu Papier bringt. Versteht mich nicht falsch: Die Geschichte ist durchaus sehr gut und flüssig geschrieben. Aber die Zeichnung der Figuren und die Welt der Drachen – praktisch Fehlanzeige.
Kagawas Stärke sind eigentlich immer die großartigen (jungen) Frauenfiguren. Echte Kämpferinnen, die ihre Welt erobern, die nicht nur Damsels in Distress sind, sondern selbst zupacken können und nicht von einem Mann gerettet werden müssen. Und vor allem sind sie keine Weibchen, deren Leben sich nur um den Mann ihrer Träume dreht. Zugegebenermaßen sind sie in allen Büchern der Autoren recht perfekt, aber hier war es noch schlimmer. Doch in „Drachenzeit“ wird mir eine Mädchenfigur geliefert, die mehr als nur perfekt ist. Sie ist hübsch, intelligent und innerhalb kürzester Zeit in der Lage, auf einem Surfbrett die tollsten Wellen zu bezwingen. Ich erwarte sicher nicht, dass Ember sich als eine kleine Lara Croft entpuppt, aber da sie ein Drache ist, hätte ich mir hier deutlich mehr Facetten gewünscht. Und als sie Garret kennenlernt, muss ich kapitellang Beschreibungen über ihre Gefühle für den geheimnisvollen jungen Mann durchlesen – seine Augen, sein Körper … Und natürlich ist es Instalove, als Garret sie kennenlernt: Hat er vorher noch unter Einsatz seines Lebens gefährliche Drachen vernichtet, entwickelt er sich hier in einen hormongesteuerten Jungen zurück, der nur noch Augen für „sie“ hat. Und hatte ich schon erwähnt, wie toll und gutaussehend er ist?! Bei beiden Figuren hätte ich mir einfach deutlich mehr Tiefgang erwartet. Und daran ändert sich eigentlich wenig, als Riley auf der Bildfläche auftritt und der obligatorische Love Triangle seinen Anfang nimmt – ein junger Mann, zu dem sich Embers innerer Drache natürlich sofort hingezogen fühlt, denn er ist ja ach so geheimnisvoll und toll und wild und frei …
Die Drachenwelt ist das zweite Problem, das ich mit diesem Roman hatte: Ich meine, hallo!, die Hauptfiguren sind Drachen – also schildere mir bitte eine glaubwürdig konstruierte Drachenwelt: Wie sehen die aus? Welche Fähigkeiten haben die? Wo kommen die her? Was hat sich in ihrer Historie ereignet? Welches gesellschaftliche System haben die? Was macht man als Drache so Hunderte von Jahren lang? Gibt es Kunst und Poesie oder nur Wirtschaft und Politik? Ähnliches gilt auch für die Drachentöter des Geheimordens St. Georg: Wo kommen die her? Gehören die zur Regierung? Wie kommt es, dass die Menschheit nichts von den Drachenkämpfen mitbekommt? All das fehlt mir zum ersten Mal in einem Buch von Kagawa. Stattdessen war das Einzige, das ich immer vor mir sah, ein weißer Sandstrand, die Sonne Kaliforniens und das große Meer; gespickt mit der einen oder anderen Party. Mehr Kopfkino lief bei mir leider nicht.
Und diese fehlende „Romanwelt“ führte dazu, dass auch die Handlung fast nur vor sich hinplätschert. Und jetzt kommt mein Geständnis: Nachdem die Handlung auch nach gut 300 Seiten wirklich nur vor sich hindümpelte und ich abends auch einfach keine Lust hatte, mir noch Dutzende von Seiten mit Teenieschwärmereien anzutun, habe ich beschlossen, das Buch zur Seite zu lesen und mir erst einmal einen anderen Titel von meinem SUB zu schnappen. Ich werde dem Buch sicher noch einmal eine Chance geben, weil ich die Autorin, wie gesagt, sehr schätze. Aber jetzt ist es einfach nicht dran.

Mein Fazit: Julie, was hast du da nur getan?!

 

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Hazel Kelly: Roommates.

kelly-roommatesJenny und Ethan sind noch Teenager, als ihre Mutter und sein Vater heiraten. Obwohl die beiden völlig unterschiedlich sind – sie ein schüchterner Nerd, er ein beliebter Sportler -, fühlen sich beide zueinander hingezogen. Doch durch die Heirat ihrer Eltern bleiben ihre Gefühle unausgesprochen.
Jahre später lebt Ethan als Barkeeper in New York, als eines Abends unerwartet Jenny in seiner Wohnung steht. Sie hat ein Vorsprechen an einem Theater und will – auf Anraten seines Vaters – einige Tage auf seinem Sofa übernachten. Und wieder ringen die beiden darum, ihre Gefühle voreinander zu verbergen …

„Roommates“ ist Band 1 einer Stiefgeschwister-Reihe der Amerikanerin Hazel Kelly. Die Geschichte der beiden jungen Menschen Anfang zwanzig ist nett und unterhaltsam, aber auch nicht mehr als das. Sie krankt an einigen entscheidenden Punkten, die mir das Lesevergnügen etwas verdorben haben:
Wir haben es hier mit dem beliebten „Bad Boy trifft Jungfrau“-Klischee zu tun – und natürlich sind beide Protagonisten unglaublich schön, unglaublich gut gebaut und unglaublich nett. Und natürlich ist auch der erste Sex perfekt und ihre Performance ebenfalls. Die Szene ist im Buch definitiv nicht schlecht geschrieben, aber m. E. doch weit von der Realität entfernt.
Zweitens gibt es im Roman im Grunde nur zwei Akteure: Ethan und Jenny. Und die sind – siehe oben – einfach zu perfekt. Und somit zu langweilig.
Drittens hat die Geschichte keinen Spannungsbogen. 60 % des Buches verbringen die beiden Protagnisten damit, darüber nachzudenken, dass sie ja im Stillen seit ihren Teenagerjahren ineinander verliebt sind, sich aber „antrainiert“ haben, sich dies nicht anmerken zu lassen. Und während der restlichen 40 % leben sie eine perfekte Partnerschaft, erleben berufliche und private Erfüllung – und der Leser wartet verzweifelt darauf, dass irgendetwas Dramatisches geschieht. Vor allem, dass die Eltern davon erfahren und zutiefst schockiert sind, dass die Stiefgeschwistern ein Paar sind, wissen wir doch aus den Erzählungen der beiden, dass zumindest sein Vater als ehemaliger Militärangehöriger ein hartes Regiment führt. Aber was geschieht? Die Eltern stehen unerwartet vor der Tür und reagieren auf die Beichte der beiden mit einem „Ach, das wusste ich doch schon lange“. Ähnliches gilt für Ethans künstlerische Ambitionen, auf die sein Vater früher augenscheinlich so ablehnend reagiert hat, dass Ethan auch in seiner eigenen Wohnung den Raum mit seinen Werken verschlossen hält. Durch die Beziehung zu Jenny hat er nun den Mut, offen zu seinem künstlerischen Schaffen zu stehen (hatten wir etwas anderes erwartet?). Doch auch darauf reagiert sein Vater unerwartet gechillt. Der Hinweis der beiden Erzähler, dass Ethans Vater auf seine alten Tage offenbar etwas milder geworden ist, ist mir hier eine zu simple Erklärung.

Mein Fazit: Nette Geschichte, aber nicht mehr.

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Angela Kaufman & Megan Spooner: These Broken Stars

kaufman-these-broken-starsEs ist eine Nacht wie jede andere an Bord der „Icarus“. Dann tritt die Katastrophe ein: Der Spaceliner der Luxusklasse wird aus dem Hyperraum gerissen und zerschellt auf einem unbekannten nahe gelegenen Planeten. Lilac LaRoux und Tarver Merendsen überleben den Crash. Als Einzige. Glauben sie zumindest.
Lilac ist die Tochter des reichsten Mannes des Universums. Der nur wenige Jahre ältere Tarver kommmt von ganz unten, wird von allen aber seit einem militärischen Einsatz als Held gefeiert, und das ist es auch, was ihn auf die „Icarus“ geführt hat. Junge Frauen wie Lilac und ihre Freundinnen bedeuten nur Ärger. Und doch ist sie diejenige, der er zu verdanken hat, dass er den Absturz überlebt, denn die junge Frau steckt voller Überraschungen. Zumindest versteht sie eine Menge von Technik – aber nicht vom Überleben auf einem geheimnisvollen Planeten. Einem Planeten, auf dem offenbar schon Terraforming stattgefunden hat, der aber nicht bewohnt ist. Die beiden so verschiedenen Menschen sind nun gezwungen zusammenzuarbeiten, um sich zu einer möglichen Siedlung durchzuschlagen. Ein mysteriöser Ort, zu dem Lilac regelrecht hingezogen wird – durch düstere Wälder, öde Landschaften und Berge. Gesichtslose Stimmen drohen, die junge Frau um den Verstand zu bringen, doch da sie die beiden auch immer wieder vor Gefahren warnen und einer möglichen Rettung näher bringen, beschließt Tarver, ihnen trotzdem zu folgen.
Auch weil er und Lilac sich auf ihrer beschwerlichen Reise immer näherkommen.
Schließlich erreichen die beiden einen Stütztpunkt, in dem sie der schrecklichen Wahrheit hinter dem verlassenen Planeten auf die Spur kommen.

„These Broken Stars“ ist Band 1 einer SciFi-Trilogie (mal wieder eine Trilogie …), deren einzelne Bände die Geschichte unterschiedlicher Paare folgen. In diesem Band geht es um zwei Menschen, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten: Lilac ist die Tochter des reichsten Mannes des Universums, dem auch der Luxusliner „Icarus“ gehört. Und der Name dieser futurischen „Titanic“ deutet schon das Schicksal an, das das Raumschiff erwartet: Es wird vom Himmel fallen. Wer die griechische Mythologie kennt, ahnt dies schon, ohne den Werbetext vollständig gelesen zu haben. Allerdings zieht dieser angeblich unsinkbare Luxusliner seine Kreise nicht auf den Weltmeeren, sondern im Weltall – er reist durch den Hyperraum, wodurch er unglaubliche Entfernungen zurücklegen kann.
Lilac hat gelernt, sowohl mit dem Luxus und all den Vorteilen „zurechtzukommen“, die diese Stellung mit sich bringt, aber auch mit den negativen Seiten. Nachdem sie in ihrer Jugend einmal erlebt hat, wie ein Junge, in den sie sich verliebt hat, „verschwand“, hat sie niemanden mehr an sich herangelassen. Und begegnet auch allen Männern, die sich für sie interessieren, mit Abweisung. Auch Tarver, als dieser sich an Bord des Luxusliners mit ihr unterhalten will.
Tarver hat nur einer Heldentat die Reise auf der „Icarus“ zu verdanken und dass er in Kontakt mit Liliac kommt. Doch er kennt seinen Platz. Dass er und Lilac in einer eigenen Rettungskapsel landen, ist nur dem Zufall zu verdanken (bzw. der Fantasie der Autorinnen); die beiden könnten gesellschaftlich gar nicht weiter voneinander entfernt sein. Und als sie auf dem nahe gelegenen Planeten bruchlanden, verläuft eigentlich alles wie erwartet: Tarver besitzt aufgrund seiner militärischen Ausbildung bestimmte Überlebenstechniken und weiß, wie er sich auf unbekanntem (feindlichem?) Terrain zu verhalten hat. Lilac wünscht sich in ein weiches Bett zurück. Ihr bleibt gar nichts anderes übrig, als dem jungen Mann zu folgen, der aufgrund des festzustellenden Terraformings davon überzeugt ist, dass es irgendwo eine Siedlung geben muss. Doch langsam entwickeln sich die Charaktere weiter, und spätestens als Tarver verletzt wird, zeigt sich, dass Lilac mittlerweile keine Damsel in Distress mehr ist, sondern über sich hinauswächst. Und spätestens jetzt kommen sie sich auch zwischenmenschlich näher. 😉 Aber diese Liebesgeschichte wird durchaus glaubwürdig geschildert. In „These Broken Stars“ begegnen sich eben nicht zwei Menschen aus unterschiedlichen sozialen Klassen, die sich auf den ersten Blick ineinander verlieben; dieser Prozess ist wirklich ein nachvollziehbarer, authentisch geschilderter Prozess – obwohl natürlich klar ist, dass die Protagonisten ein Liebespaar werden.
Doch in dem Roman steckt noch mehr als eine reine futuristische Liebesgeschichte über eine Damsel in Distress und ihren Helden: das Geheimnis des Planeten. Das hier nicht verraten werden soll, aber schon sehr ungewöhnlich ist.
Positiv erwähnt werden sollte auch der Erzählstil des Romans: Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Lilac und Tarver erzählt und gespickt wird das Ganze durch Ausschnitte aus einem Verhörprotokoll, das man mit Tarver nach der Rettung durchführt – und das die wahre Handlung so manches Mal wunderbar konterkariert.

Mein Fazit: Ich habe mich durchaus nicht unbedingt in den Roman verliebt, könnte aber auch nicht festmachen, woran das lag. Vielleicht aufgrund des wirklich verwirrenden Grundes dafür, warum der Planet nicht bewohnt ist (no spoilers …). Aber dennoch kann ich das Buch durchaus empfehlen.

Übrigens finden gerade Gespräche über eine Verfilmung des Buches (als TV-Serie) statt: Deadline

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Tahereh Mafi: Ich brenne für dich

mafi ich brenne für dichDie Schlacht gegen das Reestablishment ist verloren. Omega Point, der Zufluchtsort der Rebellen, zerstört, Juliettes Freunde sind in alle Winde zerstreut oder tot. Über das Schicksal ihrer großen Liebe Adam ist Juliette im Ungewissen – ebenso wie über ihre Gefühle für ihn. Die einzige Gewissheit, die sie noch hat, ist, dass sie das grausame Regime unbedingt besiegen muss.
Doch dazu bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich Warner anzuvertrauen – dem Kommandeur von Sektor 45 und Sohn des feindlichen Oberbefehlshabers – und durch eine seltsame Fügung des Schicksals nunmehr Juliettes einziger Verbündeter. Doch er ist auch der Mensch, den sie auf ewig zu hassen geschworen hat. Und der ihr das Leben gerettet hat, nachdem sein Vater auf sie geschossen hatte. Jetzt verspricht er, an ihrer Seite zu kämpfen, denn was niemand weiß: Auch er besitzt besondere Fähigkeiten. Doch kann Juliette ihm vertrauen? Und was will er wirklich von ihr?

„Ich brenne für dich“ ist der Abschlussband der Trilogie von Tahereh Mafi – und genauso packend und actionreich wie seine Vorgänger. Und da wir weniger ausschließlich in die Gedankenwelt der Protagonistin Juliette eintauchen und diese auch weitaus weniger in Aufruhr und durcheinander ist, ist das Buch auch flüssiger zu lesen. Es gibt keine durchgestrichenen Sätze mehr, die bislang verdeutlicht haben, wie sehr ihr Innenleben, ihre wahren Gefühle, ihrem Außenleben widerspricht. Zunehmend ist beides im Einklang.

Dennoch nimmt ihr Gefühlschaos bzw. das der drei Hauptakteure einen Großteil des Buches ein. Adam benimmt sich noch stärker als in Band 2 wie ein unreifes Kind. Er wünscht sich, dass sie wieder so hilflos ist wie zu Beginn der Beziehung – und kommt folglich nicht damit klar, dass sie nun mit ihren Kräften versöhnt und sie auch zunehmend im Griff hat. Sie ist nicht länger auf ihn angewiesen, sondern wesentlich selbstbewusster als am Anfang. Darüber hinaus zeigt sich auch, dass er nicht länger in der Lage ist, sie schmerzfrei zu berühren, woraufhin sein Verhalten zunehmend außer Kontrolle gerät. Verstärkt wird dieses Problem noch dadurch, dass sich herausstellt, dass Warner im Gegensatz dazu Juliette durchaus gefahrlos berühren kann. Er besitzt nämlich die Fähigkeit, die besonderen Eigenschaften der Menschen zu neutralisieren bzw. zu übernehmen, die er berührt. Das erleichtert es natürlich unserer Protagonistin, eine Entscheidung zwischen den beiden jungen Männern zu treffen. Autoren neigen ja überhaupt dazu, den Protagonistinnen der beschriebenen Dreiecksbeziehungen die Entscheidung allein dadurch zu erleichtern, dass sich einer der beteiligten Männer derart untypisch oder kindisch oder „unanziehend“ verhält, dass er zwangsläufig abgelehnt werden muss. Dies finde ich persönlich ausgesprochen einfallslos und unrealistisch. Aber da sich Juliette in dieser Trilogie auch für meinen Favoriten entscheidet, will ich mich nicht allzu lautstark darüber beklagen. 🙂

Die Story an sich ist auch wieder packend geschrieben, wenn auch die Actionszenen im Vergleich mit den emotionalen Szenen etwas ins Hintertreffen geraten. Nichtsdestotrotz war gerade der Showdown auf dem Schiff des Oberkommandierenden wirklich sehr atemberaubend. Und als der Epilog dann kam, habe ich nur gehofft, dass ich mich gerade vertan habe und es doch noch einen vierten Band gibt!

Mein Fazit: Die „Shatter me“-Trilogie gehört für mich tatsächlich zu den besten Young-Adult-Dystopien, die mir in den letzten Jahren untergekommen sind. Meist habe ich diese in Band 2 oder spätestens in Band 3 abgebrochen, weil die Geschichte Längen hatte, ich den Eindruck bekam, dass die Charakterisierungen der Figuren vernachlässigt werden, oder ich überhaupt keine emotionale Verbindung zu den Protagonisten aufbauen konnte. Das alles war aber bei den Büchern von Tahereh Mafi nicht der Fall. Ich freue mich jetzt schon auf die zukünftigen Bücher dieser Autorin.